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Unter Ausschluss der Öffentlichkeit

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Im Kaiser-Franz-Sinkwerk machte die Prozession Halt bei der heiligen Barbara. Fotos: Anzeiger/B. Stanggassinger
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Die Segnung des Kaiser-Franz-Sinkwerkes durch Pfarrer Peter Demmelmair.
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Letzte Bergweihe für Hans Neumeier (l.) und Bernhard Lochner.
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Abschlussworte in der Kaue von Standortleiter Franz Lenz (M.) und Pfarrer Peter Demmelmair.
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Berchtesgaden - Die Bergweihe ist eine jahrhundertalte Tradition und es war zugleich der Beginn des neuen Arbeitsjahres. Im Normalfall findet die Bergweihe unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Ausnahmsweise wurde diesmal unserem Fotografen Bernhard Staggassinger die Teilnahme gestattet, die Fotoerlaubnis ebenfalls. Seine Eindrücke schildert er im folgenden Artikel.


In der Kaue des Salzbergwerks Berchtesgaden stand ein beleuchteter Christbaum, circa 60 Bergknappen, alle in Weiß gekleidet, waren versammelt und Pfarrer Peter Demmelmair eröffnete die traditionelle Bergweihe mit einer kurzen Andacht. Dabei galt der Dank dem Herrgott für das vergangene Arbeitsjahr. Insbesondere dachte der Geistliche auch an den im vergangenen Jahr verstorbenen Mesner Heinrich Zauner, der viele Jahre die Bergweihe begleitete.

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Angeführt vom dienstältesten Bergknappen Lorenz Staudinger mit dem Zunftkreuz, den Bergknappen, Dekan Pfarrer Peter Demmelmair, Kaplan Stefan Leitenbacher, Pfarrer Josef Zierl, Diakon Bodinger, Diakon Florian Welter, Stiftsmesner Dirk Eggenweiler und mehreren Ministranten - jeder mit einer brennenden Kerze - ging es betend über das Betriebsgelände hinauf zur Moserrösche. Der Prozessionsweg führte durch den kurzen Stollen und dann in den Frauenberg-Hauptschachtricht. Das erste Evangelium verlas Pfarrer Demmelmair am Streckenkreuz zum Bayernschurf. Es wurden zwei Weihrauchfässer mitgetragen, eines von den Bergknappen, das andere von den Ministranten.

Das Kerzenlicht spendete in dem mit Weihrauchschwaden durchzogenen düsteren Stollen »mystisches« Licht. Lautstark wurden während der Prozession die Geheimnisse des freudenreichen, glorreichen und schmerzhaften Rosenkranzes gebetet. Man hielt an bei der mit Tannenzweigen, Lametta und Strohsternen geschmückten heiligen Barbara im Kaiser-Franz-Sinkwerk. Am Kaiser-Franz-Ankehrschurf verlasen Kaplan Stefan Leitenbacher und Diakon Karl Bodinger das 2. und 3. Evangelium. Am Füllort des Hauptblindschachtes in der Ferdinandberg-Stollensohle waren ein beleuchteter Christbaum und eine Futterkrippe mit einem geschnitzten Jesuskind aufgestellt.

Pfarrer Josef Zierl verlas das vierte Evangelium und man sang im Anschluss gemeinsam das Lied »Stille Nacht, Heilige Nacht«. Im Pumpenhaus wurden die Solepumpen der Soleleitung nach Bad Reichenhall mit Johanniswein gesegnet. Ein Schlussgebet für ein »Glück auf« im neuen Arbeitsjahr folgte in der Kaue und nach dem Segen erklang das Lied »Großer Gott wir loben Dich«.

Standortleiter Franz Lenz brachte zum Schluss seine Gedanken zum Ausdruck, die ihm während der Prozession kamen. Es sei vor allem der Glaube, der Glaube an sich selbst (wenn man als Bergmann allein in den Berg muss), der Glaube an die Gemeinschaft (alle gleich weiß gekleidet) und den Glauben an den Hergott.

Lenz bedankte sich bei der Geistlichkeit und lud zum Abendessen in das Gasthaus »Reichenbach« ein. Pfarrer Demmelmairs Wunsch war am Ende, dass so wie im Berg auch zu Hause in den Familien und bei den Gottesdiensten in den Kirchen gebetet werde.

Nach vielen Jahren war es für Hans Neumeier, Bernhard Lochner und Reinhard Brandner die letzte Bergweihe, denn sie werden in diesem Jahr in den Ruhestand verabschiedet, genauso Franz Brandner, der aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein konnte. Mit dabei war aber ein Vertreter des katholischen Medienhauses. Seinen Bericht findet man im Internet unter www.muenchener-kirchenradio.de.