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Tödlicher Absturz am Röthsteig

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In einer Wasserfallgumpe bei der Brustwand entdeckten die Einsatzkräfte die tote 25-Jährige. Foto: Bergwacht

Schönau am Königssee - Eine 25-jährige Bergsteigerin aus Golling, nach der zahlreiche Einsatzkräfte seit Mittwochnachmittag gesucht hatten, konnte gestern Donnerstag nur noch tot geborgen werden. Die Frau war unweit des Röthsteigs im Bereich der sogenannten Brustwand abgestürzt. Die Leiche der Österreicherin wurde gestern Mittag vom Polizeihubschrauber aus in einem Wasserfall liegend entdeckt.


Die Gollingerin war am Dienstag zusammen mit ihren Begleitern über das Bluntautal, das Stahlhaus und das Landtal zur Wasseralm gewandert, wo sie übernachteten. Am Mittwochmorgen trat das Trio wegen des schlechten Wetters den Abstieg über den Röthsteig in Richtung Obersee an. Während des Abstiegs eilte einer von ihnen ein gutes Stück voraus, der andere blieb dagegen etwas zurück, weil er durch Blasen an den Füßen gehandicapt war.

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Beide dachten, dass die 25-Jährige beim anderen sei. Dass dem nicht so war, bemerkten sie erst, als einer bereits mit dem Schiff die Seelände erreicht hatte und einer in Salet vergeblich auf die Begleiterin wartete. Die junge Frau war nicht mehr auffindbar.

Um 15.45 Uhr, noch während der Rückfahrt mit dem Rettungsboot vom Großeinsatz zum Abtransport eines 53-Jährigen mit Schlaganfallsymptomen vom Kärlingerhaus, wurde die Berchtesgadener Bergwacht zum Röthsteig gerufen, um nach der vermissten Österreicherin zu suchen. Da die BRK-Wasserwacht noch am Königssee unterwegs war, entschied der Bergwacht-Einsatzleiter am Mittwochnachmittag außerdem, die Wasserretter zu Fuß bis zur Fischunkelalm zu schicken, um dort nach der Frau zu suchen.

Die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers »Christoph 14« schaffte es trotz schwieriger Sichtflugbedingungen mit tief hängenden Regenwolken, mehrere Bergwachtleute, darunter auch einen Suchhundeführer, im Einsatzgebiet abzusetzen.

Die suchten dann am Röthsteig und am Landtalsteig bis zur Wasseralm intensiv nach der 25-Jährigen, konnten sie aber nicht finden. Die Wasserwacht Berchtesgaden suchte währenddessen den Bereich Salet bis Fischunkelalm ab und brachte am späten Abend Einsatzkräfte der Bergwacht mit dem Rettungsboot zurück zur Seelände; weitere Einsatzkräfte blieben auf der Wasseralm.

Die Suche wurde am Donnerstagmorgen kurz nach 6.00 Uhr fortgesetzt. Der Kriseninterventionsdienst (KID) der Bergwacht betreute währenddessen die Begleiter der jungen Frau. Mit Unterstützung des SAR-Hubschraubers und des Polizeihubschraubers »Edelweiß« suchten die Einsatzkräfte der Bergwacht Berchtesgaden mit Unterstützung der Ramsauer Bergwacht das Gebiet rund um den Röthsteig ab. Wegen des steilen Geländes seilten sich die Bergretter dabei teilweise auch ab.

Der Pilot des Polizeihubschraubers entdeckte dann rund 100 Meter über dem Talboden in einer Wasserfallgumpe im Bereich der sogenannten Brustwand eine leblose Person.

Wie sich später herausstellte, handelte es sich tatsächlich um die gesuchte Person. Die Frau hatte wohl versehentlich den Weg Richtung Landtal erwischt. Als sie dies merkte, dürfte sie auf der Suche nach dem richtigen Weg in das Steilgelände geraten und abgestürzt sein.

Ein Polizeibergführer der Polizeiinspektion Berchtesgaden barg die Leiche mit Unterstützung des Polizeihubschraubers. UK