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Tolle Stimmung bei trübem Wetter

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Der Maibaum für das Gasthaus Waldstein wird traditionell mit einem Pferdegespann gebracht.
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Die Maibaumaufsteller beim Gasthaus »Waldstein«: Zum zehnten Mal fand das traditionelle Fest heuer statt. (Fotos: B. Stanggassinger)
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Brenner-Wirt Andreas Aschauer.

Berchtesgaden – »Festtage für Maibaumkraxler« hieß die Ankündigung im »Berchtesgadener Anzeiger«. Am 1. Mai war jedoch kein »Kraxeln« möglich – und aus versicherungstechnischen Gründen sogar verboten. Schuld war Dauerregen am Nachmittag.


Ein Kindermaibaum war am Gasthof »Waldstein« aufgestellt. Hier durften die Kinder gesichert von zwei Bergwachtmännern ihre Kräfte messen. Bis etwa 11 Uhr war es noch trocken. Maibäume wurden geschlagen, »geschäbst«, also entrindet, und zu den Traditionsgasthäusern gebracht.

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In Bischofswiesen ging alles ziemlich schnell und professionell maschinell. Hubert Wörgötter vom Klemmsteinweg spendierte für Bischofswiesen eine 32 Meter hohe Fichte. Die Holzfäller zählten die Jahresringe des Baumes und stellten ein stolzes Alter von 151 Jahren fest. Kurz vor 10 Uhr stand der Baum mittels eines Baggers vor dem »Brenner Bräu«. Die Musikkapelle Bischofswiesen zog sich in die Gasträume zurück und spielte zu einem Frühschoppen auf.

Anders verlief der Sonntag in Schönau am Königssee: Drei junge Burschen hatten die Grube vor dem Gasthof Waldstein in der »Dugnacht« bewacht. Man traute den Schönauern nicht, die in diesem Jahr am Gasthof »Kohlhiasl« keinen Maibaum aufstellen konnten. In den frühen Morgenstunden schlugen die Königsseer Maibaumaufsteller dann eine 36 Meter hohe Fichte. Spendiert hat sie Georg Lenz sen., Bauer vom Grafenlehen.

Es war ein Jubiläum: Zum zehnten Mal wurde ein Maibaum vor dem Gasthof »Waldstein« aufgestellt. Darum gab es einen Festzug, angeführt mit einem Pferdegespann, gezogen mit einer Kutsche und besetzt mit Musikanten. Dahinter zogen zwei schwarze Noriker Pferde den Maibaum. Den Abschluss bildete der Hofbräuhauswagen Berchtesgaden, gezogen von zwei Pferden, dahinter die Maibaumaufsteller. Bei der Einfahrt zum Grafenlehen standen Getränke bereit. »Das ist Tradition«, betonte der »Schorsch«, Grafenlehenbauer und Spender des Maibaums. Er zeigte sich stolz, dass er nach der Verköstigung des Trosses auf den Maibaum als Spender aufsitzen durfte. Die Wirtsfamilie Brandner vom Gasthof »Waldstein« war für dieses Fest perfekt organisiert.

Entertainer Werner Bauer hatte ab Eintreffen des Maibaumes die Veranstaltung voll im Griff. Ihm gelang es mit Unterstützung der Musikgruppe »Grenzgänger« auch bei einsetzendem Regen, 300 Zuschauer im Biergarten zu halten.

Dem Maibaumaufstellen mit Scherstangen, den sogenannten »Schwalben«, wurde in der heißen Schlussphase durch Dauerregen ein Ende bereitet. Aus Sicherheitsgründen entschied Maibaumchef Wasti Lenz jun., den Baum mit zwei Traktoren aufzustellen.

Traditionsgemäß zapfte der Spender Georg Lenz sen. ein Bierfass an und die Aufsteller bekamen kräftigen Applaus.

Jung und Alt feierten an diesem Sonntag trotz widriger Witterungsverhältnisse noch lange zünftig weiter. Bernhard Stanggassinger