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Tanzend und fastend zur inneren Mitte finden

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Die Teilnehmer bei einem bolivianischen Tanz, bei dem in meditativer Form ein Kreuz getanzt wird. (Foto: Mergenthal)

Marktschellenberg – »Wir kommen von der äußeren Bewegung in eine innere Bewegung«, sagt Heilpraktikerin Gertraud Graßl.


Ein Dutzend Interessierte sind am Dienstagabend im Turnsaal zusammengekommen, um mit Graßl in meditativen Tänzen die innere Mitte wieder zu finden. Dieser Abend im Rahmen der »Marktschellenberger Gesundheitswochen« zeigte, dass die Freude, die beim Tanzen entsteht, beim Fasten und Entschlacken richtig gut tut, und stimmte thematisch auf Ostern ein.

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Die Teilnehmer waren bunt gemischt: Mütter, Seniorinnen, ein Senior und auch berufstätige Frauen waren darunter. Graßl zeigte ihnen einfache Schritte, die jeder schnell ohne viel Kopfarbeit oder Verrenkungen nachmachen konnte. »Alles, was anders ist als normales Gehen, ist neues Futter für das Gehirn«, sagte die Leiterin des Abends. Man solle also die Wirkung kleiner und einfacher Bewegungen nicht unterschätzen.

»Es geht darum, aus dem Gedankenkarussell herauszukommen und zur inneren Ruhe zu finden.« Weil das Leben wie ein Kreis ist, in dem man immer wieder vor der Herausforderung stehe, sich zu zentrieren, hatte sie eine rote Ranunkel in einem Pflanzkorb in die Mitte gestellt.

Zunächst demonstrierte Graßl die »richtige« Handhaltung und erklärt, dass normalerweise immer in Tanzrichtung, das heißt gegen den Uhrzeigersinn, gegangen wird. Den Trockenübungen folgte die Umsetzung mit Musik.

Im Begrüßungstanz nach dem uralten »Enas Mythos« aus Griechenland gingen alle immer einen Schritt aufeinander zu und einen Schritt gemeinsam in Tanzrichtung, sodass ein engerer Kreis entstand. Das Zurückgehen zum Ausgangskreis symbolisiert das Zurückziehen auf sich selber. Zum Schluss gehen alle einen Schritt alleine – die Grundbewegungen des Lebens und Zusammenlebens. Das zweifache Wiegen zwischen den Schritten erdet.

Ein getanztes Kreuz aus Bolivien, ein Harmonie-Tanz aus Griechenland und ein »Gruß an den Frühling« mit den Bewegungen einer im Wind wiegenden Ulme machten die ganze Vielfalt der ruhigen Kreistänze deutlich. Wenn jemand aus dem Rhythmus kam, machte das nichts: Er wurde von der Gruppe aufgefangen und kam bald wieder in die einfache Schrittfolge hinein.

In die Tiefe ging für viele der krebsgangartige Schritt – zwei Schritte vor und einer zurück – eines Prozessionstanzes der Frauen am Kreuz Jesu zu den Klängen eines Schweizer Alphorns. Der Schritt zurück löse immer wieder eine Rückbesinnung zur eigenen Mitte aus. Jeder Tänzer ging in diesem Schritt frei im Raum umher. Mit zwei Kreistänzen klang der wohltuende Abend aus.

Eröffnet worden waren die Marktschellenberger Gesundheitswochen vor etwa 45 Besuchern von Bürgermeister Franz Halmich, der Ärztin Dr. Caren Lagler, Landwirt Thomas Winkler, der vom Anbau seiner Biokartoffeln erzählt hatte, und Gerti Obermaier, die die Kartoffelkur in bewährter Weise fertig gekocht anbietet. Die Gesundheitswochen finden schon seit 1982 in dem heilklimatischen Kurort statt.

Zu den Veranstaltungen kann man sich entweder bei der Touristinfo unter 08650/98830 anmelden oder per E-Mail an touristinfo@marktschellenberg.de oder spontan hinkommen. Am heutigen Donnerstag, 23. März, um 19 Uhr ist im Mehrzweckraum ein Vortrag des Biologen Dr. Michael Bannert zum Thema »Gesund und fit mit Beerenkräften« und am Freitag, 24. März, trifft man sich um 14.30 Uhr mit Evi Hajek an der Praxis Dr. Lagler zu einer Kräuterwanderung. Gymnastik mit dem Rodondo-Ball leitet Irene Eder am Montag, 27. März, um 19 Uhr im Turnsaal.

Sein Buch zum Thema »Hilfe bei Arthrose und Schmerzen« stellt Burkhard Hock am Dienstag, 28. März, um 19 Uhr im Mehrzweckraum vor. Mit Qi Gong unter Leitung von Karin Amort kann man am Mittwoch, 29. März, um 17.30 Uhr im Turnsaal entspannen. Am selben Tag hält Heilpraktiker Andreas Fuchs im Mehrzweckraum einen Vortrag zum Thema »Vitamin D und Mineralien« und am Folgetag um 19 Uhr erklärt er die Bedeutung der Körpersymmetrie. Mit einem Kreislauftraining mit Puls- und Körperfettmessung am Freitag, 31. März, um 15 Uhr in der Praxis Dr. Lagler und einem Abschlussessen im Pfarrheim am 1. April klingen die Tage aus. Veronika Mergenthal