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Tiefe Dankbarkeit nach dem Hochwasser

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So sieht es nach gut einer Woche am Hintersee aus, die Seeklause ist provisorisch abgesichert. Foto: Anzeiger/Wechslinger

Ramsau – Mit einem Sachstand zur Hochwasserlage in der Gemeinde, verbunden mit Dankesworten an die freiwilligen Helfer, eröffnete Bürgermeister Herbert Gschoßmann die Gemeinderatssitzung am Dienstagabend.


»Aus Ramsauer Sicht bewegen sich die Schäden in einem Rahmen, der zwar nicht schön ist, aber im Vergleich zu anderen Regionen sind wir noch gut davongekommen«, leitete das Gemeindeoberhaupt das aktuelle Thema ein. Hinter Gschoßmann liegt eine Woche mit mehreren Ortsterminen, unter anderem mit der Nationalparkverwaltung und an betroffenen Stellen in der Gemeinde. Kleinere Schäden an Wanderwegen wurden bereits behoben, sodass diese wieder begehbar sind. Lediglich auf dem Soleleitungsweg gibt es noch kaputte Passagen durch das Hochwasser, zur Beseitigung ist die Gemeinde aber auf bestimmte Maschinen angewiesen, die demnächst verfügbar sein werden. Auch der Ertlsteg in der Ortsmitte wurde in Mitleidenschaft gezogen, die Schäden an der kleinen Brücke halten sich jedoch soweit in Grenzen, dass der Steg nicht gesperrt werden musste.

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Das größte Sorgenkind befindet sich aber am Hintersee: »Die Seeklause ist sehr stark beschädigt; mit tatkräftiger Unterstützung ist aber in kurzer Zeit ein Provisorium entstanden«, berichtet Gschoßmann. Dabei soll es jedoch nicht bleiben. Das Gemeindeoberhaupt fordert einen umfangreichen Maßnahmenkatalog, um künftig derart brenzlige Hochwassersituationen zu vermeiden. Schließlich steht die Sicherheit der Bürger und der Trinkwasserversorgung auf dem Spiel. »Das Wasserwirtschaftsamt ist gefordert, damit die Dinge endlich angepackt werden, die auch seitens der Gemeindebürger seit 2006 in einer Bürgerinitiative gefordert sind.«

Ein großes Bedürfnis ist es auch Gemeinderat Wolfgang Bartels (CSU), die bedrohliche Situation am Wasserauslauf des Hintersees in den Griff zu bekommen. »Wir müssen gemeinsam die richtigen Prioritäten setzen und schnell Lösungen schaffen.« Nicht nur Bartels prangerte in seinem Appell die Nachlässigkeiten des Wasserwirtschaftsamtes an, auch Gemeinderat Rudi Fendt (Ramsauer Wahlblock) ärgerte sich maßlos über eine Behördenaussage bezüglich einer möglichen Flutwelle beim Bruch der Seeklause: »Das war so unpassend, wäre er ein Politiker, müsste er, meiner Meinung nach, zurücktreten.« Auch kann es der Gemeinderat absolut nicht verstehen, dass Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes bei einem Ortstermin zu einer Hochwasserkatastrophe in Anzug und Krawatte erschienen. »Dazu muss man nichts mehr sagen«.

Das tatkräftige Engagement und die bedingungslose Unterstützung durch Ramsauer Bürger würdigte Bürgermeister Herbert Gschoßmann erneut in der Gemeinderatssitzung. Sei es die Ramsauer Feuerwehr mit ihrem Kommandanten Stefan Stöckl, engagierte Gemeindebürger, die Ramsauer Fuhrunternehmen und Baufirmen, die mit entsprechenden Geräten ausgestattet sind oder Mitarbeiter des Bauhofes sowie die Mannschaft im Rathaus, die am Unwetter-Sonntag Telefondienst in der Gemeinde leisteten – im Namen der Gemeinde richtete Gschoßmann seinen Dank an alle Beteiligten für ihren unermüdlichen Einsatz während und nach dem Hochwasser. Caroline Irlinger