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Verbindung von Leistungssport und Schule

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Alleine das Hauptgebäude der Red Bull Akademie umfasst eine Gesamtfläche von 12 330 Quadratmetern. Die Sporthalle hat insgesamt 15 000 Quadratmeter. Fotos: Anzeiger/Hudelist
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Im Internat der Red Bull Akademie sind derzeit 120 Schüler untergebracht. Die Wohnfläche beträgt 5 000 Quadratmeter. Ein Stockwerk ist für die Eishockeyspieler und eines für die Fußballer reserviert.

Salzburg – Zwei Eishallen, fünf Fußballplätze und ein Motorik-Park stehen seit Anfang Juli am Grundstück der ehemaligen Trabrennbahn im Salzburger Stadtteil Liefering, direkt nach dem Grenzübergang Freilassing, zur Verfügung.


Dazu kommen ein rund 12 000 Quadratmeter großes Haupthaus und eine 15 000 Quadratmeter große Sporthalle. Im Internat der Red-Bull- Fußball- und Eishockey-Akademie sind derzeit 120 Schüler untergebracht. Am Samstag präsentierte der Konzern die Anlage erstmals der Öffentlichkeit.

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»Bisher mussten die Spieler bis zu 30 Kilometer pro Tag zurücklegen, um zu den diversen Einrichtungen zu kommen«, erzählt Sportdirektor Helmut Schlögl, der gemeinsam mit dem Akademie-Koordinator Andreas Mayer für den Eishockey-Bereich verantwortlich zeichnet. Nun sei es gelungen, alles zentral an einem Ort unterzubringen.

Den Bereich Fußball leitet der gebürtige Teisendorfer Ernst Tanner in Personalunion. Damit auch die schulische Ausbildung der jungen Talente im straffen Trainingsalltag nicht unter den Tisch fällt, kooperiert die Akademie unter anderem mit der Salzburger Sporthandelsschule und dem Sportgymnasium. »Schule geht eigentlich über alles. Sie macht 51 Prozent des Alltags aus«, ist Mayer überzeugt. Dabei wird vor allem auch beachtet, dass sich die Stunden- und Trainingspläne gegenseitig ergänzen. Zudem wurden für die Schüler eigene Shuttle-Busse eingerichtet.

Der Spatenstich für den Bau erfolgte nach anfänglichen Protesten der Salzburger Stadtregierung im August 2012. Besonders der grüne Stadtrat Johann Padutsch zeigte sich im Vorfeld kritisch. Dennoch konnten bereits im Juli dieses Jahres die ersten Schüler ihr Quartier im Internat beziehen. Insgesamt gibt es auf einer Wohnfläche von 5 000 Quadratmetern 88 Doppelzimmer, Freizeitmöglichkeiten und eine Küche, die täglich für bis zu 400 Menschen kocht. Die Menüs werden dabei von Ernährungsberatern auf die Sportler abgestimmt.

Um im sportlichen Bereich bestmögliche Voraussetzungen zu bieten, sind neben den Fußballplätzen und den beiden Eishallen in der Akademie auch einige Weltneuheiten zu finden, die den Trainingsalltag revolutionieren sollen. So werden etwa die Bewegungen der Spieler im Training – sowohl beim Eishockey als auch beim Fußball – elektronisch erfasst. Dabei tragen die Nachwuchs-Talente unter ihrer eigentlichen Ausrüstung spezielle Shirts, die es den Trainern erlauben, ihre genauen Bewegungen aufzuzeichnen.

Dabei werden unter anderem die Höchstgeschwindigkeit, die Durchschnittsgeschwindigkeit und die Beschleunigungswerte gemessen. Anhand dieser Daten werden die Trainingspläne dann laufend individuell angepasst.

Um Unfällen vorzubeugen, hat jede Mannschaft einen eigenen Physiotherapeuten. Sollte dennoch etwas passieren, gibt es in der Eishalle einen medizinischen Erstversorgungsbereich. Für schwerere oder längerfristige Verletzungen ist zudem auf einer Gesamtfläche von 300 Quadratmetern direkt in der Akademie eine medizinische Abteilung mit Krankenhausausstattung untergebracht.

Zwei interne Ärzte stehen jederzeit direkt vor Ort bereit, zwei externe auf Abruf. Darüber hinaus sind im Hauptgebäude auch ein Diagnostikzentrum, ein Psychologiezentrum und ein eigenes Labor untergebracht. Auch ein Regenerationsbereich befindet sich auf dem Gelände.

Als Einzugsgebiet der Akademie bezeichnet Fußball-Leiter Ernst Tanner den »Salzburger Raum inklusive großem deutschen Deck«. »Im Schnitt haben wir ein bis zwei Spieler aus Bayern pro Mannschaft«, so Tanner. Beim Eishockey ist dieser Wert mehr als doppelt so hoch. Auf zwei Altersklassen kommen hier neun bayerische Nachwuchstalente. »Wir wollen deutsche und österreichische Spieler bestmöglich mit internationalen kombinieren, um sie richtig zu fordern«, so Eishockey-Direktor Schlögl. Etwa ein Drittel der Eishockey-Spieler stammt aus Österreich, ein weiteres Drittel aus Deutschland und die restlichen aus anderen europäischen Ländern. Michael Hudelist