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Teisendorf hat neue Forstdienststelle

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Der Förster Otto Ertl in seinem neuen Teisendorfer Büro mit einer Karte aller FFH-Gebiete in seinem Forstrevier. (Foto: Mergenthal)

Teisendorf – Die neue Forstdienststelle in Teisendorf hat seit kurzem ihren Betrieb aufgenommen. Angemietet ist das Büro an der Freidlinger Straße 6 vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein bereits seit Jahresanfang. Nachdem nun auch der Internetanschluss fertiggestellt ist, kann Revierleiter Otto Ertl in Teisendorf hier seine Bürotätigkeit aufnehmen.


Bürgermeister Thomas Gasser zeigte sich erfreut über die neue Fachstelle in seiner waldreichen Gemeinde. Ertls Revier umfasst die Städte Freilassing und Laufen sowie die Gemeinden Saaldorf-Surheim, Ainring und Teisendorf. Die gesamte Högl-Nordseite und der Teil des Teisenbergs auf Teisendorfer Gemeindegrund gehören dazu. Außerdem hat er die Hoheit über den Staatswald am Teisenberg, im Schönramer Filz und in den »Saalforsten« zwischen St. Martin bei Lofer und Leogang. Letztere liegen zwar auf österreichischem Staatsgebiet, gehören jedoch den Bayerischen Staatsforsten, der folglich auch dort die Einnahmen aus dem Holzverkauf erhält.

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Der Ramsauer Otto Ertl war seit 2000 am Forstamt Berchtesgaden tätig. Nach der Forstreform 2005 war er bis 2016 Revierleiter in Berchtesgaden. Danach hatte er sein Büro ein Jahr lang als Leiter des so genannten »Forstreviers Freilassing« in einem Freilassinger Forsthaus, das dem Freistaat gehört. Da dieses Forsthaus nun für andere Zwecke benötigt wird, zog das Büro nach Teisendorf um. Das Revier heißt nun »Forstrevier Teisendorf«. Da seine Ehefrau Teisendorferin ist und das Paar im Ort lebt, freut sich Ertl über den kurzen Arbeitsweg.

Allerdings verbringt er nur etwa die Hälfte seiner Arbeitszeit im Büro. »Mindestens die Hälfte meiner Zeit bin ich draußen«, sagt er. Seine Aufgaben sind in erster Linie die Beratung von Privatwaldbesitzern, auch über staatliche Förderungen, und die Bewirtschaftung des Kommunalwaldes der Gemeinden in seinem Revier. Die Grundlage für die beratende Tätigkeit Otto Ertls, wie der jeweilige Gemeindewald am besten zu »beförstern« ist, sprich, welche Bäume gefällt werden sollen und wo Neupflanzungen sinnvoll sind et cetera, bilden Verträge mit jeder Kommune. Richtschnur für die Gemeindewald-Bewirtschaftung ist ein von Sachverständigen erstelltes Forstbetriebsgutachten. Die notwendigen Arbeiten geben dann die Gemeinden selber in Auftrag.

Außerdem ist Ertl für die Förderung der Bayerischen Staatsforsten für besondere Gemeinwohlleistungen im Schutzwald zuständig, wie den aktuellen Bau eines neuen Radweges am Teisenberg und die Wegeunterhaltung im Schönramer Filz. Insgesamt erhalten die Staatsforsten für Gemeinwohlleistungen bis zu zehn Millionen Euro in ganz Bayern.

Aktuell: Beratung nach Sturm »Kolle«

Die meiste Zeit verbringt der Revierleiter mit der Beratung der meist bäuerlichen Waldbesitzer. Thema Nummer eins sind aktuell die Schäden des Sturms »Kolle« am 18. August. »Da gibt es zurzeit üppig ausgestattete Förderungen.« In seinem Revier fielen dem Sturm etwa 10 000 Festmeter (Kubikmeter) Holz zum Opfer. Bei den meisten Bauern umfassen die Schäden im Schnitt 50 bis 100 Festmeter. Beim negativen Rekordhalter wurden sogar 500 Festmeter Holz vom Orkan umgemäht.

»Das einzig Gute war der Zeitpunkt«, merkt Ertl zu dem verheerenden Sturm an: Wäre dieser Sturm im Frühjahr gekommen, wären die Sturmbäume im Sommer ein gefundenes Fressen für den Borkenkäfer gewesen. So aber haben die Landwirte den ganzen Winter Zeit, die Schäden aufzuarbeiten, die auch zu Gefahren beim Betreten der Wälder führten; viele Bäume versperrten zeitweise wichtige Zufahrtswege in die Wälder. Nach der Beseitigung der Sturmschäden habe der Freistaat auch eine Erhöhung der Fördersätze für die Aufforstung in Aussicht gestellt, so Ertl.

Vegetationsgutachten über Wildverbiss steht an

Das nächste Jahr wird für ihn besonders arbeitsreich: Das Vegetationsgutachten über den Wildverbiss muss in allen 26 Jagdrevieren im Unteren und Oberen Surtal neu erstellt werden. Als Förster muss er für jede einzelne Jagd eine Stellungnahme abgeben. Kontrolliert wird an so genannten »Gitternetzpunkten« nach einem vorgegebenen Schema. Begleitet wird der Forstrevierleiter von einem Helfer und unterstützt von interessierten Jagdpächtern und Jagdvorständen. »Wir haben mittlerweile sehr gute Jäger, und der Wald ist in einem guten Zustand«, freut er sich. Die Tanne entwickle sich am Teisenberg und im Teisendorfer Bürgerwald sehr gut.

Ein wichtiges Zukunftsthema wird nach Ertls Ansicht das Thema »FFH-Gebiete« werden. Diese geschützten Gebiete sind meist Waldflächen und befinden sich in seinem Revier in den Saalachauen, entlang der gesamten Sur, im Haarmos und am Teisenberg bei Neukirchen.

Otto Ertl, Leiter des Forstreviers Teisendorf, ist in seinem Büro in der Freidlinger Straße unter Telefon 08666/80 99 99 7 oder per Fax 08666/80 99 99 5 sowie mobil unter 0179/66 60 127 erreichbar. vm