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»Tränen der Freude«, »Gefühl der Erleichterung«

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Im Altenheim Felicitas wird der Betrieb erst einmal wie gewohnt weiterlaufen. Die Caritas hat sich nun in einem Schreiben an Mitarbeiter und Bewohner gewandt. (Foto: Pfeiffer)

Bischofswiesen – Die Freude muss riesig gewesen sein, als am Dienstagnachmittag im Altenheim »St. Felicitas« bekannt wurde, dass die Einrichtung auch weiterhin geöffnet bleibt. Ein »Freudenfest« sei das gewesen, ein »Gefühl der Erleichterung« habe sich breit gemacht, »Tränen der Freude« seien geflossen«, heißt es bei denen, die dabei waren.


»Wir sind uns um den Hals gefallen, das war einfach fantastisch«: Nach Monaten des Bangens ist nun klar, dass das Altenheim in der Stanggaß fortbesteht. Eine Schließung ist abgewendet worden, der öffentliche Druck war zu groß.

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Mitarbeiter informiert

Die Caritas München hat am Dienstag nun die Mitarbeiter der »Felicitas« über weitere Pläne informiert. Auch die restlichen Bewohner der Einrichtung haben in einem Schreiben, das dem »Berchtesgadener Anzeiger« vorliegt, bereits Informationen erhalten. Darin heißt es: »Der Vorstand des Diözesancaritasverbands hat beschlossen, den Standort grundsätzlich als Einrichtung für ältere, pflegebedürftige Menschen zu erhalten.«

Die Caritas hatte im März darüber informiert, dass eine stationäre Pflegeeinrichtung dauerhaft nicht zu halten sei. Gründe für diese Entscheidung waren vor allem die veränderten gesetzlichen Vorgaben durch das Pflege- und Wohnqualitätsgesetz und die Vorgaben des Brandschutzes in dem 40 Jahre alten Gebäude.

Nun will man aber ein neues Angebot schaffen. Der Plan beinhaltet Folgendes: »Das neue Konzept sieht den Umbau und die Sanierung des neueren Teils des jetzigen Altenheims in Appartements für betreutes Wohnen mit circa 30 Wohneinheiten vor.« Gleichzeitig plane man im Haus eine ambulante Pflege »für Bewohner wie auch für Patienten im gesamten Berchtesgadener Kessel.«

Für die noch verbliebenen Altenheim-Bewohner bedeutet das, so lässt es sich aus dem Schreiben entnehmen, dass »sie grundsätzlich im Haus bleiben und im Haus versorgt werden können.« Die zukünftige, individuelle Pflegesituation und Vertragsgestaltung werde erst dann besprochen, sobald die Caritas weitere Abstimmungen vorgenommen hat. Die Planungen sind also noch nicht abgeschlossen. Was vor allem Auswirkungen auf den beschützten Wohnbereich im Haus haben könnte, in dem vor allem schwer demenzkranke Personen leben. Dort »müssen wir gemeinsam entscheiden, ob die Versorgung auch nach der Umbauphase gewährleistet werden kann.« Neu soll das Angebot der Tagespflege sein, an dem nicht nur Bewohner des betreuten Wohnens, sondern auch ›Tagesgäste‹ teilnehmen können.« An sieben Tagen der Woche, von morgens bis abends. Darüber hinaus werde die ambulante Pflege für Berchtesgaden und die umliegenden Gemeinden wieder aufgenommen, die seit mehreren Jahren nicht mehr angeboten worden war.

»Wenn wir dieses Konzept so umsetzen, können die jetzigen Bewohner weiterhin im Haus betreut werden. Die Mitarbeitenden werden sowohl im Haus als auch im ambulanten Angebot weiterhin gebraucht«, sagt Doris Schneider, zuständig für 27 Caritas-Altenheime. Bei der Caritas möchte man sich laut Schreiben nun auf die weiteren Umbauplanungen konzentrieren. Diese sollen einige Monate in Anspruch nehmen. Der Umbau der Einrichtung soll nach und nach erfolgen, ein Auszug der Bewohner ist nicht notwendig. Allerdings könne ein Umzug innerhalb des Hauses erforderlich werden.

Umbau soll im Spätherbst beginnen

Bei der Caritas geht man davon aus, dass man, nach Erteilung der Baugenehmigung, im Spätherbst mit den Umbaumaßnahmen beginnen kann. Der Umbau dauere etwa eineinhalb Jahre und koste mehrere Millionen Euro. Die ambulante Pflege soll bereits nach der Sommerpause starten. In einem Informationsabend im Juli sollen Planungsergebnisse vorgestellt werden. Bis dahin wird der Betrieb des Altenheims weiterlaufen.

Der alte Teil des Altenheims St. Felicitas, das gegenwärtig für die Unterbringung von minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen genutzt wird, soll nach Abschluss der Sanierung des Neubaus abgerissen werden. Das Caritas-Zentrum wird neue Räumlichkeiten für die verschiedenen Angebote für junge Flüchtlinge suchen. »Diese Angebote wollen wir auf jeden Fall aufrechterhalten«, erklärt Kreisgeschäftsführer Rainer Hoffmann. Es sei nicht zu erwarten, dass die Zahl der jungen Flüchtlinge abnehme und die Caritas sehe sich hier in der Verantwortung. Kilian Pfeiffer

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