Vandalismus auf 2 657 Metern Höhe

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Männer der Bergwacht Ramsau und der Bundespolizei ließen sich vor einer Woche auf dem Hocheck absetzen, um eine provisorische Reparatur durchzuführen. (Fotos: privat)

Ramsau – Die Unterstandshütte am Watzmann-Hocheck hat schon mehrmals Leben gerettet. Schon deshalb macht der Vandalismus, den es auf 2 657 Metern zuletzt gab, den Ramsauer Bergwachtchef Rudi Fendt fassungslos.


Denn zweimal haben Unbekannte dort jeweils ein Fenster zerstört. Und jedes Mal musste alles in einer aufwendigen Aktion repariert werden. Zuletzt am Mittwoch vergangener Woche.

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Seit 2006 steht die hölzerne Schutzhütte auf dem Hocheck. »Eigentlich haben die Bergsteiger jahrelang ganz gut auf das Gebäude aufgepasst«, sagt Rudi Fendt, Bereitschaftsleiter der Bergwacht Ramsau. Im Herbst stellte man dann erstmals eine eingeschlagene Fensterscheibe fest. »Den Spuren nach muss das mutwillig geschehen sein«, vermutet Fendt. Die anschließende Reparaturaktion sollte sich als sehr aufwendig erweisen. Erst musste ein Nationalparkranger das zerstörte Fenster an Ort und Stelle ausmessen. Dann wurde es nachgebaut und musste auf den Berg geflogen werden. Wegen zu heftigen Windes konnte der Hubschrauber allerdings nicht landen. Das Fenster musste daraufhin bei starken Wind vom Watzmannhaus aus zum Gipfel getragen werden.

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Beim zweiten Vorfall haben Unbekannte ein Fenster aus den Angeln gehoben.

Schon zwei Wochen später stellte dann ein Nationalparkranger erneut ein beschädigtes Fenster fest, das aus den Angeln gehoben worden war. »Kurz vor dem Schlechtwettereinbruch im November konnten wir es nicht mehr reparieren«, erläutert Fendt.

Erst vor wenigen Tagen konnten sich nun Männer der Bergwacht und der Bundespolizei vom Hubschrauber der Fliegerstaffel Oberschleißheim, die auf Kühroint eine Übung absolvierte, mit der Seilwinde am Gipfel absetzen lassen.

Man vernagelte das Fenster provisorisch, im Frühling soll es dann richtig repariert werden. »Die Bergsteiger sollten mit dieser Hütte sorgsam umgehen«, lautet der Appell vom Bergwachtchef Rudi Fendt. Er weiß am besten, wie wichtig die Schutzhütte im Ernstfall sein kann. UK

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