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Steinbock attackiert Mann am Watzmann

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Ramsau (ml/ci) – 17 Retter der Bergwacht Ramsau mussten am Sonntagnachmittag einen schwer verletzten Bergsteiger samt seines Hundes nach einer Steinbockattacke vom Watzmanngrat retten.


Gegen 13.45 Uhr ging für die Bergwacht Ramsau ein Notruf vom Watzmann ein, wo etwa 300 Meter oberhalb des Hauses am Hochstieg ein Bergsteiger mit seinem Hund durch einen Steinbock am Bein verletzt worden war. Der Hund war in Richtung des Steinbockes gelaufen, welcher am Watzmanngrat saß. Daraufhin hatte das Tier den Hund sowie den Bergsteiger attackiert, der dadurch ein Stück abstürzte und sich eine offene Sprunggelenksfraktur zuzog.

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Die Besatzung des Salzburger Notarzthubschraubers »Christophorus 6« brachte Einsatzkräfte der Bergwacht Ramsau bis zum Watzmannhaus und konnte wegen aufziehenden Nebels nur noch einen Retter direkt beim Patienten absetzen. Während »Christophorus 6« nach Salzburg zum Nachtanken flog, stiegen weitere Einsatzkräfte zu Fuß vom Haus in Richtung des Patienten auf, da zunächst unklar war, ob der Verletzte und sein Hund per Tau ausgeflogen werden können oder wegen der Wetterverschlechterung zu Fuß abtransportiert werden müssen. Die Hubschrauber-Crew brachte dann gegen 15.30 Uhr weitere Einsatzkräfte auf den Berg, die den bodengebundenen Abtransport unterstützen sollten, und versuchte, den Rettungstau-Zwischenlandeplatz am Watzmannhaus und die Unfallstelle zu erreichen. Weitere Einsatzkräfte fuhren mit mehreren Motorrädern und Geländefahrzeugen an und stiegen mit zusätzlichem Material weiter zu Fuß auf.

Trotz der umherziehenden Wolken schaffte es die Hubschrauber-Crew kurz nach 16 Uhr, den Verunfallten per Tau aufzunehmen und zum Watzmannhaus zu fliegen. Anschließend wurde der Hund samt einem Bergwacht-Hundeführer mittels Tau zum Kührointhaus geflogen. In einem dritten Flug brachte der Rettungshubschrauber schließlich den verletzten Bergsteiger zum Unfallkrankenhaus nach Salzburg.

Generell waren die Bergwachten im Landkreis am Wochenende mehrmals gefordert (siehe auch Seite 7). Die Bergwacht Berchtesgaden mussten gleich mehrere verletzte Wanderer versorgen und per Geländefahrzeug ins Tal bringen.