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Unfallfreies Schießen, gesunde Finanzen und keine Nachwuchssorgen

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Die Vereinigungsvorstandschaft (v.l.): Kassier Peter Altmann, Schriftführer Sepp Prex, 2. Vorstand Wasti Angerer und Vorstand Rudi Koller. Fotos: Anzeiger/B. Stanggassinger
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Die Vereinigten Weihnachtsschützen des Berchtesgadener Landes trafen sich zur Generalversammlung und einem gemütlichen Beisammensein im »Bräustüberl«.
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Vereinigungsvorstand Rudi Koller (r.) ehrte Hans Fischer (l.) für 25 Jahre Schützenmeisteramt sowie Erhard Moldan für 25 Jahre Schriftführeramt. Beide sind bei den Königsseer Schützen aktiv.

Berchtesgaden – Die Vereinigten Weihnachtsschützen des Berchtesgadener Landes hielten am Samstagabend ihre Generalversammlung im »Bräustüberl« in Berchtesgaden ab. Zuvor trafen sich die Schützen zu einem Gedenkgottesdienst in der Stiftskirche.


Der Altarraum war mit Weihnachtsschützenböllern und Spanschachteln mit Schützenmotiven dekoriert. Kaplan Stefan Leitenbacher zelebrierte den feierlichen Gottesdienst. Eine Bläsergruppe der Marktkapelle Berchtesgaden unter der Leitung von Erhard Moldan gestaltete den musikalischen Teil. Zum Schluss gab Kaplan Stefan Leitenbacher bekannt, dass seine Dienstzeit in Berchtesgaden zu Ende geht. Er übernimmt ab 1. September die beiden Pfarrverbände Prien am Chiemsee und Bad Endorf.

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Im »Bräustüberl« eröffnete Vorstand Rudi Koller die Generalversammlung. Er richtete Grußworte an alle Ehrenmitglieder, Ehrengäste und Schützenkameraden. Koller bat die Versammlung, sich von den Plätzen zu erheben, um der Gefallenen und Verstorbenen Kameraden der Berchtesgadener Weihnachtsschützen zu gedenke. Insbesondere des im vergangenen Jahr verstorbenen Ehrenmitglieds und langjährigen Kassiers Andreas Sachenbacher, des Ehrenvorstands der Weihnachtsschützengesellschaft Oberherzogberg Gebhard Drossbach und des Ehrenvorstands der Struber Weihnachtsschützen Sepp Angerer.

»Die Arbeit machen wir für uns selbst und für unsere Vorgänger, die über Jahrzehnte die Vereine aufgebaut haben«, so Marktbürgermeister Franz Rasp in seinen Grußworten. »Wir machen es für unser Alter, schauen wir darauf, dass unsere Heimat in der Identität erhalten bleibt. Wir halten unser Brauchtum in unserem Glauben lebendig, wir machen das lautstark als Weihnachtsschützen, sodass es jeder hören kann. Nicht zuletzt machen wir es für unsere Kinder.«

Josef Prex verlas den Schriftführerbericht für das Jahr 2013. In dem ausführlichen Bericht ließ Prex unter anderen die Einweihung der Kreuzigungskapelle am Kalvarienberg durch Kardinal Friedrich Wetter, die Trachtenwallfahrt nach Maria Eck, die Böllerprüfung sowie die Vereinsheimatabende, bei denen man insgesamt 994 zahlende Besucher zählte, Revue passieren. Darüber hinaus erinnerte der Schriftführer an den Schützenjahrtag, das Gaufest in Trostberg, an die Verabschiedung von Pfarrer Peter Demmelmair und die Einführungsfeier des neuen Pfarrers Dr. Thomas Frauenlob sowie an die Gestaltung der neuen Gauchronik. »Am Mettenschießen am Heiligabend nahmen vergangenes Jahr 1 037 Schützen teil, beim Silvesterschießen waren es 641 Schützen«, teilte Prex der Versammlung mit. Besonders freute den Schriftführer, dass alle Schießen im letzten Jahr unfallfrei verliefen.

Die Vereinigten Weihnachtsschützen des Berchtesgadener Landes haben derzeit 3 219 Mitglieder.

Peter Altmann gab anschließend Einblicke in die Finanzen der Vereinigung. Einnahmen von 10 230 Euro standen Ausgaben in Höhe von 8 145 Euro gegenüber. Mehreinnahmen von 2 084 Euro wurden zu dem derzeitigen Kontostand addiert, sodass sich ein Guthaben von 16 286 Euro gebildet hat. Franz Pfnür und Simon Schwaiger hatten die Kasse im Vorhinein geprüft und dem Kassier eine ordentliche Buchführung bescheinigt. Peter Altmann wurde anschließend von der Versammlung Entlastung erteilt.

Im anschließenden Vorstandsbericht bedankte sich Rudi Koller bei seinen Vorstandsmitgliedern und den 17 Vereinsvorständen für die gute Zusammenarbeit sowie bei den Bürgermeistern für die Übernahme der Kosten für die Musikkapellen am Jahrtag. Trachtenvorstand Sepp Wenig sprach er ein Lob für die hervorragende Organisation des Schützen- und Trachtenjahrtags im Kongresshaus aus. Koller berichtete über zahlreiche Höhepunkte des Vereinsjahrs. So übernahmen die Auer Schützen das Schießen bei der Trachtenwallfahrt in Maria Eck, die Herzogberger Schützen übernahmen das Weck-Schießen am Jahrtag sowie die Untersalzberger Schützen das Schießen am Jahrtag während des Kirchen- und Festzuges. Beim Gaufest in Trostberg waren die Stanggaßer Schützen vertreten.

Den Schützenmeistern der einzelnen Vereine sprach er seinen Dank für das umsichtige Handhaben des Schwarzpulvers aus. »Der Zuspruch zu unserem einzigartigen Brauchtum ist nach wie vor ungebrochen und wir haben keine Nachwuchsprobleme«, freute sich Koller. Für die Zukunft appellierte Koller, an den Grundwerten festzuhalten. »Dies sind die Pflege des Brauchtums und das Tragen der Berchtesgadener Tracht, welche in jeder Vereinsfassung fest verankert und Voraussetzung für eine Mitgliedschaft bei den Weihnachtsschützen ist«, so der Vereinigungsvorstand.

Anschließend wurden Erhard Moldan für 25 Jahre Schriftführeramt und Hans Fischer für 25 Jahre Schützenmeistertätigkeit geehrt. Die Weihnachtsschützen des Berchtesgadener Landes überreichten den beiden Königsseer Schützen für 25-jährige Tätigkeit in der Vorstandschaft jeweils das silbernen Ehrenzeichen.

Grußworte gab es von Sepp Wenig im Namen der Trachtenvereinigung. Wenig ging auf den Umbau des Kongresshauses ein. »Am Trachten- und Schützenjahrtag steht dieses Jahr der Große Saal nicht zur Verfügung«, informierte Wenig. »Das Aufstellen eines Festzeltes an der Watzmann Therme ist zu kostspielig. So werden die Vereine nach dem Festzug in Eigenregie die örtlichen Wirte besuchen.« 2015 kann der Trachten- und Schützenjahrtag dann wieder wie gewohnt im Kongresshaus stattfinden.

Sepp Wenig erklärte zudem, dass es heuer keinen Auftakt-Heimatabend geben wird. »Die Heimatabende werden erst wieder ab Mitte Oktober im Kongresshaus stattfinden.«

Abschließend erläuterte Gauvorstand Peter Aicher vom Gauverband I ausführlich Beiträge und Finanzen. Auch wies er darauf hin, dass der Gauverband I 2015 sein 125-jähriges Bestehen feiert. Bernhard Stanggassinger