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Unterschrift gegen Studiengebühren

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Schuldirektor Andreas Schöberl. Fotos: Anzeiger-Archiv
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In den Rathäusern der fünf Talkessel-Gemeinden können sich Stimmberechtigte von Donnerstag, 17., bis Mittwoch, 30. Januar, in die Listen für das Volksbegehren gegen Studiengebühren eintragen.

Berchtesgaden - Die Talkessel-Bürger haben ab Donnerstag zwei Wochen lang Zeit, sich in den Gemeinde-Rathäusern auf ausliegenden Listen für das Volksbegehren gegen die Studiengebühren einzutragen. Zehn Prozent der Stimmberechtigten, das entspricht etwa 900 000 Unterschriften, müssen ihre Stimmen abgeben. Breite Unterstützung erfährt das Volksbegehren von hiesigen Schulleitern und Politikvertretern.


Ab Donnerstag, 17. Januar, liegen die Listen aus. Die Frist, in der sich alle stimmberechtigten Personen eintragen dürfen, endet am Mittwoch, 30. Januar. »Die zehn Prozent zu erreichen, ist ein ehrgeiziges Ziel«, sagt etwa Dr. Bartl Wimmer (Grüne), Mitglied des Kreistages und Fraktionssprecher im Gemeinderat von Berchtesgaden. Der Direktkandidat für die nächsten Landtagswahlen ist aber fest davon überzeugt, dass es machbar ist. »Studiengebühren sind unsozial.« Gründe, warum die Studiengebühren abgeschafft gehörten, gebe es mehrere. »Deutschland kann im Wettbewerb nur mit gut ausgebildeten Menschen bestehen«. Eine Bildungshürde könne man sich nicht erlauben - vor allem hinsichtlich der internationalen Wettbewerbsfähigkeit, die dadurch leidet. »Es ist notwendig, die Studiengebühren also abzuschaffen«, weiß der Geschäftsführer eines Unternehmens, das in 21 Ländern tätig ist.

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Dass sich ausreichend Studenten innerhalb der zweiwöchigen Frist am Heimatort eintragen werden, hält er für realistisch. »Das Bündnis, das gegen die Studiengebühren auftritt, ist groß.«

Auch Andreas Schöberl, Direktor am Gymnasium Berchtesgaden, sagt, dass Studiengebühren abgeschafft gehörten. »Ich halte sie für sozial wenig verträglich«, so seine Meinung. 500 Euro im Semester seien viel Geld. Geld, das vor allem dann fehlt, wenn mehrere Kinder den Wunsch haben, studieren zu wollen. Auf der anderen Seite erkennt Schöberl aber auch den Nutzen von Studiengebühren. »Die Hochschulen brauchen das Geld für die Lehre.« Es müsse nur klar ersichtlich sein, für was die finanziellen Mittel verwendet werden. Eine Benachteiligung für den Einzelnen dürfe nicht passieren«, so Schöberl.

Ähnlich sieht das auch Frank Fiebrich, stellvertretender Schulleiter am Gymnasium der CJD Christophorusschule. Zwei von Fiebrichs Kindern studieren. »Als Privatperson bin ich klar gegen die Studiengebühren«. Ob im zweiwöchigen Zeitraum ausreichend Unterschriften gesammelt werden, stehe in den Sternen: »Ich weiß nicht, inwiefern die Bevölkerung für diese Sache sensibilisiert ist.« Denn die Studiengebühren beträfen »hauptsächlich Familien«. Interessant, aber noch ziemlich offen, sei das Ergebnis, so Frank Fiebrich.

Die Listen für das Volksbegehren gegen die Studiengebühren liegen in den Gemeinden aus. Für Berchtesgaden gelten die gewöhnlichen Gemeindeöffnungszeiten. Zusätzlich haben Bürger die Möglichkeit, sich am Donnerstag, 17. und 24. Januar, bis 20.00 Uhr einzutragen. Auch am Sonntag, 20. Januar, von 9.00 bis 11.00 Uhr und am Samstag, 26. Januar, von 13.00 bis 15.00 Uhr haben Stimmberechtigte die Chance, sich in der Liste einzuschreiben. Marktschellenberg hat am Donnerstag, 24. Januar, bis 20.00 Uhr geöffnet, ebenso liegen die Listen auch am Samstag, 26. Januar, von 9.00 bis 11.00 Uhr aus. Schönau am Königssee lässt die Gemeindetüren am Donnerstag, 17. Januar, bis 20.00 Uhr offen. Auch am Samstag, 26. Januar, kann man sich von 9.00 bis 11.00 Uhr dort in die Listen eintragen. In der Ramsau öffnet man von Montag bis Freitag von 8.00 bis 12.00 Uhr, von Montag bis Mittwoch von 13.00 bis 16.00 Uhr und am Donnerstag bis 17.00 Uhr. Am Samstag, 19. Januar, liegen die Listen von 10.00 bis 12.00 aus, am Donnerstag, 24. Januar, auch von 13.00 bis 20.00 Uhr. In Bischofswiesen gelten folgende Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 8.00 bis 12.00 Uhr, Montag bis Donnerstag auch von 13.00 bis 16.00 Uhr. Am Mittwoch, 23. Januar, werden die Listen von 16.00 bis 20.00 Uhr ausgelegt, ebenso am Samstag, 26. Januar, von 9.00 bis 11.00 Uhr. kp