Bildtext einblenden
Staatssekretärin Dr. Bärbel Kofler beim Besuch einer Dorfgemeinschaft in Nepal, die es geschafft hat, den sinkenden Grundwasserspiegel wieder anzuheben. (Foto: privat)

Staatssekretärin Dr. Bärbel Kofler auf Informationsreise in Bangladesch und Nepal: Mindestlohn von 81 Euro pro Monat

Berchtesgadener Land – Seit vielen Jahren setzt sich die heimische Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Kofler für die Einhaltung von Menschenrechten in den weltweiten Lieferketten ein. Das ab dem 1. Januar 2023 in Kraft tretende »Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz« ist für sie »ein wichtiger Meilenstein«. In ihrer Funktion als Parlamentarische Staatssekretärin im Entwicklungsministerium reiste Kofler nun nach Bangladesch, um sich vor Ort zu informieren, wie weit die Produzenten, Exporteure und Marken darauf vorbereitet sind.


»Seit dem Einsturz der Textilfabrik in Rana Plaza vor fast zehn Jahren ist viel geschehen. Aber wir können noch nicht zufrieden sein: Der Mindestlohn von umgerechnet etwa 81 Euro im Monat reicht in Bangladesch nicht zum täglichen Leben. Hier müssen alle noch mehr tun«, so Kofler.

»Bangladesch gehört zu den zehn Ländern, die weltweit am stärksten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind. Bis zum Jahr 2050 könnten 20 bis 30 Millionen Menschen innerhalb Bangladeschs ihre Heimat verlassen müssen, weil ihr Land überflutet wird oder ihre Böden versalzt sein werden. Wir in den Industrieländern tragen eine besondere Verantwortung. Aus diesem Grund hat Deutschland Bangladesch eine Klima- und Entwicklungspartnerschaft angeboten, um gemeinsam intensiver an Lösungen zu arbeiten. Auf meiner Reise habe ich Menschen getroffen, die bereits jetzt ihre Heimat verloren haben und durch die Unterstützung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit eine neue Existenz aufbauen konnten. Mit der Regierung konnte ich darüber sprechen, wie wir Bangladesch beim schnelleren Ausstieg aus fossilen Energieträgern unterstützen können«, erläuterte die heimische Abgeordnete.

Von Bangladesch ging es für die Staatssekretärin weiter nach Nepal. Im Fokus standen dort Gespräche zur Fortführung der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit. »In meinen Gesprächen ging es um die Unterstützung bei der Armutsbekämpfung, Förderung der Energieversorgung, Umsetzung einer feministischen Entwicklungspolitik und Stärkung des Gesundheitssystems. Im Gesundheitsbereich gibt es Positives zu berichten: Auch dank der deutschen Unterstützung durch Logistik und Impfstoffspenden hat Nepal eine Impfquote von etwa 87 Prozent vollständig geimpfter Bevölkerung gegen das Coronavirus erreicht«, so Kofler. Die heimische Abgeordnete besuchte zwei Krankenhäuser, eines davon konnte nach einem schweren Erdbeben 2015 mit deutscher Unterstützung neu gebaut werden.

In der alten Königsstadt Bhaktapur besichtigte Kofler eine Berufsschule, in der beispielsweise Friseurinnen, Schneiderinnen, Metallgießer und Steinmetze ausgebildet werden. Die Schule wurde mit deutscher Unterstützung, unter anderem auch der des Rotary Clubs Traunstein, im Jahr 2018 eröffnet und bietet nepalesischen Schulabgängern gute Chancen, mit ihrer dort erworbenen beruflichen Ausbildung später ihren Lebensunterhalt verdienen zu können. Sowohl Nepal als auch Bangladesch sind vom Klimawandel stark betroffen, daher war der Umgang mit den sich verändernden klimatischen Bedingungen in vielen Gesprächen vor Ort wichtiges Thema.

Am letzten Tag ihrer Reise konnte Kofler in Nepal eine Dorfgemeinschaft besuchen, die es geschafft hat, den sinkenden Grundwasserspiegel wieder anzuheben. Seitdem liefern ehemals ausgetrocknete Quellen wieder ganzjährig Wasser. »Dieses gemeinsame Projekt von EU, Finnland und Deutschland hilft den Menschen ganz substanziell und ist ein positives Beispiel für klimaresiliente Landwirtschaft«, so Kofler.

fb