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Struber Jager bewältigen Herausforderung Afghanistan

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Beim Abschreiten der Front im Rahmen des Rückkehrerappells (v.l.): Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp, Oberst Stefan Leonhard und Oberstleutnant Peter Küpper. Fotos: Anzeiger/Wechslinger
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Der Einmarsch der Truppenfahne wurde vom Gebirgsmusikkorps aus Garmisch-Partenkirchen begleitet.
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Der neue Mann an der Spitze des Gebirgsjägerbataillons 232: Oberstleutnant Dirk Bork.
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Oberstleutnant Peter Küpper dreht eine letzte Runde und verabschiedet sich von seinen Struber Jagern.
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Die Erleichterung ist groß: Alle Struber Jager kehrten gesund aus dem Auslandseinsatz in Afghanistan an ihren Standort zurück.

Berchtesgaden – Es gab einen doppelten Anlass für den großen Appell des Bischofswieser Gebirgsjägerbataillons 232 am Donnerstag auf dem Berchtesgadener Schlossplatz. Zum einen empfing man die aus dem zwölften Auslandseinsatz vollzählig zurückgekehrten Soldaten. Und zum anderen übernahm Oberstleutnant Dirk Bork das Kommando über das Bataillon von Oberstleutnant Peter Küpper. Dem Zeremoniell wohnten zahlreiche Ehrengäste, darunter alle Berchtesgadener Bürgermeister, bei. Feierlich umrahmt wurde der Appell vom Gebirgsmusikkorps aus Garmisch-Partenkirchen unter der Stabführung von Oberstabsfeldwebel Helmut Binder.


Marktbürgermeister Franz Rasp drückte in seiner Ansprache die Freude aus, dass alle Einsatzkräfte des Bataillons körperlich unversehrt von einem gefährlichen Einsatz in Afghanistan in die Heimat zurückgekehrt seien. Er habe über die ganze Zeit des Auslandseinsatzes einen Kieselstein in der Hosentasche getragen, um stets an die Soldaten im Einsatz erinnert zu werden. Diesen symbolischen Stein übergab Rasp an den scheidenden Kommandeur Oberstleutnant Peter Küpper mit den besten Wünschen für dessen weitere soldatische Zukunft.

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Bereits Ende Februar sei sein Bataillon nach erfüllten Aufträgen mit allen Teilen unversehrt aus dem Einsatz in Afghanistan zurückgekehrt, sagte der scheidende Kommandeur Peter Küpper. Dort stand nicht der aktive Kampf im Vordergrund, der Auftrag lautete vielmehr, den Rückbau und die Rückverlegung aus Kunduz zu schützen und als schlagkräftige Reserve des Regionalkommandos Nord präsent zu sein. »Wir haben all diese Aufträge in unklarer Lage und unter ständiger Bedrohung durch Angriffe der Aufständischen erfolgreich absolviert«, erklärte Küpper. Als äußeres Zeichen der glücklichen Rückkehr gab der Kommandeur dem Oberstabsfeldwebel Hans Denk ein Edelweiß zurück, das ihm dieser in den Einsatz mitgegeben hatte.

Drei verdiente Feldwebel verabschiedet

Des Weiteren verabschiedete Küpper mit Oberstabsfeldwebel Holzner sowie den Stabsfeldwebeln Hotzler und Merwald drei verdiente Feldwebel aus dem Verband. Holzner und Merwald hatten schon am ersten großen Auslandseinsatz in Somalia teilgenommen.

Peter Küpper freute sich darüber, dass er seine jüngste Verwendung »am schönsten Standort Deutschlands« verbringen konnte. Gleichwohl sei die Zeit vorbeigerauscht und so habe er auch nicht alles erledigen können, was er sich vorgenommen hatte. »Ich wünsche dem Bataillon und dem neuen Kommandeur viel Erfolg und Soldatenglück und hoffe, dass die Zusammenarbeit und der Zusammenhalt innerhalb des Verbandes auch weiterhin so bleiben, wie ich es erleben durfte«, schloss der scheidende Bataillonskommandeur seine letzte Ansprache.

Ungewisse Zukunft

Der aus Berchtesgaden stammende stellvertretende Brigadekommandeur Oberst Stefan Leonhard richtete einen Blick in die Zukunft, die angesichts der Entwicklungen in den zahlreichen Krisenregionen, vor allem in Afghanistan und in der Ukraine, ungewiss sei. Leonhard bezeichnete die Anwesenheit so vieler Gäste bei diesem Appell als große Wertschätzung für die Soldaten.

Das Kommando von Oberstleutnant Küpper sei von zahlreichen besonderen Aufträgen geprägt gewesen, sagte Leonhard. Er erinnerte an ein Winterbiwak im Gebirge bei Durchschnittstemperaturen von minus 25 Grad, an ein besonderes Gefechtsschießen in der Wattener Lizum, an die Durchführung der Alpinwettkämpfe im Rahmen der internationalen Divisionsskimeisterschaften sowie an den Hochwassereinsatz im Juni letzten Jahres.

Orientierung für die Soldaten

Beim Einsatz in Afghanistan sei für Küpper und sein Bataillon am forderndsten und interessantesten die Führung der Northern Reaction Unit mit der Implementierung der zukunftsweisenden Ausrüstung und Ausstattung »Infanterist der Zukunft« als erster Gefechtsverband des Heeres im Einsatz gewesen, wusste Leonhard. Der stellvertretende Brigadekommandeur bescheinigte Küpper, dass er sein Handwerk als militärischer Führer in besonderer Weise verstehe. Küpper habe der Truppe die Richtung vorgegeben – »und er war für die Einsatzkräfte Orientierung«.

Für seine Verdienste im Einsatz, aber auch am Standort überreichte Leonhard dem scheidenden Bataillonskommandeur Peter Küpper die Ehrennadel der Gebirgsjägerbrigade 23. Oberst Leonhard wünschte dem scheidenden Kommandeur viel Soldatenglück für die weitere Verwendung in Calw. Dort wird Küpper seine vielfältigen Erfahrungen im Kommando »Spezialkräfte« einbringen können.

Der neue Kommandeur

Der neue Mann an der Spitze des Bataillons, Oberstleutnant Dirk Bork, kommt aus der Fallschirmjägertruppe und diente nach seinem Pädagogikstudium als stellvertretender Bataillonskommandeur des Fallschirmjägerbataillons 261 Lebach. Seine letzte Verwendung führte den 44-jährigen Pfälzer in den Stab der Gebirgsjägerbrigade 23 nach Bad Reichenhall. »Bork hat sich bei drei Auslandseinsätzen in unterschiedlichen Verwendungen auf dem Balkan und in Afghanistan erfolgreich bewährt«, sagte Oberst Stefan Leonhard. Die neue Verwendung sei eine besondere Ehre, aber auch eine Verpflichtung, erklärte der Oberst.

Als Zeichen eines erfolgreichen Einsatzes wurde Landrat Georg Grabner und den Berchtesgadener Bürgermeistern die Bayernfahne zurückgegeben, die mit im Einsatz war. Danach entband Oberst Leonhard den bisherigen Kommandeur von seinen Aufgaben und übergab das Kommando an den neuen Bataillonskommandeur Dirk Bork. Christian Wechslinger