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Strom fast zur Hälfte aus erneuerbaren Quellen

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Der Anteil an Erneuerbarer Energie ist in Schönau am Königssee bereits ziemlich hoch. Mit verantwortlich dafür ist das Heizkraftwerk. (Foto: Kastner)

Schönau am Königssee – Rund 47 Prozent ihres Strombedarfs produzieren die Bürgerinnen und Bürger in Schönau am Königssee selbst. »Das ist ein sehr guter Wert«, sagte Manuel Münch, Klimaschutzmanager des Landkreises, am Dienstag bei der Präsentation des Energienutzungsplans im Gemeinderat Schönau am Königssee.


Ausschlaggebend für diesen guten Wert ist vor allem die in der Gemeinde verbreitete und angesiedelte Fernwärme. Dennoch zeigt der Energienutzungsplan, dem das Gremium einhellig zustimmte, bis zum Jahr 2030 weitere Möglichkeiten zur Energieeinsparung auf.

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Bei 1 853 Gebäuden hat man eine Analyse des energetischen Ist-Zustands durchgeführt. Man kam zum Ergebnis, dass sich bis zum Jahr 2030 rund 23 Prozent des Wärmebedarfs bei privaten Haushalten einsparen lassen. Dazu müssten rund 490 Gebäude saniert werden, was einer Sanierungsrate von zwei Prozent entspräche.

Dass die Stromproduktion in der Gemeinde so hoch ist, liegt neben dem Heizkraftwerk auch an drei Wasserkraftanlagen. So stammen 28 Prozent des produzierten Stroms aus Biomasse, 13 Prozent aus Wasserkraft und immerhin noch fünf Prozent aus Fotovoltaik. Auch bei der Wärmeproduktion sieht es in Schönau am Königssee wegen des Heizkraftwerks nicht schlecht aus, 34 Prozent der Wärme werden aus Erneuerbaren Energien erzeugt, der Schwerpunkt liegt aber mit 52 Prozent immer noch beim Heizöl.

In allen Energiebereichen gibt es laut Manuel Münch noch Ausbaupotenzial. Die Solarthermie könnte von 1 035 Megawattstunden pro Jahr (MWh/a) auf 1 550 ausgebaut werden. Bei der Fotovoltaik gibt es ein Ausbaupotenzial von 1 261 auf 3 961 MWh/a. Die Energieerzeugung aus Wasserkraft lässt sich um 1 488 auf 4 805 Megawattstunden erhöhen. Auch beim Heizkraftwerk sieht man noch Entwicklungspotenzial. Bei der Stromerzeugung lässt sich hier noch eine Steigerung um 699 auf 7 686 Megawattstunden und bei der Wärmeerzeugung ein Anstieg um 5 000 auf 15 500 Megawattstunden erzielen.

Insgesamt könnten im Jahr 2030 laut Energienutzungsplan 82 Prozent des Strombedarfs aus Erneuerbaren Energien kommen. Bei der Wärmerzeugung könnten es immerhin 53 Prozent sein.

Auch konkrete Maßnahmen für die Gemeinde werden vorgeschlagen. Dazu gehören: Rathaus (Beleuchtung und Fotovoltaik-Anlage), Gesamtenergiekonzept für Schule und Turnhalle, Installation einer Fotovoltaikanlage zur Stromeigennutzung und Elektroladesäulen am Freibad, Ausbau der Fernwärmeversorgung im Dorf Königssee sowie im Bereich Grünsteinstraße/Vorbergstraße, Energieversorgung von Tankstelle und Werkstatt an der Parkplatzeinfahrt, Fotovoltaik und Solarthermie auf der Heizzentrale der Bioenergie Berchtesgadener Land, Errichtung von Wasserkraftanlagen, Touristinfo Königssee (Fotovoltaikanlage und Erneuerung der E-Tankstelle), Installation von Fotovoltaikanlagen auf Pumpstationen und Straßenbeleuchtung (LED-Technik). Laut Bürgermeister Hannes Rasp wird die Tankstelle in Königssee bereits diese Woche an die Fernwärme angeschlossen. Für die Umstellung der restlichen weißen Lampen im Gemeindebereich auf LED-Technik rechnet man demnächst mit einem Angebot der Firma Bayernwerk. Eine Umstellung auf das mittlerweile veraltete Gelb soll es dann nicht mehr geben.

Manuel Münch wies darauf hin, dass zum Energienutzungskonzept auch die Bereitstellung eines Beratungsangebots gehöre. »Eine energetische Sanierung bietet sich an, wenn am Haus sowieso baulich etwas getan werden muss.« Ulli Kastner