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Singstunde mit Volksmusikpfleger

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75 Sängerinnen und Sänger stimmten im Clubhaus des Tennisclubs Berchtesgaden unter der Leitung von Hansl Auer Volkslieder an. (Foto: B. Stanggassinger)

Berchtesgaden – Erstmals kam Hansl Auer, Volksmusikpfleger im Landkreis Berchtesgadener Land, für eine Singstunde nach Berchtesgaden.


75 Sängerinnen und Sänger fanden sich dazu im Clubheim des Tennisclubs Berchtesgaden (TCB) ein. Hansl Auer ist 1. Vorsitzender vom Verein »Auf-gspuit und gsunga«, ein Begriff für jeden Volksmusikfreund. Neben seiner Musikschultätigkeit gestaltet Hansl Auer regelmäßig Rundfunksendungen, engagiert sich im Trachtenverband Gauverband 1 als zuständiger Fachmann für Volkslied und Gesang, hält regelmäßig öffentliche Singstunden ab, organisiert Seminare für steirische Harmonika und ist seit 2002 Volksmusikpfleger im Landkreis Berchtesgadener Land.

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Erna Seeholzer, Ehefrau des 1. TCB-Vorsitzenden Andreas Seeholzer, ist Zitherspielerin bei der Kirchleitn Musi aus Berchtesgaden. Sie konnte Hansl Auer für eine Singstunde in Berchtesgaden gewinnen. Auer forderte eine Mindestteilnehmerzahl von 25 Personen. Die Resonanz war so groß, dass schließlich 75 Sängerinnen und Sänger ins Clubhaus kamen.

Nach einer kurzen Begrüßung stimmte Auer einen Jodler an und alle Teilnehmer machten von der ersten Minute an voll mit. Gemeinsam sang man das 1955 von Willi Kraus geschriebene Volkslied »Heit geh ma zum Tanzen«. Dieses Lied war kurz nach seiner Entstehung vom Raistinger Dreigesang unter Hans Seidl im Rundfunk aufgenommen worden und noch heute verleihen diese Aufnahmen so mancher Sendung einen liebenswerten Akzent. Lustig wurde es, als Hansl Auer ein Lied ankündigte und den lateinischen Titel auf einem Plakat in die Höhe hob: »Vena lausa moris pax truxunt coris« – was etwa übersetzt heißt »Wenn eine Laus am Ohr ist, pack's, drück's und gar ist's.«

Hansl Auer war in Begleitung seiner Ehefrau Maria gekommen, die die Sänger auf einer Gitarre begleitete. Auer selbst griff abwechselnd zu einer seiner zwei steirischen Harmonikas. Wie allgemein bekannt, dauert eine Singstunde mit Hansl Auer meistens länger als diese eine Stunde. So war es auch diesmal, es wurde zwei ganze Stunden gesungen. Den Schlusspunkt setzte ein Schnapslied. Auer war begeistert von den Berchtesgadener Sängerinnen und Sängern. Er unterstellte, dass eine Probe vorausgegangen sei und wünschte sich bald eine Wiederholung der Singstunde. Auch dafür gab es viel Applaus. Bernhard Stanggassinger