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Trio nach missglückter Blaueis-Umrahmung aus Bergnot gerettet

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Foto: BRK/BGL

Ramsau – Die Bergwacht Ramsau und die Besatzung des Polizeihubschraubers „Edelweiß 8“ haben am Samstagabend ein verstiegenes Trio nach einer missglückten Blaueis-Umrahmung (IV) gerettet.

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Ein 46-jähriger Oberpfälzer hatte sich bereits am Mittag leicht am Arm verletzt, als eine Felsschuppe ausgebrochen war, wollte dann aber weiter klettern, weshalb er, seine zwölfjährige Tochter und ein 23-jähriger Garmischer die Umrahmung zunächst fortsetzten. Als der 46-Jährige dann irgendwann nicht mehr konnte, wollten die Bergsteiger die Tour abkürzen und seilten sich geradeaus über eine steile Rinne in Richtung Blaueishütte ab. Ein anderer Bergsteiger hatte das waghalsige Sackgassen-Manöver vom Hochkalter aus beobachtet und die Gruppe mit lauten Rufen aufgefordert, den Abstieg oberhalb einer über 100 Meter hohen Felswand abzubrechen.

Als gegen 16 Uhr der Notruf des Bergsteigers einging, der die Gruppe beobachtet hatte, versuchte die zuständige Bergwacht Ramsau zu ermitteln, wo genau sich die Einsatzstelle befindet. Zunächst war aufgrund des einsatzreichen Schönwetter-Tags auch kein Hubschrauber frei, weshalb die Bergwacht mit dem Fahrzeug und weiter mit der Materialseilbahn Personal und Ausrüstung für eine aufwendige, bodengebundene Rettung bis tief in die Nacht hinein zur Blaueishütte verlegte. An der Hütte fand auch gerade eine Anwärter-Ausbildung der Bergwachten im Einsatzleitbereich Königssee statt, so dass in kurzer Zeit ausreichend viele Bergretter für den Einsatz bereitstanden.

Der Melder zeigte dann der Bergwacht an der Hütte ein Foto von der Einsatzstelle, so dass klar war, wo sich das Trio befindet. Gegen 17.20 Uhr traf „Edelweiß 8“ in der Ramsau ein und flog mit dem Einsatzleiter zur Erkundung los. Die Heli-Crew schaffte es, nah genug an die Felswand zu fliegen, um den Bergretter mit der Winde pendelnd unterhalb des 23-jährigen Garmischers abzusetzen, wo er einen Standplatz bohren und über die Rinne zu dem Mann aufsteigen und ihn sichern konnte. In einem zweiten Anflug setzte der Heli einen weiteren Bergretter oberhalb beim Verletzten und seiner Tochter ab. „Edelweiß 8“ schaffte es trotz der Windböen und des hochalpinen Geländes, das Kind, die beiden Männer und die Bergretter mit der Winde aufzunehmen und ins Tal auszufliegen; der Bergretter an der unteren Einsatzstelle musste mit dem 23-Jährigen dafür zunächst über die Rinne bis zum Wandabbruch absteigen, um für den Winden-Einsatz ausreichend weit von der Felswand weg zu kommen.

Die Bergwachten Traunstein und Berchtesgaden und das Team des Technikbusses der Bergwacht Chiemgau unterstützten den Einsatz mit beiden Kerosin-Anhängern, wobei der Technikbus zusätzlich am Taubensee ein Relais zur Funk-Kommunikation mit der Einsatzstelle im ansonsten abgeschirmten Blaueiskar schaltete. Die Bergretter an der Blaueishütte brachten die Ausrüstung zur Rettung der drei Bergsteiger mit der Materialseilbahn bis zur Straße und mit dem Fahrzeug ins Tal zurück. Der aufwendige Einsatz dauerte bis zum späten Abend.

BRK/BGL