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Sportlich durch den Schulalltag

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Die Freude war groß: Am Ende der Veranstaltung bekam jeder Teilnehmer eine Urkunde. (Foto: Pfeiffer)

Berchtesgaden – »Lernen braucht Bewegung – Fit und clever in der Schule« hieß das Projekt, an dem 3 193 Schüler an 23 Schulen des Landkreises teilgenommen haben.


Bei der Abschlussveranstaltung am Dienstagmittag im Gymnasium Berchtesgaden gab es vor 500 Schülern die Urkunden für eine erfolgreiche Teilnahme. Skeleton-Profi Anna Fernstädt stand den Schülern Rede und Antwort.

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Im zweiten Jahr des über fünf Jahre angesetzten Projekts »Fit und clever in der Schule« war ein vierköpfiges Studententeam der TU München von März bis Juni an 23 teilnehmenden Schulen zu Gast. Lena Gruber von der Gesundheitsregion plus des Berchtesgadener Landes lobte die rege Teilnahme und fasste das Projektjahr zusammen.

Gemeinsam mit den verantwortlichen Lehrern wurden im Sportunterricht verschiedene sportmotorische Fitnesstests zur Kraft und Ausdauer durchgeführt. So mussten die Schüler in einer vorgegebenen Zeit Liegestütze machen, sich im Standweitsprung versuchen oder ihre Handkraft testen. Im Pendellauf ging es auf die 20-Meter-Bahn, die so oft als möglich absolviert werden musste. Ziel des sportlichen Einsatzes war es, »die Kinder und Jugendlichen für ihre eigene Fitness zu sensibilisieren und sie allgemein zu mehr Bewegung in der Schule und in der Freizeit zu motivieren«, fassten die TU-Studenten während der Abschlussveranstaltung zusammen.

Ein guter Fitnesszustand wirke sich positiv auf das gesundheitliche Wohlbefinden und ein gesundes Aufwachsen aus. Nicht zuletzt hätten regelmäßige Bewegung und Sport einen positiven Einfluss auf die schulischen Leistungen. Mit den Daten aus dem Fünf-Jahres-Projekt soll neben einem Querschnitt der Entwicklungsverlauf der sportmotorischen Fähigkeiten untersucht werden, was wiederum Grundlage für die Entwicklung gezielter Angebote zur Gesundheits- und Bewegungsförderung im Kindes- und Jugendalter ist.

Auch Anna Fernstädt, Skeleton-Profi vom WSV Königssee, hat sich bereits in jungen Jahren sportlich betätigt. Zunächst beim Turnen, wie sie vor knapp 500 Schülern verriet. »Als ich dann vor sieben Jahren nach Berchtesgaden kam, habe ich die Kunsteisbahn am Königssee besucht und bin auf Skeleton aufmerksam geworden.« Das Turnen gab sie auf und konzentriert sich seitdem auf den Eiskanalsport. In einem kurzen Rückblick ließ sie ihre ersten Karrierejahre Revue passieren. Ihr großes Ziel sei es, nächstes Jahr in Pyeonchang bei den Olympischen Spielen anzutreten.

In einer intensiven Fragerunde wurde sie von den anwesenden Schülern regelrecht mit Fragen bombardiert: Wie gefährlich ist Skeleton eigentlich? Wie lange dauern die täglichen Trainingseinheiten? Und überhaupt: Wie viel verdient Anna Fernstädt mit dem Sport? »Leben kann ich davon nicht«, sagte die angehende Polizeimeisteranwärterin, die in Ainring ihre Ausbildung absolviert und für den Sport einen Großteil der Zeit freigestellt ist. Richtige Vorbilder habe sie keine, die Berchtesgadenerin Anja Selbach, die ebenfalls erfolgreich im Skeleton war, sei aber jemand, an dem man sich orientieren könne. Welche Hobbys sie neben dem Sport betreibe, wollte ein Schüler wissen: »Ich habe einen Hund, bin viel bei meiner Familie und treffe mich gerne mit Freunden«, so Fernstädt. Natürlich interessierten sich die Schüler auch für Fernstädts schulische Laufbahn: Sie hat vor zwei Jahren ihr Abitur auf der Christophorusschule am Obersalzberg gemacht – mit einem Abitur-Schnitt von 2,1, wie sie verriet. Dafür erhielt sie lauten Beifall.

Am Ende der Veranstaltung verteilte Fernstädt gemeinsam mit den Studenten der TU München die Urkunden klassenweise. Die Gesamtergebnisse aus dem zweiten Projektjahr werden aktuell an der TU München ausgewertet und zu Beginn des nächsten Schuljahres veröffentlicht. Das Projekt wird auch in den nächsten drei Jahren mit Mitteln der Berchtesgadener Landesstiftung gefördert und an den Landkreisschulen durchgeführt. Kilian Pfeiffer

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