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Sondertag mit »Sister Park«

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Ulrich Brendel (l.) mit Horst Kaindl am Yosemite-Thementag im »Haus der Berge«. Im Vordergrund wird gerade Indianerschmuck gebastelt. (Foto: Glossner)

Berchtesgaden – Der Nationalpark Berchtesgaden kooperiert seit 2014 mit dem bekannten Yosemite Nationalpark in der kalifornischen Sierra Nevada. Zur Würdigung dieser »Sister Park«-Vereinbarung fand im Nationalparkzentrum »Haus der Berge« am Sonntag ein abwechslungsreicher Thementag statt.


»Die Zusammenarbeit mit dem Yosemite-Nationalpark erfolgt auf verschiedenen Ebenen«, so Ulrich Brendel, Diplom-Biologe und Leiter des »Hauses der Berge«. »Durch gemeinsame Projekte, den regen Austausch von Informationen, umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit sowie den gegenseitigen Besuch der Mitarbeiter.«

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»Wichtig ist«, bekräftigte auch Horst Kaindl, »dass ein ständiger Austausch zwischen den einzelnen Ressorts stattfindet«. Der Yosemite Ehren-Nationalparkranger aus Weißbach beantwortete am Thementag die Fragen der Besucher zu Amerikas ältestem Schutzgebiet, das viele Ähnlichkeiten zum heimischen Nationalpark aufweist. Immerhin sind beide Nationalparks Hochgebirgsparks.

Die Geschichte des Yosemite-Nationalparks geht weit zurück. Die ersten Bewohner, der Stamm der Miwok, lebten viele Jahrhunderte am Merced River. Im 19. Jahrhundert kamen die ersten Goldgräber, die Zahl der Siedler wurde immer größer. Ab 1855 nahm auch die Zahl der Touristen zu. John Muir brachte die Regierung 1864 dazu, das Gebiet aufgrund seiner Einzigartigkeit unter Schutz zu stellen, um Ausbeutung und Zerstörung zu verhindern. 1890 wurde dann der Yosemite Nationalpark gegründet, 1984 wurde er aufgrund seiner Felsen aus Granit, seiner grandiosen Wasserfälle und klaren Bäche sowie seiner Riesenmammutbäume und der großen Artenvielfalt zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Bereits in den Wochen vor dem Thementag wurden in der umfangreichen Schülerausstellung »Yosemite meets Berchtesgaden« Besonderheiten beider Nationalparks präsentiert. Dabei wurde beispielsweise gezeigt, dass der Yosemite-Nationalpark mit einer Fläche von 3 080 Quadratmetern fast fünfzehn mal so groß ist wie der Nationalpark Berchtesgaden. Auch auf das Klima sowie die Tier- und Pflanzenwelt in den beiden Nationalparks gingen die Schüler ein.

Weil das Yosemite Tal auch ein einmaliges Gebiet für den Klettersport ist, berichtete Extremkletterer Thomas Huber beim Thementag im Nationalparkzentrum von seinen Erlebnissen im Yosemite Valley, sei es beim Freeclimbing oder beim Durchsteigen einer Wand.

Kletterer können im Yosemite Nationalpark in den schneefreien Monaten beim Bouldern und in Höhen bis zu einem Kilometer an den Felswänden des El Capitan oder Half Dome beobachtet werden. Weltbekannt wurde das Klettern im Yosemite Tal durch die Erstbegehung der Route Nose am El Capitan durch Warren J. Harding in den 1960er Jahren. Auch heute ist das Tal immer wieder Schauplatz herausragender Kletterleistungen. Bei seinem gut besuchten Vortrag erzählte Thomas Huber unter anderem von der Klettergemeinschaft aus Spaniern, Italienern und Mexikanern, den oft waghalsigen Touren mit seinem Bruder Alexander, den Fahrten mit den Trucks von Klettergebiet zu Klettergebiet, und dem Leben auf Camp 4. In einer für ihn »unglaublich schönen Zeit« konnten sie viele Speedrekorde an der Nose verzeichnen. Friederike Glossner