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TRBK investiert 17 Millionen Euro in die Watzmann Therme

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Die verschiedenen Bereiche in der Watzmann Therme sollen künftig neu aufgeteilt werden. Die Gastronomie kommt in den derzeitigen Terrassenbereich.
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Es ist nur eine Vorentwurfsstudie. Dennoch könnte die Watzmann Therme in einigen Jahren so aussehen. 17 Millionen Euro will die TRBK für eine Modernisierung in die Hand nehmen. (Repros: Kastner)

Berchtesgaden – Schon mit seinem zweiten Satz erntete Franz Rasp am Donnerstag Applaus von den rund 200 Zuhörern im Kleinen Kongresshaussaal. Anlass für den Freudenausbruch bei den Interessierten, die zum Informationsabend gekommen sind, war die Ankündigung des Vorsitzenden, dass die Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee (TRBK) die Watzmann Therme für mindestes 20 Jahre weiterbetreiben will. Für insgesamt 17 Millionen Euro soll das Familienbad in mehreren Abschnitten über acht bis neun Jahre hinweg saniert und modernisiert werden. Und das alles bei laufendem Betrieb.


TRBK-Vorsitzender Franz Rasp, der auch alle Bürgermeisterkollegen aus dem Berchtesgadener Talkessel zum Infoabend begrüßen konnte, kam sofort auf den Punkt: »Wir nehmen künftig eine Menge Geld in die Hand, um in die Therme zu investieren.« Etwa 6,5 Millionen Euro sollen in notwendige Sanierungsmaßnahmen wie eine neue Dacheindeckung sowie die Modernisierung der Energieversorgung und technischer Anlagen fließen. Der weitaus größere Teil der 17  Millionen Euro kommt der Attraktivierung des Bades zugute. Bei den Kosten habe man, betonte Rasp, aus Sicherheitsgründen einen Puffer von rund 20 Prozent eingeplant. Außerdem könnte es etwa 2 Millionen Euro an Zuschüssen geben.

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Die Therme bleibt ein Familienbad

»Wir mussten das sauber vorbereiten, denn es handelt sich schließlich um öffentliche Mittel«, verteidigte der TRBK-Vorsitzende die lange Zeitspanne bis zur Verkündung des Ergebnisses. Um die Entscheidung auf eine solide Basis stellen zu können, habe man auch die Folgen einer möglichen Badschließung prüfen müssen. Laut Rasp will man die Positionierung der Watzmann Therme als Familienbad stärken, »wir werden also auch künftig kein Mega-Wellnesstempel«. Dagegen sollen die Angebote für Kinder (Spiel), Jugendliche (Action) und Erwachsene (Sauna) verbessert werden.

Die Vorentwurfsstudie, die Franz Rasp den Zuhörern präsentierte, machte deutlich, dass die verschiedenen Angebote im Bad teilweise neu aufgeteilt werden sollen. Ein wesentlicher Punkt ist die Verlegung des Gastronomie- und Küchenbereichs in Richtung jetzige Terrasse. Dadurch können künftig Erlebnisbereich und Sauna wesentlich einfacher abgedeckt werden. Außerdem ist hier auch ein Zugang von außen möglich. In den frei werdenden Bereich bei der jetzigen Gastronomie soll der Baby- und Kleinkinderbereich verlegt werden. Und der aktuelle, abgetrennte Kinderbereich soll zum separaten Rutschenbereich mit verschiedenen Rutschangeboten werden. »Dort herrscht immer ein Riesenremmidemmi, deshalb ist eine Abtrennung wünschenswert. Somit hat dann jede Gruppe ihren eigenen Bereich«, sagte Rasp.

Sauna bekommt alten Ruheraum zurück

Auch den Saunabereich will man wieder aufwerten. Der Umbau, der vor einigen Jahren heftige Kritik bei den Nutzern hervorgerufen hatte, soll weitgehend rückgängig gemacht werden. »Der frühere Ruheraum wird wieder zum Ruheraum«, kündigte der TRBK-Vorsitzende an. Zusätzlich soll es eine neue, größere Außensauna und außen einen verglasten Ruhebereich geben. »Das alles sind aber vorläufig nur Ideen, es ist noch nichts fix«, betonte Rasp. Das gilt auch für den Bau eines sogenannten Infinity Pools. Das ist ein in den Hang integriertes Becken mit freiem Blick auf die Umgebung. Auch an eine Aufwertung der verschiedenen Ruhezonen und des Solebereichs ist gedacht. Dort kann sich Rasp sogar den Einbau einer Textilsauna vorstellen. »In vielen Ländern ist es üblich, bekleidet in die Sauna zu gehen«, weiß der Berchtesgadener Bürgermeister. An alter Stelle bleiben wird das Erlebnisbecken. Was am Ende aber tatsächlich umgesetzt wird, soll auch der Kunde mitentscheiden. Eine Befragung ist geplant.

Alle Bauarbeiten sollen bei laufendem Betrieb erfolgen. »Wir wollen nicht unser ganzes Pulver auf einmal verschießen, sondern etwa im Zwei-Jahres-Rhythmus einen neuen Bereich angehen«, kündigte Rasp an. Insgesamt wird sich das Projekt acht bis neun Jahre hinziehen. Die Planungskosten sind für 2018 bereits eingeplant, den Beschluss will der Verband aber erst in seiner Februar/März-Sitzung fassen. »Bis zum Baubeginn werden sicherlich noch 20 Monate vergehen«, betonte Rasp und zeigte sich überzeugt, »dass wir diese Variante finanzieren können und uns damit auf dem Markt sehr gut werden behaupten können«.

Erleichterung bei den Zuhörern

Die Erleichterung, dass die Watzmann Therme nicht nur erhalten, sondern sogar noch attraktiviert werden soll, war im Publikum zu spüren. Somit ging es in der Fragerunde vor allem um Dinge wie Eintrittspreise (Rasp: »Die wollen wir möglichst stabil halten«), die Damensauna, die Energieversorgung sowie um mögliche Attraktionen. Dem Wunsch nach einer Sprunganlage erteilte Rasp »aus Sicherheitsgründen« mehr oder weniger eine Absage. Dagegen ist der Einbau einer »stehenden Welle«, über die sich vor allem jugendliche Surfer freuen würden, noch nicht vom Tisch. Dieser Anregung von Heike Mechelhoff, Vorsitzende des Treff.5 Fördervereins, stellte Rasp zumindest eine Prüfung in Aussicht. Nicht möglich ist dagegen der Bau eines Thermenhotels, weil das Grundstück dafür laut TRBK-Vorsitzendem zu klein sei. Geprüft habe man das aber.

Nicht zuletzt freut man sich bei der Wasserwacht über den Weiterbetrieb der Watzmann Therme. Kreisvorsitzender Rudolf Schierghofer bedankte sich überschwänglich: »Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen.« Bei so viel Lob nahm Franz Rasp aber auch die Bevölkerung in die Pflicht: »Sie alle können uns helfen, indem Sie unsere Therme besuchen.« Ulli Kastner