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Struber Jager vor Rückkehr aus Afghanistan wohlauf

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Berchtesgaden – Nicht nur Bürgermeister Franz Rasp sprach beim Neujahrsempfang von »Erleichterung«. Auch aus den Worten von Major Eike Gudat, der zurzeit das Gebirgsjägerbataillon 232 in der Strub anführt, war Dankbarkeit dafür zu erkennen, dass die noch bis Anfang Februar in Afghanistan eingesetzten Struber Jager bislang keine Verletzten oder gar Gefallene zu beklagen hatten. Diese Erkenntnis stellte die anderen Projekte, auf die beide Redner in ihren Kurzvorträgen zurückblickten, in den Schatten.


Sechs Monate dauert der Einsatz des Gebirgsjägerbataillons 232 in Afghanistan. Der größte Teil davon ist schon vorbei, einige der insgesamt 250 heimischen Soldaten sind bereits in die Heimat zurückgekehrt. »Jetzt geht es um eine letzte Kraftanstrengung, denn bis 8. Februar soll die Masse unserer Soldaten wieder zu Hause sein«, bekräftigte Eike Gudat. Der lud die Bevölkerung bereits jetzt zum großen Rückkehrappell am 15. Mai um 18 Uhr auf den Schlossplatz ein. In dessen Rahmen soll auch das Kommando über das Bataillon von Oberstleutnant Peter Küpper an dessen Nachfolger übergeben werden.

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Küpper selbst meldete sich per aufgezeichneter Videobotschaft aus Afghanistan. Die Gäste des Neujahrsempfangs sahen Bilder des Bataillonskommandeurs zusammen mit der neuen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die kürzlich die Truppe in Mazar-i-Sharif besucht hatte. »Hier sind fast überall Fortschritte erkennbar, doch das Land hat noch einen weiten Weg vor sich«, stellte Küpper fest und resümierte, dass man während des Einsatzes viel Schönes, aber auch Schreckliches gesehen habe.

Bürgermeister Franz Rasp rief in seinem Rückblick die wichtigsten Projekte in den fünf Talkessel-Gemeinden in Erinnerung. In Schönau am Königssee war es der Bau der neuen CJD-Realschule im Schneewinkl, die in Kürze fertiggestellt wird. Außerdem hat die Berchtesgadener Bergbahn AG mit finanzieller Unterstützung von Bund, Land und Deutschem Skiverband für rund 6 Millionen Euro ein Trainingszentrum am Krautkaser mit Vierer-Sesselbahn errichtet. Dass in Schönau am Königssee »nicht nur Hotels abgelehnt, sondern auch genehmigt werden«, beweist laut Rasp der Planungsfortschritt beim »Explorer«-Hotel auf dem Wölflerfeld.

Ramsau war wie andere Gemeinden auch vom Hochwasser Ende Mai/Anfang Juni betroffen. Durch den drohenden Bruch der Seeklause am Hintersee stand die Gemeinde kurz vor der Katastrophe. Anlass zur Freude gab dagegen die Fertigstellung eines Fußreflexzonenpfads am Bergkurgarten. »Insgesamt gibt es in der Ramsau sehr viel bürgerschaftliches Engagement«, lobte Rasp.

Bischofswiesen hatte Unwetterschäden in Höhe von 1 Million Euro zu beklagen. Je eine halbe Million Euro hat man in Kanalerweiterungen und in die Sanierung des Klaushäuslwegs investiert. Im laufenden Jahr stehen in Bischofswiesen der Umbau des alten Feuerwehrhauses und die städteplanerische Gestaltung des Ortszentrums an.

In Marktschellenberg war durch das Unwetter vor allem die Almbachklamm zerstört, was massive Anstrengungen zum Wiederaufbau notwendig machte. Höhepunkte in der Grenzgemeinde waren im abgelaufenen Jahr der Anbau einer neuen Kinderkrippe an den Kindergarten sowie die verschiedenen Kanalbaumaßnahmen wie die am Barmstein.

Am stärksten vom Unwetter betroffen war die Marktgemeinde Berchtesgaden, wo Schäden in Höhe von rund 2 Millionen Euro entstanden. Hier sind außerdem das Schülerforschungszentrum und die neue Breitwiesenbrücke entstanden. Über das Schülerforschungszentrum hat der Landkreis die Trägerschaft übernommen. An der Grundschule wurden die Klassenzimmer renoviert. Für Gelächter im Publikum sorgten die Probleme mit dem neuen Bahnhofsklo. »Das Problem ist, dass wir uns da an alle Normen und Regeln gehalten haben – und jetzt kommt keiner mehr rein«, schmunzelte Rasp. Man werde sich bemühen, die Toilette bedienbarer zu machen, dafür wolle man »den neuen Marktbaumeister zum Türöffnerspezialisten weiterbilden«. Froh ist man im Markt dagegen über den Weiterbetrieb der Kälbersteinschanzen bis zum Jahr 2018 und über die weitgehende Fertigstellung des »Hauses der Berge«.

Zu den Projekten der Tourismusregion zählt die Sanierung der Watzmann Therme nach dem Brand. »Es war ein Kraftakt, dass wir das Bad noch vor Weihnachten öffnen konnten«, sagte Franz Rasp und versprach, dass an verschiedenen Punkten noch nachgebessert werde. Viel geschehen wird in Kürze auch im Kongresshaus, wo nach Pfingsten die Umbauarbeiten beginnen sollen. Rasp geht davon aus, dass die Bauarbeiten eineinhalb Jahre dauern werden.

Worte des Dankes richtete Bürgermeister Rasp schließlich noch an seine Bürgermeisterkollegen Stefan Kurz aus Schönau am Königssee und Toni Altkofer aus Bischofswiesen, die nach 30 beziehungsweise zwölf Jahren bei den kommenden Wahlen nicht mehr antreten werden. »Ihr habt beide in euren Gemeinden viel geleistet«, lobte Rasp und löste damit beim Publikum lautstarken Applaus aus. Der letzte Dank des Marktbürgermeisters aber ging an alle Ehrenamtlichen im Landkreis. Stellvertretend für sie erwähnte Rasp die stolze Zahl von 22  614 Einsatzstunden, die alleine die Feuerwehren des südlichen Landkreises im Jahr 2013 geleistet hätten. Ulli Kastner