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Umleitung über neue Stahltreppe am Bahnhof

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Unterhalb des Bahnhofsstegs wird bereits fleißig gebaut. Fußgänger sollen bis zur Sanierung des Stegs über eine neue Stahltreppe und die Bahnsteigunterführung zum Busbahnhof geleitet werden. (Fotos: Kastner)
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Wie lässt sich die Sanierung des denkmalgeschützten Bahnhofsstegs finanzieren? Bis das Projekt umgesetzt ist, wird die Anlage erst einmal gesperrt.

Berchtesgaden – Hunderte Einheimische nehmen alljährlich an Allerheiligen beim Gräberumgang vom Alten Friedhof zum Bergfriedhof die Route über den Bahnhofssteg. Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um die Belastbarkeit des sanierungsbedürftigen Stegs will die Marktgemeinde Berchtesgaden hier kein Risiko mehr eingehen und plant eine Sperrung des denkmalgeschützten Übergangs bis zur Sanierung. Als Zwischenlösung baut man derzeit an einer Stahltreppe, die noch vor Allerheiligen in Betrieb genommen werden soll.


Der Bahnhofssteg war in den letzten Jahren immer wieder Thema im Marktgemeinderat Berchtesgaden. Es waren schließlich die Freien Wähler, die das Bauwerk denkmalschutzrechtlich überprüfen ließen. Dabei stellte sich tatsächlich heraus, dass der Bahnhofssteg zum denkmalgeschützten Ensemble des Bahnhofs gehört und damit ebenfalls dem Denkmalschutz untersteht. Ein Abriss und Neubau ist somit nicht möglich, allenfalls eine Sanierung.

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Nach entsprechenden Untersuchungen geht man im Berchtesgadener Rathaus davon aus, dass eine Sanierung des Stegs rund 700 000 Euro kostet. Diese Summe ist nun in der Finanzplanung der Marktgemeinde für das Jahr 2018 enthalten. Allerdings wird eine Finanzier-ung des Projekts ohne staatliche Mittel kaum möglich sein. So hofft man nun auf Zuschüsse aus der Städtebauförderung, die bei rund 60 Prozent liegen könnten.

Mittlerweile hat der mit dem Bahnhofssteg befasste Statiker der Marktgemeinde Berchtesgaden mitgeteilt, dass er die Funktionstüchtigkeit des Übergangs nicht mehr garantieren könne. Noch vor dem zum 1. November anstehenden Gräberumgang, der das Bauwerk an seine Grenzen bringen könnte, muss deshalb eine Alternativlösung angeboten werden. Die besteht aus einer neu zu errichtenden Stahltreppe, für die im laufenden Haushalt 80 000 Euro eingeplant sind.

Seit Kurzem laufen die Bauarbeiten unterhalb des Stegs. Zwischen BayWa-Gelände und Bahnhofsfußweg sind bereits mehrere starke Fundamente betoniert. Darauf soll schon bald die Stahlkonstruktion der neuen Brücke verankert werden. Fußgänger sollen dann über die neu ausgeleuchtete Bahnsteigunterführung und durch das Bahnhofsgebäude zum Busbahnhof geleitet werden – und umgekehrt.

Geschäftsleiter Anton Kurz von der Marktgemeinde Berchtesgaden stellt klar, dass es sich bei dem Projekt nur um eine Zwischenlösung handelt. »Eine Sanierung des Bahnhofsstegs ist weiterhin für die kommenden Jahre geplant. Wie sich die realisieren lässt, muss man sehen.« Ulli Kastner

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