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Spendenrekord für Lena und Sebastian

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Köpfchen beweisen: Das Holzbrett soll einen halben Meter angehoben werden. Der Ball muss auch weiterhin auf der Säule liegen bleiben. Viele weitere Bilder unter www.berchtesgadener-anzeiger.de. (Fotos: Pfeiffer)
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Eine der Aufgaben: Eine verletzte Person aus einem schrottreifen Fahrzeug am Weihnachtsschützenplatz zu bergen.

Berchtesgaden – Dieser Einsatz hat sich gelohnt: Bei der »Safety Tour« in Berchtesgaden waren die Spender großzügig. Die 15-jährigen Berchtesgadener Lena Bönsch und Sebastian Schelbert bekommen nun im nächsten Jahr eine Delfintherapie auf Curacao, wie Organisationsleiter Frank Gerhards bestätigt.


Mit so einer gewaltigen Summe hatte keiner der Verantwortlichen gerechnet: 22 000 Euro sind am Freitag und Samstag im Kongresshaus für den guten Zweck gespendet worden. Zu diesem grandiosen Spendenergebnis beigetragen hat Profikletterer Thomas Huber, der mit seinem Motivationsvortrag die Zuhörer mit auf vergangene Abenteuer nahm. Alle Erwartungen sprengte dann aber die bis auf den letzten Platz ausverkaufte Benefizveranstaltung am Samstagabend im Großen Saal des Kongresshauses. Bei einer Tombola mit tollen Hauptpreisen ließen es sich die Gäste nicht nehmen, fleißig Lose zu kaufen. »Das ist eine gigantische Summe, die da zusammengekommen ist«, freut sich Frank Gerhards. »Wir sind mit dem Ergebnis absolut zufrieden«, so der Organisationsleiter.

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An zwei Tagen konnten sich Feuerwehreinsatzkräfte aus verschiedenen Ländern in Berchtesgaden miteinander messen. In Teams traten sie gegeneinander an und durften an zahlreichen Stationen, die im Markt aufgebaut waren, Aufgaben meistern. Ging es am Freitag unter anderem um die Brandbekämpfung, so stand der Samstag im Zeichen der Personenrettung – etwa aus einem verunfallten Fahrzeug. An mehreren Stationen galt es, verletzte Personen aus Fahrzeugen zu bergen. Am Weihnachtsschützenplatz waren zwei schrottreife Fahrzeuge abgestellt, die Ausgangslage: ein Unfall mit einem Schwerverletzten. Für die Feuerwehrteams lautete die Aufgabe, unter realistischen Bedingungen all das zu tun, was zum Wohle des Patienten geschehen muss. Experten, die unter anderem von der Werksfeuerwehr bei Audi in Ingolstadt angereist waren, begutachteten die Aktionen der Teilnehmer.

Neben Brandübungen waren es immer wieder kleinere Stationen, bei denen es galt, das Köpfchen anzustrengen und mitzudenken. So sollten die Teams in der Metzgergasse im unteren Marktbereich etwa eine Leiter samt Wassereimer, alles auf einem Holzbrett stehend, unter Zuhilfenahme diverser Einsatzgeräte (Rettungszange, Luftkissen) einen halben Meter anheben. Natürlich musste der Wassereimer auf der Leiter stehen bleiben.

Unter den Mottos »Fit for Rescue« und »Fit for Fire« arbeiteten sich insgesamt 380 Feuerwehrleute entlang der Stationen. Die gesamten Tage über wurden Workshops und Vorträge im Kongresshaus angeboten. »Das ist eine klasse Veranstaltung, an der jeder Feuerwehrmann mindestens einmal mitgemacht haben sollte«, sagte ein Teilnehmer am Rande der Personenrettung am Weihnachtsschützenplatz.

Selbst der Schlossplatz und der Bereich zwischen den Torbögen wurde für Arbeitsstationen genutzt. Unter Anweisung der Stationsleiter mussten die Gruppen aus großen Bausteinen Figuren bauen und Teamfähigkeit beweisen. Da die Zeit zählte, kam so mancher Teilnehmer regelrecht ins Schwitzen. War am Samstagvormittag das Wetter noch trocken geblieben, änderte sich das am Nachmittag. »Wir wollten keine Gefahr eingehen«, so Frank Gerhards, »deshalb entschieden wir uns schweren Herzens dazu, vorzeitig abzubrechen.« Die Teilnehmer, die bis dahin ihre Stationen noch nicht beenden konnten, dürfen dies bei der nächsten »Safety Tour« nachholen, die im nächsten Jahr auf der Insel Rügen stattfinden wird. Der Abbruch der Outdoor-Wettkämpfe im Markt sollte am großen Erfolg der Veranstaltung aber nichts ändern. Abends trafen sich dann Teilnehmer und viele Berchtesgadener im Kongresshaussaal zur Benefizveranstaltung.

Lena Bönsch und Sebastian Schelbert, die in ihrem Alltag beide auf Hilfe angewiesen sind, bekommen dank der Spendenbereitschaft nun eine Delfintherapie auf Curacao, auch die Familien dürfen mitfahren. Die Plätze dafür sind rar, die Wartezeiten lang. Nächstes Jahr soll es soweit sein. Kilian Pfeiffer