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Ungeliebte Nadelbäume

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Mit den Garagen des Friedhof-Betriebshofes auf dem Bergfriedhof sind die Mitglieder des Friedhofsverbands unzufrieden. Diese sollen erneuert werden, befanden sie bei ihrer Besichtigung. (Fotos: Voss)
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Alexander Cramer inspiziert den Weg auf dem Bergfriedhof. Die Methode der Unkrautvernichtung mit Heißwasser funktioniert, müsste aber öfter angewandt werden.

Berchtesgaden – Von neuen Schindeln für die Friedhofsmauer bis hin zu Beschwerden über Nadelbäume reichten die Themen bei dem Ortstermin des Friedhofsverbandes Berchtesgaden am Mittwochnachmittag auf dem Bergfriedhof. Dort trafen sich die Verbandsmitglieder aus Berchtesgaden, Bischofswiesen und Schönau am Königssee.


Marktbaumeister Peter Hasenknopf zeigte den Mitgliedern des Verbandes zunächst die bemooste Begrenzungsmauer am oberen Ende des Bergfriedhofs. Die Natursteinmauer ist mit Holzschindeln abgedeckt, die nun schon mehr grün als braun sind. Darum müssen sie ersetzt werden. »Hier wollen wir wieder Lärchenholzschindeln«, so der Marktbaumeister. Auf keinen Fall sollte es eine Kupferabdeckung geben. »Das ist Handwerkskunst und das soll auch so bleiben.« Die Sanierung soll im Laufe des Jahres geschehen und etwa 10 000 Euro kosten. Nächster Halt: Die Garagen des Friedhof-Betriebshofes. Diese sind nicht nur alt und beschädigt, sondern auch zu niedrig. Hier soll eventuell eine neue Gerätehütte gebaut werden, dazu laufen derzeit Überlegungen im Verband. Peter Hasenknopf wies im Anschluss auf ein anderes Problem hin: »Wir haben mittlerweile einen ganzen Ordner voll Beschwerden über die Bäume.« Die Nadelbäume auf dem Bergfriedhof, besonders die Lärchen, machen viel Dreck und erschweren so die Grabpflege. Aber deswegen die Bäume alle fällen? Verbandsvorsitzender Franz Rasp sagte: »Der Friedhof lebt von seinen Bäumen.« Pfarrer Peter Schulz riet den Verbandsräten: »Bleibt hart. Ich kenne das von früher. Die Bäume stehen am Friedhof immer falsch, wenn es nach den Leuten geht.«

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Der Verein will nun eine Baumbewirtschaftung in die Wege leiten. Dazu muss zuerst der Bestand festgestellt werden, und dann dementsprechend gehandelt werden. »Das bedeutet zum Beispiel: Wenn eine Fichte in etwa zehn Jahren gefällt werden muss, kann schon jetzt ein anderer Baum dafür gepflanzt werden, wie zum Beispiel eine Wildkirsche. Dann hat man gleich einen Ersatz«, erklärte Hasenknopf. Der Bischofswieser Gemeinderat Alexander Cramer (CSU) machte den Vorschlag, eher kleinblättrige, kleinkronige Bäume zu pflanzen.

»Unkraut vergeht nicht« – Leider trifft das auch auf dem Bergfriedhof zu. Der Friedhofsverband will hier auf Pflanzengift wie Glyphosat verzichten und alternative Methoden anwenden. Zum Beispiel die Heißwasser-Methode: Hier wird mit einer Art Hochdruckreiniger kochend heißes Wasser versprüht und so das Unkraut vernichtet, wie Hasenknopf erklärte. Das wurde bisher nur einmal bei einer Vorführung eines Herstellers gemacht. »Das müssten wir öfters machen, aber dazu fehlt noch das passende Gerät«, erklärt der Marktbaumeister auf Nachfrage. Die Unkrautvernichtung wäre noch effektiver mit einer Art umweltfreundlichem Schaum. »Das haben Mitarbeiter der Straßenreinigung schon einmal ausprobiert, aber das sieht dann noch giftiger aus und die Leute beschweren sich«, erklärt Hasenknopf. Annabelle Voss

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