weather-image
27°

Türkin missbrauchte Identität ihrer Chefin

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Foto: dpa/Symbolbild

Piding – Die Identität einer Deutsch-Türkin benutzte eine kriminelle 30-Jährige in einer Vielzahl an Fällen, um ihre Straftaten zu vertuschen. Die verzweifelte, "echte" Frau erhielt in den vergangenen Monaten immer wieder Post von den Behörden.


Ein deutsches Pärchen türkischer Abstammung wurde am Sonntag auf der Autobahn an der Rastanlage Piding Süd von Schleierfahndern gestoppt. Die Fahrerin legte bei der Kontrolle nur eine Gewerbeanmeldung aus München vor, der Beifahrer und Fahrzeughalter hatte auch keinerlei Personaldokumente dabei. Beide gaben an, ihre Führerscheine in ihren Wohnungen in München vergessen zu haben.

Anzeige

Bei der näheren Überprüfung stellten die Beamten fest, dass die Frau im Januar betrunken am Steuer saß und keine Fahrerlaubnis mehr hat. Sie musste die Beamten im Dienstfahrzeug auf die Polizeiinspektion begleiten. Ihr Bekannter folgte der Polizei mit dem Auto. Auf der Dienststelle stellte sich heraus, dass der 21-Jährige ebenfalls nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis war. Er wurde in München bereits einem gefälschten Führerschein angezeigt.

Mit der Anzeigenaufnahme wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis gegen beide wäre es bis dahin eigentlich ein ganz normaler Fall für die Schleierfahnder gewesen.

Nicht die, für die sie sich ausgab

Bei den Folgeermittlungen wurde allerdings festgestellt, dass die angezeigte Fahrerin gar nicht die war, für die sie sich ausgab. Vielmehr nutzte die 30-jährige Türkin in einer Vielzahl von Fällen die Identität einer "echten" Deutsch-Türkin aus München. Die verzweifelte Frau, deren Identität mehrmals missbraucht wurde, erhielt in den letzten Monaten immer wieder Post von den Justizbehörden. Sie sollte wegen ihrer vermeintlichen Trunkenheitsfahrt – von der sie selbst natürlich nichts wusste – sogar ihren Führerschein abgeben.

In den Ermittlungen wurde die wahre Identität der Tatverdächtige festgestellt. Sie hat inzwischen eine umfangreiche Aussage gemacht und die Vorwürfe weitestgehend eingeräumt. Es ist eine Angestellte der unschuldig verfolgten und "echten" Geschäftsfrau aus München.