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Unfall in der Jack-Daniels-Höhle

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Abtenau (ml) – Die Höhlenretter der Bergwachten Freilassing und Berchtesgaden wurden heute gegen 7.30 Uhr von den Salzburger Höhlenrettern zu einem Einsatz in der Jack-Daniels-Höhle im Tennengebirge angefordert, wo in rund 250 Metern Tiefe ein polnischer Höhlenforscher im Schacht abgestürzt ist. Die Höhle ist über zehn Kilometer lang und rund 748 Meter tief.


Der Mann liegt laut ersten Informationen schwer verletzt in der Jack-Daniels-Höhle. Schlechtwetter macht einen Flugtransport der Retter unmöglich. Der polnische Höhenforscher war gemeinsam mit sechs anderen Forschern in der langen und tiefen Höhle im Tennengebirge unterwegs. Gegen 2 Uhr hat sich dann der Unfall ereignet: Der polnische Forscher soll etwa acht Meter in die Tiefe gestürzt sein und sich dabei schwere Verletzungen am Oberschenkel und im Beckenbereich zugezogen haben, sagte Wilfried Seidl, der Einsatzleiter und gleichzeitig Bezirksleiter der Bergrettung Tennengau. Noch in den frühen Morgenstunden ist einer der Forscher etwa zweieinhalb Stunden lang aufgestiegen und hat die Einsatzkräfte alarmiert.

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Die sieben Höhlenforscher waren im Auftrag des Salzburger Höhlenvereins in der Jack-Daniels-Höhle unterwegs. Sie sollten die Höhle erforschen, vermessen und dokumentieren. Da kein Flugwetter herrschte, musste ein Voraustrupp von acht Bergrettern aus Abtenau in der früh zwischen drei und vier Stunden zum Unglücksort aufsteigen. Der Einstieg zur Höhle liegt im Nordosten des Bleikogels auf mehr als 2 100 Metern Höhe.

Ein weiterer Trupp von Höhlenrettern und Bergrettern ist ebenfalls zum Unglücksort unterwegs. Laut Seidl sind 35 Bergretter für die Logistik und 37 Höhlenretter im Einsatz. Unterstützt werden die Salzburger Trupps von Helfern aus anderen Bundesländern und aus Bayern.

Gegen 14 Uhr waren die ersten Mannschaften beim Einstieg eingelangt. Dort wird nun ein Basislager eingerichtet. Zwischendurch ermöglichten einige wenige Wolkenfenster Flüge, sodass zumindest bis zur Laufener Hütte geflogen werden konnte. Zwischen 18 und 19 Uhr sollte dann auch ein Arzt die Höhle erreicht haben, hoffte der Einsatzleiter.

Viele der Hilfskräfte standen zuletzt schon bei der Rettungsaktion im Untersberg im Einsatz. »Es gibt viele bekannte Gesichter hier«, sagte Seidl. Er geht davon aus, dass die Rettung des Forschers frühestens um Mitternacht beginnen kann.