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»Unterstützung statt Bevormundung«

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Berufsberater Josef Jerger (v.l.) mit Ramona Schielke und Julia Ilsanker. Foto: privat

Berchtesgaden (jk) – Der zuständige Berufsberater der Arbeitsagentur Traunstein, Josef Jerger, informierte die zahlreich anwesenden Schüler und Eltern der Vorentlassklassen, welche Berufsmöglichkeiten nach den verschiedenen Abschlussarten der Mittelschule in Betracht gezogen werden können. Des Weiteren thematisierte er die regionale Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt sowie die lohnenden Angebote der Berufsberatung.


Für Schüler, die mit dem erfolgreichen oder dem qualifizierenden Abschluss der Mittelschule die »Bacheifeldschule« verlassen, ergeben sich im dualen System der Berufsausbildung zahlreiche Möglichkeiten und vor allem auch in unserer Region gute Chancen auf dem Ausbildungsmarkt.

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Wahl prüfen

»Die Chancen für einen Jugendlichen auch im inneren Landkreis sind relativ gut. Allerdings muss schon sorgfältig geprüft werden, ob es auch der Beruf ist, der zu einem passt«, so Jerger. Zudem müssen auch die Bewerbungsfristen beachtet werden, denn das Auswahlverfahren vieler Banken und Versicherungen oder des öffentlichen Dienstes beginnt bereits jetzt im Februar, wenn eine Ausbildung im nächsten Jahr in Betracht gezogen wird. »Daher ist es besser, jetzt aus dem Vollen zu schöpfen und sich zielgerichtet zu bewerben«, gab Jerger zu bedenken. Außerdem sollte nicht allzu lange auf eine Antwort von den Betrieben gewartet werden. Empfehlenswert ist es auch, nach Alternativen Ausschau zu halten, um am Ende nicht mit leeren Händen dazustehen, erklärte Jerger. »Spätzünder« haben auch die Chance, mit guten Zensuren während der Berufsausbildung den mittleren Bildungsabschluss nachzuholen, um sich beruflich besser positionieren zu können.

Zweiten Bildungsweg nützen

»Vor allem für diejenigen Mittelschüler, die erfolgreich den mittleren Bildungsabschluss erreicht haben, eröffnen sich vielfältige Wege, beispielsweise über die Fachoberschule oder über eine dreijährige Berufsausbildung mit anschließendem Besuch der Berufsoberschule bis hin zum Hochschulstudium«, betonte Jerger. Seit dem letzten Jahr bieten auch die CJD Christophorusschulen Berchtesgaden die allgemeine Fachhochschulreife in den Bereichen Sozialwesen sowie Wirtschaft und Verwaltung an, die für viele leistungsmotivierte Schüler/-innen eine lohnende Perspektive bildet. Zudem erwähnte er die Möglichkeit, eine Einführungsklasse am Karlsgymnasium in Bad Reichenhall oder am CJD Gymnasium am Dürreck zu besuchen, um Absolventen der Mittlere-Reife-Klassen den Übertritt auf das Gymnasium und den Erwerb der allgemeinen Hochschulreife zu ermöglichen. Daneben kann auch eine Beamtenausbildung im mittleren Dienst, eine Ausbildung bei der (Bundes-)Polizei oder der Bundeswehr nach Bestehen der »M 10« in Betracht gezogen werden.

Kaufmännische Berufe beliebt

Zurzeit führen die kaufmännischen Berufe wie Bürokauffrau/-mann beziehungsweise Kauffrau/-mann im Einzelhandel das Ranking der beliebtesten Ausbildungsberufe im Agenturbezirk Traunstein an.

Im Anschluss daran informierte der Berufsberater zudem über die verschiedenen Dienstleistungsangebote der Berufsberatung: Neben der Möglichkeit von kostenlosen Berufswahltests oder verschiedenen Informationsquellen im Internet, wie zum Beispiel »Berufenet«, »Kursnet« oder »Jobbörse«, erläuterte er auch die Möglichkeit finanzieller Zuschüsse durch die Agentur für Arbeit: »Vor allem auch ausbildungsbegleitende Hilfen an den Standorten Freilassing, Bad Reichenhall oder Berchtesgaden werden von vielen Jugendlichen angenommen.« Hier können Auszubildende, wenn schulisch einmal »der Schuh drückt«, kostenlos Nachhilfe in Anspruch nehmen. Auch ein Bewerbungskostenzuschuss oder eine finanzielle Förderung bei einer schulischen Ausbildung waren für viele Anwesenden lohnende Informationen.

Unterstützung durch Eltern

Die Rolle der Eltern bei der Berufswahlfindung brachte Jerger auf den Punkt: »Unterstützung statt Bevormundung lautet die Devise, denn nicht immer decken sich die Vorstellungen der Eltern mit denen der Jugendlichen.« Laut einer Umfrage ist es den Jugendlichen besonders wichtig, dass sie Unterstützung beim Bewerbungsmarathon erfahren und dass die Eltern auch einmal ausgefallenere Berufswünsche akzeptieren sollten.

Eine offene Fragerunde, bei der sich Konrektor Johannes Kumeth auch für das Interesse der Eltern am beruflichen Werdegang der Schüler/-innen bedankte, schloss den informativen Elternabend der Berufsberatung ab.