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Teilweise »massive Beschimpfungen« durch Autofahrer

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Die Kommandanten und die Vorstandschaft der Freiwilligen Feuerwehr Berchtesgaden freuen sich mit den ausgezeichneten und beförderten Feuerwehrmännern.
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Kreisbrandrat Josef Kaltner zeichnete Thomas Springl (r.) als »Partner der Feuerwehr« aus. (Fotos: FFW Berchtesgaden)

Berchtesgaden – Von den schönen Festakten zum 150. Jubiläum bis zu der ärgerlichen Tatsache, dass Einsatzkräfte von Autofahrern beschimpft und angegriffen werden, reichten die Themen bei der Jahreshauptersammlung der Freiwilligen Feuerwehr Berchtesgaden. Diese fand am Samstag im Kongresshaus Berchtesgaden statt. Die Kommandanten sowie die Vorstandschaft präsentierten weiters interessante Fakten zu den geleisteten Einsatz- und Ausbildungsstunden und hielten Rückschau auf das letzte Vereinsjahr. Auch im Jubiläumsjahr der Freiwilligen Feuerwehr Berchtesgaden waren die Einsatzzahlen wiederum auf einem sehr hohen Niveau.


Nach dem Totengedenken gab Marktbürgermeister Franz Rasp nach seinen Grußworten einen Ausblick auf den letzten Bauabschnitt des Berchtesgadener Feuerwehrhauses, der 2017 begonnen und auch fertiggestellt werden soll. Der Gemeinderat hatte die Haushaltsmittel in Höhe von etwa 1 Million Euro dafür einstimmig genehmigt. Jedoch muss der Kauf eines Tanklöschfahrzeugs verschoben werden.

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Erster Kommandant Thomas Pfnür ging zu Beginn seines Rechenschaftsberichtes auf einige Schlagworte ein, die die Feuerwehr im vergangenen Jahr beschäftigt haben: So die Planung für den letzten Bauabschnitt des Feuerwehrhauses und eine Überlastung der Wehr durch immer weitere Aufgaben, die auf die ehrenamtlichen Kräfte übertragen werden. Dabei nannte Pfnür Sicherheitswachen, Tagesalarmstärke, eine immer umfangreichere Gerätewartung und Prüfpflichten. Beim Thema Tagesalarmstärke richtete der Kommandant einen Dank an die Arbeitgeber der ausrückenden Feuerwehrkräfte.

Als ein Problem nannte Pfnür, dass Einsatzkräfte zum Beispiel bei Unfällen teilweise massiv von Verkehrsteilnehmern beschimpft oder sogar angegriffen würden. Derartige Auswüchse könnten nicht mehr toleriert werden, so der Kommandant.

Derzeit leisten 138 Frauen und Männer Dienst in der Hauptwache. Davon sind 82 Aktive, neun sogenannte Doppelausrücker und 47 Jugendliche. Weiters sprach Thomas Pfnür von 243 Einsätzen, bei denen die Einsatzkräfte 3 902 ehrenamtliche Einsatzstunden geleistet hätten. Dies bedeute gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von 19 Prozent.

Der Kommandant listete in seinen Ausführungen die gesamte Bandbreite der Arbeiten auf, wie Wohnungsöffnungen, Sturmeinsätze, das Beseitigen von Ölspuren, Einsätze nach Verkehrsunfällen, Brandeinsätze, BMZ-Alarme bis hin zu einem Gefahrguteinsatz und Amtshilfe der Polizei.

233 Übungen und fast 15 000 ehrenamtliche Stunden

Zweiter Kommandant Christian Buchwinkler ging in seinem Bericht auf 233 Übungen mit insgesamt 5 468 Dienststunden ein. Durchschnittlich bedeute dies alle 1,63 Tage einen Übungsdienst. Zusätzlich zu Einsätzen und Übungen werden auch noch etwa 5 500 Stunden Verwaltungsdienste, Pflege, Wartung und sonstige Arbeiten geleistet. Insgesamt forderte dies von den Feuerwehrleuten 14 871 ehrenamtliche Stunden Dienst am Nächsten.

Im Folgenden beförderten die Kommandanten die Kameraden Martin Möller und Sebastian Ruhland zu Löschmeistern sowie die Zugführer Georg Kastner, Peter Malcher und Josef Walch jun. zu Brandmeistern. Für 15 Jahre aktiven Dienst wurden Christian Hallinger, Martin Möller, Hermann Reichlmeier jun. und Michael Schmutzler mit einer Urkunde bedacht. Kreisbrandrat Josef Kaltner zeichnete Thomas Springl für dessen Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements der Feuerwehrleute mit der Auszeichnung »Partner der Feuerwehr« des Landesfeuerwehrverbandes aus.

Christian Pfnür-Rosenberger erhielt vom Kreisbrandrat das silberne Ehrenzeichen des Freistaats Bayern für 25 Jahre aktiven Dienst. Harald Aschauer, Albert Hupfer und Konrad Kurz blicken schon auf 40 Jahre aktiven Dienst zurück und wurden dafür mit dem Ehrenzeichen in Gold bedacht.

Im Anschluss hielt Vereinsvorsitzender Mario Kirchhoff Rückschau auf das 150. Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Berchtesgaden und erinnerte dabei an die einzelnen Veranstaltungen. Das Festjahr begann mit der Sonderausstellung »Eine Zeitreise mit der Berchtesgadener Feuerwehr« im Museum Schloss Adelsheim. Anfang Mai fand das Florianiamt mit Totengedenken statt, später am Vatertag gab es einen »Tag der offenen Tür«. Es folgten ein »Historischer Feuerwehrtag«, ein großer Festabend und ein Festtag am Sonntag. Alle Veranstaltungen waren von den jeweiligen Altersgruppen perfekt vorbereitet und sehr gut besucht.

Erster Schriftführer Michael Mistlbacher hielt in seinem Bericht Rückschau auf die Teilnahme an zwei Feuerwehrjubiläen. Die Berchtesgadener Feuerwehr war auch beim Ganghofer- und Kraxn-Sonntag vertreten. Verschiedene Gruppen waren beim Leistungsbewerb in Sterzing/Südtirol und beim Leistungsabzeichen »Die Gruppe im Löschangriff« erfolgreich, berichtete der Schriftführer. Ein sportlicher Höhepunkt sei das mittlerweile schon traditionelle Eishockey-Länderspiel gegen die Patenwehr aus Hallein.

Als immer wichtiger betrachtet Mistlbacher den Facebook-Auftritt der Wehr. Mittlerweile hätten fast 2 000 Nutzer auf der Seite auf »Gefällt mir« geklickt. Mit dem kritischen Bericht über Verkehrsteilnehmer, die Einsatzkräfte angreifen, erreichte man über 55 000 Facebook-Nutzer.

Die Wichtigkeit des Nachwuchses

Eine gute und fundierte Ausbildung bildet die Grundlage für eine auch in Zukunft schlagkräftige Einsatzmannschaft, so Kirchhoff, der von einem Infoabend für die Jahrgänge 2001/02 sprach, nach dem sich zahlreiche Jugendliche für den Dienst in der Feuerwehr entschieden hätten. Erst kürzlich legten 90 Jugendliche aus den Feuerwehren Berchtesgaden, Bischofswiesen, Königssee und Marktschellenberg erfolgreich den Wissenstest 2016 in den verschiedenen Stufen ab.

Erster Kassier Markus Heiss berichtete, dass dank der Hilfe der Spender und Förderer des Vereins zahlreiche Ausrüstungsgegenstände angeschafft werden konnten. Kassenprüfer Thomas Fritsch bestätigte die einwandfreie und sorgfältige Arbeit des Kassiers. So wurde dem Kassier und der Vorstandschaft Entlastung erteilt.

Es folgten die Neuaufnahmen. In einem feierlichen Akt mit Gelöbnis wurden Jessica Buchholtzer, Marlena Fleimisch, Sophie Fleimisch, Hannah Geiger, Andre Hasenknopf, Maria Theresa Murf, Maximilian Papstdorf, Anna Maria Parra Sanchez, Vivien Pfaff, Alina Skriwan, Jana Warschkau, Joshua Woodcock und Justin Zeiß als neue Kameraden aufgenommen.

Ortsfeuerwehrkommandant Brandrat Josef Tschematschar jun. aus Hallein, der neue Berchtesgadener Polizeichef Willi Handke und Dr. Reinhard Reichelt als Vertreter des BRK sprachen Gruß- und Dankesworte für eine auch weiterhin gute Zusammenarbeit.

Schließlich wurde Albert Hupfer, der von 1990 bis 1996 Vereinsvorsitzender war, für seine Leistungen und sein kameradschaftliches und vorbildliches Verhalten zum Ehrenmitglied ernannt. Der Ausgezeichnete war schon für das 125. Feuerwehrjubiläum verantwortlich und brachte sich auch zum 150. mit der Vorbereitung und Organisation des Festsonntags in das Jubeljahr ein. Christian Wechslinger