weather-image
25°

Tier heißt »Alus« und ist ein Schweizer

3.4
3.4
Bildtext einblenden
Jetzt steht es fest: Der Anfang Dezember im Berchtesgadener Land fotografierte Luchs heißt »Alus« und kommt aus der Schweiz. (Foto: privat)

Berchtesgadener Land – Der Anfang Dezember im Berchtesgadener Land fotografierte und zuvor in Österreich nachgewiesene Luchs (wir berichteten) stammt ursprünglich aus der Schweiz und wanderte von Nordost-Italien nach Bayern. Zu diesem Ergebnis kamen Luchsexperten, nachdem sie jetzt alpenweit die Fellzeichnung des Tieres mit anderen Luchsvorkommen in den österreichischen Kalkalpen und dem kleinen Bestand im Dreiländereck Italien, Slowenien und Österreich verglichen hatten.


Das mittlerweile acht Jahre alte Männchen war nach den Recherchen in der Westschweiz erstmals 2008 als Jungtier nachgewiesen und im Schweizer Monitoring mit dem Namen »Alus« geführt worden. Im Rahmen eines Umsiedelungsprojektes wurde »Alus« dort im April 2014 gefangen und zur Bestandsstützung des stark gefährdeten Vorkommens in der italienischen Provinz Friaul im dortigen Dreiländereck freigelassen. Seit Dezember 2014 wurde der Luchs dort aber nicht mehr nachgewiesen. Auf seinem Weg von der Süd- auf die Nordseite der Alpen muss das Tier zwischen Dezember 2014 und März 2015 die beachtliche Distanz von mindestens 130 Kilometern Luftlinie zurückgelegt haben.

Anzeige

Bisher nachgewiesene Abwanderungsdistanzen liegen im Alpenraum für Luchsmännchen im Durchschnitt bei 55 Kilometern, für Weibchen bei 25 Kilometern. Als aktueller Rekordhalter gilt ein Männchen, das im Jahr 2008 aus dem Schweizer Kanton St. Gallen bis ins norditalienische Trentino wanderte – eine Strecke von 200 Kilometern Luftlinie.

Der alpenweite Zusammenschluss von Luchsexperten, die sogenannte SCALP-Gruppe, wurde 1995 gegründet und dokumentiert seither den Status des Luchses in den Alpen. Das in Bayern 2008 etablierte »Netzwerk Große Beutegreifer« beteiligt sich am alpenweiten Luchs-Monitoring. Das »Netzwerk Große Beutegreifer« umfasst aktuell gut 150 meist ehrenamtlich tätige Personen aus Jägerschaft, Forst, Naturschutz und Landwirtschaft. Die Mitglieder werden durch das Landesamt für Umwelt (LfU) sowie die Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) betreut. Schwerpunkt der Netzwerk-Arbeit ist eine fundierte Recherche und ausführliche Dokumentation möglicher Hinweise auf die Anwesenheit von großen Beutegreifern, wie zum Beispiel Luchs und Wolf, in Bayern. Auch die Fotoaufnahme vom Dezember wurde dem LfU über das Netzwerk übermittelt. fb