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Skitourengeher gefährden sich nachts

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Damit die Pisten für Skifahrer optimal präpariert sind, fahren nachts die Mitarbeiter der Hochschwarzeckbahn mit Pistenraupen. Skitourengeher erschweren ihnen aber die Arbeit, was einer der Fahrer nun im Gemeinderat bei der Bürgerfragestunde ansprach. (Foto: Hochschwarzeck)

Ramsau – Nächtliche Skitourengeher bereiten den Mitarbeitern der Hochschwarzeck-Bergbahn Sorgen. Sie fahren nachts, während die Pisten präpariert werden. Dies führt nicht nur zu gefährlichen Situationen, sondern erhöht auch den Arbeitsaufwand der Arbeiter. Einer der Pistenraupenfahrer hat dieses Problem nun bei der Bürgerfragestunde im Ramsauer Gemeinderat am Dienstagabend angesprochen.


»Wenn ich nachts mit der Pistenraupe fahre, dann sind die so dreist und kurven einfach um die Maschine herum«, sagte ein Ramsauer über nächtliche Skitourengeher im Skigebiet Hochschwarzeck. Er wollte von Bürgermeister Herbert Gschoßmann und Geschäftsleiter Martin Willeitner wissen, ob es keine rechtliche Handhabe gibt, die Sportler von ihren nächtlichen Wanderungen auf der Piste abzuhalten. Denn es handle sich nicht um ein oder zwei Personen, sondern um »15 bis 30 pro Nacht«.

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Willeitner antwortete: »Man kann nur öffentliche Pisten sperren, die einer Widmung unterliegen. Die Piste am Hochschwarzeck ist nicht gewidmet. Um rechtliche Handhabe zu erreichen, müsste man die Piste widmen.« Dieses Thema will Bürgermeister Herbert Gschoßmann bei der nächsten Gemeinderatssitzung am 1. März besprechen, wie er selbst hinzufügte.

Geschäftsführer der Hochschwarzeck-Bergbahn und Gemeinderatsmitglied Christian Riehl erklärt auf Nachfrage des »Berchtesgadener Anzeigers« das Problem: »Wir haben bereits ein Hinweisschild, auf dem steht, dass während der Präparierungszeiten die Piste gesperrt ist. Wir können aber nur bis zu einem gewissen Punkt mit den Leuten diskutieren.« Hier fehlt den Mitarbeitern schlicht die rechtliche Grundlage, das heißt, sie können denjenigen, die nachts die Piste nutzen, nicht mit Konsequenzen drohen.

Aber warum ist das so ein Problem? Christian Riehl weiß die Antwort: »Der erste Grund: Es ist sehr gefährlich. Wenn der Fahrer mit dem Pistenbully unterwegs ist, sieht er nicht, wer hinter ihm die Piste herunterfährt. Und die Skitourengeher gehen rauf, warten oben, bis die Piste gewieselt ist, und fahren zwanzig Meter hinter der Maschine herunter.« Aber eine Pistenraupe hat laut Riehl keinen Bremsweg. Das bedeutet, »wenn er aus irgendeinem Grund, sei es eine Kuppe oder etwas anderes, abrupt stehen bleiben muss, dann donnert der Skifahrer dem hinten drauf, und es ist vorbei.« Zudem arbeitet das Team der Hochschwarzeckbahn auch mit sogenannten Windenraupen. Dafür wird ein Stahlseil genutzt, das sich auf einer Seilwinde auf der Maschine befindet. An gewissen Ankerpunkten hängt sich die Windenraupe fest und präpariert am Seil die Hänge. Dieses spannt sich im Dunkeln über mehrere Hundert Meter und kann leicht übersehen werden.

Der zweite Grund ist die Kostenfrage und der Arbeitsaufwand. Denn der Wieselfahrer dreht unten an der Piste um und sieht die Spuren in der frisch bearbeiteten Piste. Dann muss er alles noch einmal machen, erklärt Riehl. Das kostet viel Zeit und Geld.

Montags beginnen die Mitarbeiter erst um Mitternacht mit der Pistenpräparation, fügt der Geschäftsführer der Hochschwarzeckbahn hinzu. Bis dahin können die Tourengeher noch die Piste nutzen. Er hofft nur, dass sich die Tourengeher zukünftig an die Sperrzeiten während der Pistenbearbeitung halten und appelliert an die Vernunft der Sportler. Denn sonst kann es auf der Piste zu schweren Unfällen kommen. Annabelle Voss

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