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Sonnenenergie für die Gotzenalm

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Hüttenwirt Rudi Klecker ist zufrieden. 2013 hat die Nationalparkverwaltung auf dem Dach der Gotzenalm eine rund 40 Quadratmeter große Photovoltaik-Anlage installiert. Der Ölverbrauch hat sich seitdem halbiert. Foto: Nationalparkverwaltung

Schönau a. K. (npv) – Seit 16 Jahren ist er Hüttenwirt auf der Gotzenalm im Nationalpark Berchtesgaden. »Die Versorgung mit Wasser und Energie ist auf Berghütten immer ein großes Thema«, verrät Rudi Klecker. In diesem Sommer hat der 49-Jährige die gegen Ende der letztjährigen Sommersaison von der Nationalparkverwaltung installierte Photovoltaik-Anlage getestet – und ist sehr zufrieden.


»Die Photovoltaik-Anlage hat den Rapsölverbrauch für das Blockheizkraftwerk um 50 Prozent reduziert«, freut sich Klecker. »Und das in einem Sommer wie diesem, wo Sonne Mangelware war«. An Tagen mit weniger Gästen und geringerem Stromverbrauch wird das Aggregat dank der neuen Photovoltaik-Anlagen nicht mehr benötigt. Für den nächsten Sommer verspricht sich der Hüttenwirt weitere Einsparungen beim Ölverbrauch.

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2013 hatte die Nationalparkverwaltung auf der Gotzenalm zwei PV-Anlagen installiert: eine kleinere mit aufstellbaren Modulen auf dem Vordach des Hauptgebäudes und eine größere auf dem Dach des benachbarten Wirtschaftsgebäudes. 25 000 Euro hat die Investition gekostet, gezahlt von der Nationalparkverwaltung als Eigentümer. »Ein moderner Umweltstandard auf unseren Berggaststätten ist uns wichtig«, betont Christl Wagner von der Nationalparkverwaltung.

Erzeugt wird der Strom mit einer PV-Anlage, die aufgrund der Hochleistungsmodule auf nur rund 40 Quadratmetern Dachfläche Platz findet. Das Rapsöl-Blockheizkraftwerk erzeugt neun Kilowatt elektrische Energie und produziert dabei zusätzlich 20 Kilowatt Wärme, die für Heizung und Brauchwasser genutzt werden. Gespeichert wird der Strom in einem 48-Volt-Batterieblock. Im Winter läuft ein Teil der PV-Anlage weiter, um die Batterien zu laden und die Webcam im Nationalparkzentrum »Haus der Berge« zu betreiben.

»Klar, dies war einer der schlechteren Sommer, aber bei solchem Wetter kommen eben andere Gäste als sonst. Die Zahlen heuer sind fast besser als 2012«. Rudi Klecker ist zufrieden. »Außerdem ist das Jahr ja noch nicht vorbei.«

Denn eines ist klar: Auch sonnenreiche Jahre bringen am Berg ihre Probleme mit sich. 2013 war das Wetter deutlich besser, dafür wurde im Laufe der Saison das Wasser knapp. »Wasser ist in den Bergen keine Selbstverständlichkeit«, mahnt Klecker. »Ich sehe es auch als meine Aufgabe an, das Bewusstsein meiner Gäste für diese wertvolle Ressource zu schärfen.«

Am Berg gibt es eben auch für zahlende Gäste nichts im Überfluss – vom Wasser in diesem verregneten Sommer mal abgesehen.