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Gerät taucht 70 Meter ab – Gemeinsame Übung von Entwicklern und Rettern

Tauchroboter im Königssee getestet

Berchtesgadener Land – Die Retter des Berchtesgadener Landes haben kürzlich am Königssee erfahren, wie ein Tauchroboter funktioniert. Gerade bei größeren Tiefen kann der Roboter im Gegensatz zum Mensch seine Stärken ausspielen. Firmenvertreter des Kompetenznetzwerks »ROBOS«, Robotische Systeme für Feuerwehren und Rettungsdienste, einem Service der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) Berchtesgadener Land, demonstrierten das Gerät.

Die Einsatzkräfte der Wasserwacht und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft überzeugten sich bei der Übung auf dem Königssee von den Vorteilen des Tauchroboters (v. l.): Richard Auer von der Wasserwacht Berchtesgaden, Axel Seiz vom DLRG-Landesverband Bayern, »ROBOS«-Mitglied Manuel Wagner, Alexander Gottschalk vom DLRG-Landesverband Bayern und »ROBOS«-Mitglied Gerhard Danzl. (Foto: privat)

Bei der Bergung von Menschen aus eisigen Gewässern zählt jede Sekunde. Tauchroboter, die entweder komplett eigenständig oder zusammen mit Booten und Tauchern eingesetzt werden, sollen zukünftig die Rettung erleichtern.

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»Mit einer Einsatztiefe von bis zu 200 Metern, der vollen dreidimensionalen Manövrierfähigkeit und Orientierung in alle Richtungen sowie einer unabhängigen Stromversorgung sind dem Tauchroboter so gut wie keine Grenzen gesetzt«, erklärte »ROBOS«-Mitglied Manuel Wagner. Mitten auf dem Königssee stellte er den Vertretern der »Schnellen Einsatzgruppe Information und Kommunikation« des Bayerischen Roten Kreuzes Ainring, der Berchtesgadener Wasserwacht und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft »DLRG« Bayern einen Tauchroboter vor, den seine Firma bereits heute Rettungsorganisationen zur Verfügung stellt.

Tauchgang in 70 Metern Tiefe

Ausgestattet ist er mit einer hochauflösenden Kamera und einem modernen Positionierungssystem, mit denen er Versunkene oder Gegenstände ortet. Gesteuert wird der Tauchroboter an einem 300 Meter langen Steuerkabel per Steuerungskonsole.

Während der Übung im Königssee drang der Tauchroboter auf eine Tiefe von 70 Metern vor und lokalisierte das zuvor versenkte Objekt ohne Probleme. Der integrierte Greifarm ermöglicht nach erfolgreicher Suche eine präzise Bergung. Übertragen wird das Geschehen per Internet zum Einsatzleitwagen des BRK.

Enge Zusammenarbeit mit künftigen Anwendern

Die zuschauenden Retter waren beeindruckt. Dennoch hatten sie noch zahlreiche Wünsche an die ROBOS-Fachleute. »Durch eine sensorische Steuerung würde der Grundabstand konstant gehalten. Der Roboterpilot hätte so eine bessere Übersicht über das Suchgebiet«, sagte zum Beispiel der Technische Leiter der Wasserwacht Berchtesgaden Franz Kurz.

Thomas Leitgeb, ROBOS-Netzwerkmanager bei der WFG BGL hörte diese Verbesserungsvorschläge gerne. »Wir arbeiten bei der Entwicklung eng mit den künftigen Anwendern zusammen. Deshalb sind diese gemeinsamen Übungen so wichtig. Hier erfahren wir, wo Bedarf besteht.« Eine Kemptener Firma hat WFG-Netzwerkmanager Leitgeb im Januar mit ins heimische ROBOS-Netzwerk geholt. »Auf diesem Know-How können wir weiter aufbauen. Für uns zählt, Robotik-Teillösungen wie Kameras, Sensorik oder Datenübertragung weiter zu optimieren und das zu einem bezahlbaren Preis. Eine gute GPS-Lösung liegt heute immer noch im fünfstelligen Bereich.« fb