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Stefan Punz junior bleibt Kommandant der Königsseer Feuerwehr

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Mit großer Freude nahm die Freiwillige Feuerwehr Königssee mehrere junge Burschen in ihre Reihen auf.
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Mehrere verdiente Feuerwehrleute wurden für ihre Arbeit und Treue zur Feuerwehr Königssee ausgezeichnet. Fotos: Anzeiger/Wechslinger

Schönau am Königssee – Stefan Punz junior hält auch die nächste Amtsperiode die Fäden als Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Königssee zusammen. Dies ergaben die Neuwahlen auf der Generalversammlung im Hotel »Bergheimat«. In den Vorträgen der Verantwortlichen wurde darüber hinaus deutlich wie wichtig in der Gemeinde Schönau am Königssee zwei Feuerwehren sind. Dies zeigen auch erste Erkenntnisse des Feuerwehr-Brandschutzbedarfsplanes, der den Bürgern nach den Kommunalwahlen offeriert werden soll.


Bürgermeister Stefan Kurz hielt in seiner letzten Generalversammlung Rückschau auf 30 Jahre Zusammenarbeit mit seiner Feuerwehr. Er habe viele schöne, aber auch dramatische Stunden erlebt. Eine seiner größten Freuden sei die Gründung der Musikkapelle der Freiwilligen Feuerwehr Königssee gewesen, so Kurz, der des Weiteren von 99 Einsätzen im letzten Jahr, darunter 14 Brandeinsätzen, sprach. Insgesamt seien dabei 2 825 Einsatzstunden zusammen gekommen. Dabei erinnerte Kurz auch an das große Hochwasser Anfang Juni, bei dem die Gemeinde Schönau am Königssee zwar relativ unbehelligt geblieben sei, die Feuerwehr Königssee jedoch an anderen brenzligen Orten in Berchtesgaden und im Berchtesgadener Land geholfen habe. »Da ist einmal mehr die Wichtigkeit der Feuerwehr deutlich geworden«, so Kurz, der daraufhin die Wichtigkeit von zwei eigenständigen Feuerwehren im Gemeindegebiet Schönau am Königssee ansprach. Immer wieder gäbe es Meinungen, die dies in Abrede stellten, verstand Kurz nicht und ging einen Schritt weiter. Eine neutrale Institution habe die Notwendigkeit bereits deutlich festgestellt. Auch, dass man den Bau eines neuen Feuerwehrhauses ins Auge fassen müsse, weil das alte nicht mehr den heutigen Anforderungen entspreche, stellte Kurz klar fest.

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Keine Einmischung in den Wahlkampf

Kommandant Stefan Punz junior erinnerte in seinem Rechenschaftsbericht an die vielfältigen Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Königssee. Als ein großes Erlebnis bezeichnete Punz den Besuch in einem BMW-Werk in München, wo verschiedene Fahrzeuge mit den Feuerwehrgerätschaften »zerlegt« worden sind. Dies richtig zu machen, kann gerade bei im Fahrzeug eingeklemmten Personen eine lebensrettende Maßnahme sein. Nachdem Punz einige bedeutende Einsätze Revue passieren ließ, widmete er sich der Erstellung des Brandschutzbedarfsplanes. Dieser Plan werde im Frühjahr veröffentlicht und man sei schon sehr gespannt auf die Inhalte, so Punz, der alles andere als reine Spekulation bezeichnete: »Ich möchte auf keinen Fall, dass wir als Wahlkampfthema für die Kommunalwahlen benützt werden, denn die Feuerwehr ist eine Abteilung der Gemeinde und muss unparteiisch bleiben«. Danach sprach der Kommandant ebenso vom Hochwasser, mit dem es die Feuerwehr ab dem 1. Juni zu schaffen bekam, wie auch von großflächigen Waldbränden, zu denen seine Wehr gerufen worden sei.

Klare Worte fand Stefan Punz junior zu den Helferfesten des Landratsamtes: »Es ist schön, dass an die Helfer und Einsatzkräfte gedacht und ein Fest organisiert wird. Wir helfen gerne, aber das ganze Geld für Orden und Feste wäre bei den Betroffenen besser angelegt«.

Ebenso deutlich sprach der Kommandant über eine Unterlassung seitens der Nationalparkverwaltung. Beim Waldbrand am Simetsberg wurde mit der Nationalparkverwaltung eine mündliche Vereinbarung getroffen, dass die Nationalparkverwaltung den Privathubschrauber bezahlen würde. »Dies wurde jedoch nicht eingehalten und so kostet der Einsatz der Gemeinde nun 55 000 Euro, weil die Kommune für den Brandschutz zuständig ist«, monierte Punz.

Abschließend sprach der Kommandant von 93 Übungen und sonstigen Tätigkeiten mit 2 825 Stunden Arbeit.

Einen Dank für die stets perfekte Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Polizei richtete der stellvertretende Polizeichef der Inspektion Berchtesgaden, Franz Sommerauer, an die Königsseer Wehr.

Neuwahlen, Beförderungen, Ehrungen

Kurz vollzogen Wahlleiter Stefan Kurz mit den Wahlhelfern Franz Graßl und Hannes Rasp die Kommandantenwahl, aus der Stefan Punz mit einem 100-prozentigen Votum hervorging. Der alte und neue Kommandant hatte danach zusammen mit Kreisbrandrat Josef Kaltner und Vorstand Franz Graßl die angenehme Aufgabe Beförderungen und des Weiteren Ehrungen für langjährige Feuerwehrmänner auszusprechen (siehe Kästen).

Vorstand Franz Graßl leitete in den vereinsrechtlichen Teil der Generalversammlung über. Im Rahmen des Totengedenkens erinnerte Graßl an den Feuerwehrkameraden Mathias Hell sowie an Anita Hölzl.

Anschließend thematisierte Graßl die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Kommando und Vorstandschaft. »Ich freue mich schon auf die Zusammenarbeit in den kommenden Jahren«, so Graßl, der danach die gesellschaftlichen Höhepunkte Revue passieren ließ. Einen besonderen Dank richtete der Vorstand an Tambourmajor Edi Breu junior und den Kapellmeister Robert Stelzer für deren unermüdlichen Einsatz um die Musikkapelle der Freiwilligen Feuerwehr Königssee. Lob galt auch den Jugendausbildern. Mit Freude habe er festgestellt, dass wiederum sechs Jugendliche den Weg zur Feuerwehr gefunden hätten.

»Es ist enorm wichtig, dass wir die Jugend für das Ehrenamt begeistern können. Das Freizeitangebot wird immer größer und umso wichtiger ist es, dass wir die Jugendlichen zum Ehrenamt hinführen und so die Funktionsfähigkeit unserer auf Solidarität aufgebauten Gesellschaft sichern können. Ohne das Ehrenamt wäre unsere Heimat sicherlich um Vieles ärmer«, erklärte der Vorstand. Christian Wechslinger