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»Unglücksbrücke« über den Weißbach neu gebaut

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Die neue Fußgängerbrücke über den Weißbach ist jetzt begehbar. (Foto: Bauregger)

Schneizlreuth – Ende August 2017 hatte der Einsturz einer Fußgängerbrücke über den Weißbach unterhalb des Nagl-Anwesens in Weißbach an der Alpenstraße für großes Aufsehen gesorgt. Jetzt ließ die Gemeinde Schneizlreuth die »Unglücksbrücke«, genauso wie andere Übergänge im Gemeindegebiet, erneuern.


Für ein Gruppenfoto wollte sich damals auf dieser Brücke eine etwa 50-köpfige Gruppe von Kindern, Jugendlichen und deren Betreuer aus dem Landkreis Regensburg zu einem Gruppenfoto positionieren, als die Bachquerung unter dieser Last zusammenbrach. Elf Angehörige der Gruppe wurden bei dem Sturz in das etwa 1,5 Meter tiefer liegende Bachbett leicht bis mittelschwer verletzt. Der Weißbach ist an dieser Stelle circa zehn Meter breit und 20 bis 30 Zentimeter tief.

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Was vielen bis heute unverständlich erscheint, ist die Tatsache, dass die Geschädigten noch mit Bussen zurück in ihr Quartier befördert wurden und die Betreuer erst dann über die Rettungsleitstelle einen Großalarm auslösten. Erst dann wurden die Verletzten untersucht und in umliegende Krankenhäuser gebracht. Seither laufen auch Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft, die nach Wissen des Bürgermeister Wolfgang Simon bis dato auch noch nicht abgeschlossen worden sind.

Jugendliche stürzen bei Gruppenfoto in den Weißbach

Morsche Holzbohlen: Eine Brücke über den Weißbach brach im August letzten Jahres plötzlich unter den Füßen von elf Jugendlichen zusammen, die sich auf dem Übergang für ein Gruppenfoto aufgestellt hatten – die Schüler wurden leicht bis mittelschwer verletzt.

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Das Unglück hat in der Gemeinde Schneizlreuth bei den Bürgern und der Verwaltung nicht nur für große Bestürzung gesorgt, sondern erzwang auch einen neuen Umgang mit den etwa 130 Fußgängerbrücken im Gemeindegebiet. Zum einen werden in gewissen Abständen Sichtprüfungen durchgeführt und die Brücken bei festgestellten Gefährdungen auch konsequent gesperrt oder sogar abgebaut. Gleichzeitig beauftragte Bürgermeister Simon ein Ingenierbüro, die Brücken bezüglich der Statik zu untersuchen und ein Sanierungskonzept zu erstellen.

Die Gemeinde blieb aber auch nicht untätig, sondern ging unverzüglich daran, unter anderem die Unglücksbrücke neu zu bauen, um Teile des Wanderwegenetzes nicht unnötig lange sperren zu müssen. So wurden neben dem besagten Steg auch Brücken etwa in der Weißbachschlucht in Stahlbauweise erneuert beziehungsweise am Dufterweiher in Weißbach durch ein überschüttetes Durchlassrohr ersetzt.

Da die Brücken oft in sehr unwegsamem Gelände liegen und mit normalen Transportfahrzeugen nicht angefahren werden können, muss die Gemeinde immer wieder spezielle Transportkapazitäten, etwa per Hubschrauber, so wie in der Aschauerklamm oder der Weißbachschlucht, oder per Autokran, wie im Falle des Unglückssteges, nutzen. Werner Bauregger