weather-image
27°

Skandalöser »Vertuschungsversuch«

4.5
4.5

Berchtesgaden/München – Dem Institut für Zeitgeschichte (IfZ) wird vorgeworfen, jahrelang Scheinselbstständige beschäftigt zu haben (wir berichteten) – deshalb wurde die Zusammenarbeit mit 22 Rundgangsleitern beendet. Der Bayernableger der Partei »Die Linke« wittert dahinter einen Skandal, bei dem »Fehler von Finanzministerium und IfZ auf Kosten der Beschäftigten vertuscht werden sollen«, so Linken-Landessprecher Xaver Merk in einer Mitteilung an die Presse.


Laut Merk hatten die Beschäftigten »häufiger auf die problematischen Einstellungsbedingungen hingewiesen«. Ungeheuerlich sei es, so Merk, »dass nun das IfZ und das Finanzministerium unbefristete Kündigungen aussprechen«. Die Linke in Bayern fordert nun Aufklärung darüber, »inwiefern es weitere rechtlich unzulässige Arbeitsverhältnisse gibt, die direkt in Verbindung mit dem Ministerium stehen«. Merk ist der Ansicht, dass sich das Institut für Zeitgeschichte nun auf die Seite der Beschäftigten stellen solle, »anstatt bereitwillig den alleinigen Sündenbock zu spielen«. Unter der Beschäftigungspolitik des IfZ »leiden nicht nur die Rundgangsleiterinnen und Rundgangsleiter, sondern auch das Dokumentationszentrum selbst und damit letztlich die Besucherinnen und Besucher«, so der Linken-Landessprecher.

Anzeige

Die Ausfinanzierung einer Aufarbeitungsstelle, wie es die Dokumentation Obersalzberg eine ist, müsse selbstverständlich sein. Merk: »Wir verlangen, dass die Kündigungen sofort zurückgenommen werden und die Weiterbeschäftigung zu rechtlich einwandfreien Bedingungen sichergestellt wird.« Kilian Pfeiffer