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Sorgenvoller Blick nach Afghanistan

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Treffpunkt zur Gedenkfeier für die Gefallenen, Vermissten und Opfer der beiden Weltkriege ist am Volkstrauertag alljährlich der Berchtesgadener Schlossplatz. Fotos: Anzeiger/Wechslinger
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Am Kriegerdenkmal legten die Abordnungen Kränze nieder.
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Mehrere Vereinsabordnungen beteiligten sich an der Gedenkfeier.

Berchtesgaden – Nach alter Sitte trafen sich am gestrigen Volkstrauertag am Kriegerdenkmal beim Schlossplatz mehrere Abordnungen der Marktgemeinde Berchtesgaden, der verschiedenen Vereine, Institutionen sowie Soldaten der Bundeswehr, um der Gefallenen, Vermissten und Opfer der beiden Weltkriege zu gedenken. Am Denkmal legten die Abordnungen Kränze nieder.


Für heutige Generationen sei schwer nachvollziehbar, was vor 70 Jahren und auch davor geschehen sei, sagte Marktbürgermeister Franz Rasp in seiner Ansprache zum Volkstrauertag. Doch aktuell müsse man nur nach Afghanistan blicken, wo sich die Bundeswehr derzeit aus den umkämpften Gebieten zurückzieht. Von in Afghanistan eingesetzten Freunden habe er erfahren, so Franz Rasp, dass sie sich Sorgen machten um die afghanischen Einsatzkräfte, die in den vergangenen Jahren für die Sicherheit der deutschen Soldaten gesorgt hätten. Nach dem Abzug der ausländischen Einsatzkräfte würden die Taliban wohl zurückkommen und dann sei das Leben der afghanischen Bundeswehrhelfer nicht mehr sicher. »Sie können dann wohl nicht mehr in ihrem Land leben und werden als Asylbewerber zu uns kommen«, prognostizierte Rasp und forderte die Bevölkerung auf, Ja zum Grundgesetz und Ja zu den Asylbewerbern zu sagen. Dabei dankte der Bürgermeister insbesondere den Bürgern, die sich derzeit um die Asylbewerber kümmerten.

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Rasp erinnerte auch an 54 deutsche Soldaten, die nicht lebend in ihre Heimat zurückkehrten, was unermessliches Leid über ihre Familien gebracht habe. 54-mal wären Soldaten an den Wohnungstüren gestanden und hätten die traurige Nachricht vom Tod eines geliebten Verwandten überbracht, sagte Rasp und leitete über zur Ungeheuerlichkeit von Millionen unschuldiger Opfer der beiden Weltkriege. »Seit über 68 Jahren herrscht nun schon Friede in unserer Heimat. Dies ist ein Schatz, den es zu pflegen gilt«, mahnte Rasp im Gedenken an all die Opfer.

In würdiger Form musikalisch umrahmt wurde die Gedenkfeier zum Volkstrauertag auch in diesem Jahr von der Marktkapelle Berchtesgaden unter Stabführung von Kapellmeister Erhard Moldan. Nach dem Trauerakt trafen sich die Abordnungen traditionell zu einem Essen im Gasthaus »Goldener Bär«, wohin die Marktgemeinde Berchtesgaden eingeladen hatte. Christian Wechslinger