weather-image
18°

Urlaubergruppe trifft keine Schuld

4.1
4.1
Bildtext einblenden
Unterhalb des Kehlsteingipfels riss eine Nassschneelawine einen Fußgänger mit. Foto: Bergwacht
Bildtext einblenden
Einsatzvorbereitung in der Scharitzkehl. Foto: BRK BGL

Berchtesgaden (PIB/UK) – Die Urlaubergruppe aus Unterfranken, die am Gründonnerstag am Kehlstein in eine Lawine geraten war (wir berichteten) trifft nach Angaben der Polizei keine Schuld. Glück im Unglück hatte der am Oberschenkel verletzte 26-Jährige, den ein Baum vor einem weiteren Absturz bewahrte.


Die achtköpfige Fußgängergruppe aus dem Raum Unterfranken hatte sich am Vormittag zu Fuß aufgemacht, um über den Sommerfußweg (Dahlsenwinklstraße) zum Kehlstein zu gehen. Bei einer Querung nordseitig unterhalb des Kehlsteingipfels auf etwa 1 550 Metern Meereshöhe löste sich oberhalb auf der Altschneedecke ein Nassschneerutsch, der einen 26-jährigen Mann aus Oberthulba mitriss. Durch den schweren nassen Schnee wurde der Mann etwa 30 Meter mitgerissen und blieb dann an einem Baum hängen. Durch den Anprall am Baum und den Druck durch den Nassschnee wurde der Mann am Oberschenkel verletzt.

Anzeige

Dabei hatte der 26-Jährige noch Glück im Unglück, denn wäre er nicht an dem Baum hängen geblieben, so wäre er weitere 100 Meter über eine Felswand abgestürzt, was dann wohl nicht so glimpflich ausgegangen wäre.

Weitere Personen wurden nicht mitgerissen und seine Begleiter stiegen sofort zu ihrem Freund hinab, um ihn aus dem Schnee zu befreien. Die Bergung übernahm die Bergwacht Berchtesgaden, die mit Unterstützung durch den Rettungshubschrauber »Christoph 14« aus Traunstein den Verletzten in die Kreisklinik Berchtesgaden brachte. Drei Stunden später konnte der Mann das Krankenhaus nach ambulanter Versorgung wieder verlassen.

Die restlichen Personen der Gruppe wurden in Zusammenarbeit der Bergwacht und dem Polizeihubschrauber »Edelweiß 1« aus München zur Wendeplatte am Kehlsteinhaus geflogen, von wo aus sie die Bergwacht ins Tal brachte.

Laut Polizei scheidet nach derzeitigem Sachstand Fremdverschulden aus, ebenso könne keinem aus der Gruppe als Verantwortlichem ein Vorwurf gemacht werden. Der Nassschneerutsch war nach Polizeiangaben nicht durch die Personen ausgelöst worden. Der Lawinenlagebericht hatte für den Karfreitag die Lawinengefahr in dieser Höhenlage als gering (Lawinenwarnstufe 1) eingestuft. Es waren zuvor auch schon weitere Personen zu Fuß auf diesem Weg unterwegs gewesen.