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Teer raus oder »Zucker drüber«

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So schaut's aus: Staatsforsten-Chef Martin Neumeyer zeigt einen Plan, auf dem die betroffenen Kehlsteinwege eingezeichnet sind.
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Auf den Weg gebracht: Rosi Plenk und Dr. Bartl Wimmer (M.) von der Bürgerinitiative freuen sich mit Landrat Georg Grabner (r.) über die gemeinsame Strategie bei der Sanierung der Kehlsteinwege. Mit auf dem Bild ist Landratsamt-Pressesprecher Stefan Neiber. (Fotos: Fischer)

Berchtesgaden – Asphalt oder Kies? Das Zweitgutachten für die umstrittene Sanierung der Kehlsteinwege (wie mehrmals berichtet) kommt. Das hat Landrat Georg Grabner bei einer Pressekonferenz im Landratsamt am gestrigen Montagmorgen verkündet. An der Konferenz nahmen auch Vertreter der Bayerischen Staatsforsten und der Bürgerinitiative zum Erhalt der Kehlsteinwege teil. In Kürze startet die Ausschreibung des Gutachtens, im Frühjahr soll es vorliegen.


Fünf Gutachter sollen zunächst ein Angebot abgeben. Nachdem sich der Auftraggeber, also die Bayerischen Staatsforsten, für das Wirtschaftlichste entschieden haben, legen die Forsten gemeinsam mit dem Landratsamt und der Bürgerinitiative das Untersuchungskonzept fest. »Wir haben im vergangenen halben Jahr eine gemeinsame Basis dafür erarbeitet«, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Bayerischen Staatsforsten, Martin Neumeyer. Liegt das Gutachten vor, überlegen sich die drei Parteien, was mit den Kehlsteinwegen genau passieren wird. Das oberste Ziel: »Wir müssen Schäden für Mensch und Umwelt ausschließen«, so Landrat Grabner.

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Den Bayerischen Staatsforsten geht es im Wesentlichen, und das betonte Neumeyer mehrmals, um fünf der insgesamt 13 Kilometer langen Wege. Denn die müsse der Forstbetrieb Berchtesgaden nutzen. Dabei gehe es laut Neumeyer nicht um wirtschaftliche Aspekte, sondern um die Erfüllung der gesetzlichen Schutzaufgaben. Das sei zum einen der nachhaltige Waldumbau, um den Anforderungen des Klimawandels gerecht zu werden. Zum anderen würden die Wege zur Beseitigung von Sturm- und Borkenkäferschäden gebraucht. Daher ist eine weitere Forderung der Staatsforsten eine Mindestbreite der Wege von drei Metern.

Dr. Bartl Wimmer von der Bürgerinitiative, die in diesem Fall auch die Interessen des Deutschen Alpenvereins, der Grünen und des Bundes Naturschutz vertritt, freute sich über die gute Zusammenarbeit mit dem Landratsamt und den Staatsforsten. Er betonte, dass es in Deutschland nach wie vor viele Teerstraßen gebe. Gängige Vorgehensweise dabei sei die Versiegelung, die »Überzuckerung«, wie sie Dr. Wimmer nannte. Denn ein Ausbau des Materials sei aus Gesundheits- und Umweltschutzgründen bedenklich. Deshalb plädierte er im Namen der Bürgerinitiative für einen Bestandserhalt.

Besonders für den Streckenabschnitt zwischen Scharitzkehl und Ligeret sollen historische Ingenieursbauten erhalten bleiben. Christian Fischer