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»Unrecht mit Unrecht bekämpfen«

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So schauten die Gänse nach ihrer Befreiung aus. Normalerweise sind die Tiere schneeweiß. (Foto: Fischer)

Marktschellenberg – Kein Fuchs hat die Gans gestohlen. Und auch keine dreisten Diebe. Zum Gansdiebstahl Mitte November in Marktschellenberg hat der »Berchtesgadener Anzeiger« jetzt ein anonymes Bekennerschreiben erhalten. Darin begründen die Tierschützer ihr Handeln. »Die ärmsten Tiere wurden aus widrigsten Bedingungen von uns befreit«, schreiben sie. Auch der Berchtesgadener Polizei liegt das Schreiben, dem auch ein Foto beiliegt, inzwischen vor.


Laut Bekennerschreiben standen die Gänse monatelang zusammengepfercht in ihrem eigenen Dreck. Ohne Sonne und ohne Wasserzugang. »Zum Zeitpunkt der Befreiung war weder Wasser noch Futter vorhanden«, schrieben die Entführer. Außerdem habe der Halter den Verlust erst vier Tage später bemerkt, »was uns nachträglich noch mehr in unserem Handeln bestätigt hat«. Laut Bekennerschreiben dürften die Gänse nun »glücklich und in Freiheit artgerecht leben«. Der Brief enthält außerdem einen Merksatz von Franz von Assisi: »Tue den Mund auf für die Stummen und die Sache derer, die verlassen sind.« Das Schreiben endet mit den fett gedruckten Worten: »Unrecht kann manchmal nur mit Unrecht bekämpft werden.«

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Die Berchtesgadener Polizei hat derweil noch keine weiteren Erkenntnisse zur Tat. Wie der ermittelnde Beamte Siegfried Lenz aber auf Nachfrage mitteilt, stimme es ihn »sehr nachdenklich«, wie die Gänse gehalten worden seien. Für ihn steht fest: »So geht's nicht.« Lenz will deshalb nochmals mit dem Gänsehalter sprecher und ihn zur artgerechten Haltung ermahnen. Christian Fischer