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»Trauriges« Flächenmanagement

Berchtesgaden - Das Gewerbegebiet »Almbachklamm-Ost« in Marktschellenberg wird erweitert. Grundsätzlich sei das auch in Ordnung, so lautet der Tenor aus dem Berchtesgadener Bauausschuss, der in seiner jüngsten Sitzung eine Stellungnahme dazu abgab. Bemängelt wurde die fehlende Absprache zwischen den Gemeinden. Und die Tatsache, dass nun, getrennt durch die B 305, auf zwei Straßenseiten Gewerbe entstehen soll. »Das ist alles unkoordiniert«, betonte Michael Widmann (Grüne).

Richtung Osten wird das Marktschellenberger Gewerbegebiet ausgebaut. »Die Firma Meisl baut dort auf einer Fläche von 36 mal 12 Metern«, informierte Berchtesgadens Geschäftsleiter Anton Kurz. Bislang war nur die Fluss-Seite für Gewerbe ausgewiesen und bebaut worden. Auch auf der östlichen Straßenseite sollen nun Betriebe angesiedelt werden. »Die Bundesstraße zerschneidet das Gewerbegebiet dann«, stellte Kurz fest.

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Michael Widmann konstatierte ein fehlendes Gewerbeflächenmanagement. »Es war eigentlich geplant, insgesamt besser zusammenzuarbeiten«. Von einer Zusammenarbeit bemerke er aber nichts. »Das ist wirklich traurig«. Es könne doch nicht sein, dass irgendwo auf die grüne Wiese wieder eine Gewerbefläche hingeklatscht wird«.

Sein Kollege Georg Aschauer (SPD) attestierte dem Bauwerber zwar eine internationale Ausrichtung und damit ein High-Tech-Gewerbe, »das unsere Region unbedingt benötigt«. Widmann pflichtete ihm bei, ohne aber mit Nachdruck daraufhinzuweisen, dass es doch möglich sein müsste, koordinierter Gewerbe ansiedeln zu können. Ein solches Gebiet, durch eine Bundesstraße zerschnitten, könne doch nicht die optimale Lösung darstellen. Auch Bürgermeister-Stellvertreter Karl Seiberl sah das so. »Das ist wirklich irritierend«, so sein Fazit. kp