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Sind auch Lifte aufs Sonntagshorn geplant?

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Blick von den Heutalliften Richtung Sonntagshorn, Hochalm und Peitingkopf. Das Gebiet ist bis dato nicht durch Liftanlagen erschlossen. Foto: Anzeiger/Thoma-Bregar

Unken/Winklmoosalm - Die Gerüchteküche brodelt. Seit bekannt wurde, dass die Gemeinde Unken eine Liftverbindung zur Winklmoosalm plant, soll nun auch vom Sonntagshorn und Peitingkopf die Rede sein. Das Gebiet ist im Winter bei Skitourengehern und Winterwanderern beliebt und bis dato völlig unverbaut.


Man sei mit Nachdruck dahinter, das Heutal für den Winterskisport weiter zu entwickeln, hatte Unkens Bürgermeister Hubert Lohfeyer noch Ende Januar bestätigt. Weil der Wintertourismus im Ort stagniere, strebe man den Anschluss mit der benachbarten bayerischen Winklmoosalm und in weiterer Folge mit der Tiroler Steinplatte an. Dafür soll die bestehende Dürrnbachhornbahn für den Winterbetrieb ausgebaut und eine neue Aufstiegsanlage von der Winklmoosalm zu den Heutalliften errichtet werden.

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Die Pläne einer Skischaukel sind nicht neu, seit 40 Jahren geistern die unterschiedlichsten Vorhaben umher. Auch von einer Bahn, die direkt in Unken startet und über den Peitingkopf ins Heutal führt, war schon früher mal die Rede. »Das waren keine konkreten Pläne, sondern eher Ideen und die wurden auch nicht weiter verfolgt«, sagte der Bürgermeister auf Nachfrage.

Nicht ganz vom Tisch scheint nach Meldungen des ORF eine neue Seilbahn, eine Sesselbahn oder ein Lift vom Heutal aus auf das Peitingköpfl und das Sonntagshorn zu sein, beides bisher unberührte Gipfel gen Norden und im Winter Skitourengehern, Wanderern und Schlittenfahrern vorbehalten.

Gegenüber der Heimatzeitung stellt Lohfeyer nun klar: »Fakt ist: Wenn die Verbindung zur Winklmoosalm nichts wird, müssen wir uns Gedanken machen, wie wir das Skigebiet Heutal erhalten können.« Eine Modernisierung der Aufstiegsanlagen sei unumgänglich. Inwieweit eine andere Erweiterung infrage kommt, damit wolle man sich auseinandersetzen, wenn es soweit ist. Für das Vorhaben Winklmoos-alm und Dürrnbachhornbahn seien alle Genehmigungsanträge abgegeben, der Vorgang laufe und die bayerischen Almbauern werden voraussichtlich auf ihrer Jahreshauptversammlung im April über die Verlegung der Dürrnbachhornbahn entscheiden, so der Bürgermeister.

Massiver Protest gegen eine Erschließung des Sonntagshorngebietes kommt von der »Aktionsgemeinschaft zum Schutz der Saalforste und des Sonntagshorns e.V.« Die wurde vor rund 25 gegründet, um genau diese Pläne zu verhindern, sagt Vorstand und Bergführer Walter Kellermann aus Reit im Winkl. »Wir vertreten mittlerweile etwa eine Million Berg- und Naturfreunde aus dem Deutschen Alpenverein, mehreren bayerischen Naturschutzverbänden sowie der Salzburg Sektion des Österreichischen Alpenvereins. Mit neuen Liftanlagen würde nicht nur ein beliebtes Skitourengebiet zerstört werden, wir sehen durch einen technisierten Skizirkus am Sonntagshorn auch die Trinkwasserversorgung im Landkreis Traunstein in Gefahr.« Der große Heutalkessel entwässert nämlich über den Fischbach direkt in das Wasserschutzgebiet der Laubau, wo die Stadt Traunstein sowie Inzell, Ruhpolding und Siegsdorf ihr Trinkwasser beziehen. Man hofft auch deswegen auf ein klares Nein vonseiten der Bayerischen Saalforste, die Grundeigentümer des Gebietes rund ums Sonntagshorn sind.

Gegenüber dem ORF erteilte der Leiter der Saalforste, Thomas Sanker, neuen Liften am Dürrnbachhorn und einer Neuerschließung auf das Sonntagshorn beziehungsweise dem Peitingkopf eine klare Absage. Der Grenzkamm der Chiemgauer Alpen auf Salzburger Seite sei nicht nur Saalforstrevier, sondern auch landesgesetzlich verankertes Naturschutzgebiet »Von uns kommt dazu seit Langem ein klares Nein. Denn solche und ähnliche Pläne geistern seit Jahrzehnten immer wieder durch den Mitterpinzgau«, wird der Saalforstenleiter zitiert.

Sein Vorgänger Hans Sleik aus Ramsau hatte sich bereits im Januar kritisch zu der Skischaukel zwischen Heutal und Winklmoosalm geäußert. »Von der Belastung für die Schutzzonen mal ganz abgesehen: Wenn diese Anbindung über die Finsterbachalm kommt, dann dauert es nicht lange, bis auch das Sonntagshorn erschlossen wird. Anders würden sich die Investitionen für die Gemeinde gar nicht rentieren«. Kathrin Thoma-Bregar