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Toni Palzer und Patrizia Dorsch »Sportler des Jahres«

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Die von den »Anzeiger«-Lesern gewählten »Sportler des Jahres 2015«: Skirennläuferin Patrizia Dorsch und Skibergsteiger Toni Palzer. (Foto: Wechslinger)

Berchtesgaden – Skibergsteiger Toni Palzer freute sich riesig über den Titel »Sportler des Jahres 2015«, Skirennläuferin Patrizia Dorsch hätte nach eigenen Worten »nie damit gerechnet« und Skeletonfahrerin Anja Selbach (früher: Huber) freute sich anlässlich ihrer offiziellen Verabschiedung über eine Geburtstagstorte mit Skeletonschlitten, überreicht vom Nachwuchs des Rodelclubs Berchtesgaden. Es war ein netter, kurzweiliger Abend, mit dem das Berchtesgadener Land am Donnerstag seine erfolgreichen Athletinnen und Athleten ehrte. Wegen anhaltenden Regens traf man sich dazu nicht wie geplant auf dem Weihnachtsschützenplatz, sondern im Hotel »Edelweiß«, wo DJ »Hasei« Sebastian Rasp für die Rhythmen im Hintergrund verantwortlich war.


Eingeladen hatten zu dem traditionellen Ehrungsabend die fünf Talkessel-Gemeinden, die Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee, das CJD Berchtesgaden, der Olympiastützpunkt Regionalzentrum Chiemgau/Berchtesgadener Land und die Bundeswehr. Nach einer kurzen Plattlereinlage der Jugendgruppe der Vereinigten Trachtenvereine und einem Grußwort von Marktbürgermeister Franz Rasp bat Moderator Gerhard »Willi« Willmann nacheinander die zu ehrenden Sportler auf die Bühne. Mancher Athlet zeigte sich gesprächiger, mancher weniger. Freilich bekam aber jeder aus den Händen von Bürgermeister Franz Rasp den von der Schnitzschule geschaffenen Watzmann-Ehrenpreis.

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Olympia im Blick

Nicht wenige der Geehrten ließen das Publikum wissen, dass Olympia ihr großes Ziel sei. So auch Snowboarder Alexander Bergmann aus Bischofswiesen: »Bis auf die WM hatte ich heuer eine gute Saison. Ich hoffe, dass es in den nächsten Jahren noch besser wird, denn ich habe Olympia 2018 in Südkorea fest im Blick.«

Und was hätte Bobpilot Johannes Lochner gesagt, wenn man ihm vor zwei Jahren erzählt hätte, dass er bald Vizeweltmeister sein werde? Diese Frage von Gerhard Willmann beantwortete Lochner ziemlich schnörkellos: »Red koan so Schmoan.« Immerhin hat sich Johannes Lochner bei Bahnchef Markus Aschauer den Titel »Quax, der Bruchpilot« erworben, weil der Untersteiner nicht nur einmal kopfüber die Bahn hinabgerutscht ist.

Die Geschwister Ferdinand und Patrizia Dorsch kamen gemeinsam auf die Bühne, um sich ihre Ehrung abzuholen. Während Ferdinand mit den Leistungen seiner Schwester im letzten Jahr sehr zufrieden war, zeigte sich Patrizia selbstkritisch: »Eigentlich bin ich nicht so richtig zufrieden.« Wenigstens weiß sie, dass man »darauf aufbauen kann«.

Lara Frost und Felix Loch verletzt

Mit Beinschienen präsentierten sich Freestylerin Lara Frost und Rennrodler Felix Loch dem Publikum. Lara Frost hatte sich einen Innen- und Kreuzbandriss im Knie zugezogen und war erst am Dienstag operiert worden. Für sie steht ein halbes Jahr Trainingspause an. Nicht so lange dauert es bei Felix Loch, der sich beim Fußballspiel eine kleinere Verletzung zugezogen hatte. In vier Wochen will er bereits wieder richtig trainieren.

Skirennläuferin Simona Hösl ließ das Publikum wissen, dass sie »lieber schnell« fährt. Ob sie somit eine deutsche Zukunftshoffnung für die schnellen Disziplinen sein könnte, ließ sie offen: »Schau'n mer mal.« Vor Tatendrang strotzt dagegen Biathlet Niklas Homberg: »Mein Ziel ist Olympia. Ich will große Titel sammeln.«

Toni Palzer wurde gefragt, wie man denn auf Skibergsteigen komme. Der Ramsauer trocken: »Wenn man die Berge schon vor der Haustür hat – warum soll man dann nicht hinauflaufen?« Sein Ziel ist jedenfalls klar: »Ich will der weltbeste Skibergsteiger werden.« Da ist es ihm dann auch egal, ob Skibergsteigen olympisch wird oder nicht. »Klar wäre Olympia ein großes Ziel. Aber ich plane nicht zu weit voraus, sondern schaue von Saison zu Saison.«

Rennrodler Julian von Schleinitz freut sich riesig auf die WM im kommenden Jahr am Königssee. »Da nehme ich mir schon was vor«, so der Schönauer. Als Kampfansage an Felix Loch wollte er das aber nicht verstanden wissen: »Wir sind ja schließlich eine Mannschaft.«

Viel zu tun hat derzeit nach eigenen Worten Skisprung-Olympiasieger Andreas Wellinger. Auf die Frage Willmanns, ob er ein guter oder schlechter Schüler sei, zeigte er sich aber zugeknöpft: »Kein Kommentar.«

550 »Anzeiger«-Leser haben gewählt

Ein Höhepunkt des Abends war schließlich die Bekanntgabe des Sportlers und der Sportlerin des Jahres 2015. 550 Leserinnen und Leser des »Berchtesgadener Anzeigers« hatten ihre Stimmen abgegeben und für ihre Lieblingskandidaten gestimmt. Durchgesetzt haben sich am Ende Skibergsteiger Toni Palzer und Skirennläuferin Patrizia Dorsch. Auf Platz 2 kamen Eishockeyspieler Benedikt Kohl und Skirennläuferin Simona Hösl. Und den 3. Platz holten sich Bobpilot Johannes Lochner und Snowboarderin Anke Karstens. Die Preise überreichten TRBK-Geschäftsführer Michael Wendl, Bischofswiesens Bürgermeister Thomas Weber, Bürgermeister Hannes Rasp aus Schönau am Königssee, 2. Bürgermeister Rudi Fendt aus der Ramsau, Bürgermeister Franz Halmich aus Marktschellenberg und Bürgermeister Franz Rasp aus Berchtesgaden.

Überrascht zeigten sich schließlich die Rennrodler Felix Loch und Tobias Arlt, als sie von ihrem Vorgesetzten, dem Leiter der Bundespolizeisportschule Bad Endorf, Thomas Leuthardt, auf die Bühne gebeten wurden. Der Polizeioberrat beförderte Loch im Auftrag des Präsidenten der Bundespolizeiakademie zum Polizeiobermeister und Arlt zum Polizeihauptmeister. »Da musst du fast eine Runde ausgeben«, wandte sich Moderator Willmann an Felix Loch. Der verwies auf seinen Kollegen Tobias Arlt: »Der hat einen Stern mehr.« Ulli Kastner