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Verdruss über das Verkehrschaos

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Bei der Jahreshauptversammlung des Tourismusvereins Berchtesgaden wurde vor allem über Baustellenthemen diskutiert. Auf dem Bild (v.l.): Bürgermeister Franz Rasp, Schriftführerin Kathrin Staudinger, Vorsitzender Werner Sliwa, stellvertretender Vorsitzender Helmut Krause und Kassenwartin Marianne Krause. (Foto: Pfeiffer)

Berchtesgaden – Werner Sliwa, Vorsitzender des Tourismusvereins Berchtesgaden mit 600 Mitgliedern, bereitet die Baustellensituation im Talkessel großes Kopfzerbrechen: »Um ehrlich zu sein, es ist die Hölle«, sagte er in der Jahreshauptversammlung im Gasthaus »Goldener Bär«. Seit zehn Jahren werde gesagt, dass alles besser werde – »aber nichts passiert«. Marktbürgermeister Franz Rasp bedauert das Verkehrschaos, »im Vergleich mit Piding und Reichenhall können wir aber zufrieden sein«. Bedenken äußerte Sliwa auch über die Kehlsteinwege. Dort lagert noch immer aufgebrochener Teer in mehreren Deponien.


»Ohne Smartphone und Webpräsenz geht es heutzutage nicht mehr«, sagte Sliwa. Noch immer gebe es Vermieter im Talkessel, die keinen richtigen Online-Auftritt hätten. Deshalb habe sich auch der Verein entschieden, eine neue Homepage in Auftrag zu geben, die die Vermieter entsprechend repräsentiert und mit Smartphones kompatibel ist. Am 24. Dezember soll der neue Auftritt, den die Besucher während der Versammlung bereits zu sehen bekamen, an den Start gehen. Großes Lob sprach Sliwa den fünf Bürgermeistern des Talkessels aus, die über Monate intensiv in den Markenprozess involviert waren. »Jetzt sind die Rahmenbedingungen geschaffen, mit denen wir arbeiten können.«

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Derzeit beschäftige die Berchtesgadener vor allem die Baustellensituation. Schlimmer sei es noch nie gewesen. »Seit zehn Jahren wird immer wieder gesagt, dass sich die Situation verbessert«, ärgerte er sich. Doch passiert sei wenig. »Zeitweise konnte man den Talkessel nicht verlassen, weder über Marktschellenberg noch über Bischofswiesen«, sagte Sliwa, der es als Zumutung empfindet, dass einzelne Straßen immer wieder aufgerissen würden. Sei es wegen Gas, Wasser oder Telekom. »Außerdem macht es kein gutes Bild, dass alle unsere Straßen wie Fleckerlteppiche aussehen.«

Bürgermeister Rasp, der auch TRBK-Vorsitzender ist, sagte, dass »im Vergleich zu Piding und Reichenhall traumhafte Verhältnisse herrschen«. Wegen zahlreicher Baustellen und vieler Verkehrsteilnehmer müsse man aber auch im Talkessel Geduld mitbringen. Rasp sagte, dass er sogar noch mehr Baustellen in Kauf nehmen würde, »wenn wir endlich ein besseres Internet bekommen«. In der Gemeinde achte man sehr darauf, dass bei Straßenarbeiten immer alle Einzelgewerke wie Fernwärme, Abwasser oder Telekom gleichzeitig verlegt würden. Dass sich so mancher Straßenkörper in einem schlechten Zustand befinde, wollte Rasp nicht bestreiten.

Auch wenn er sich zur Situation in Bischofswiesen nicht äußern wollte, sagte er: »Es ist bitter, eine derartige Ampelregelung auf einer Bundesstraße zu haben.« Mit Hochdruck plane man in Berchtesgaden im Vorfeld Straßenbauarbeiten. »Wir versuchen auch zukünftig, Maßnahmen nicht in die Hauptsaison zu legen.« In einem kurzen Vorausblick stimmte Rasp die Mitglieder darauf ein, dass auch im kommenden Jahr so manche Baustelle das Ortsbild bestimmen werde. So werde etwa die Waltenbergerstraße am Obersalzberg saniert, auch wird es in der Obergern und auf dem Lärcheck zu Behinderungen kommen.

Ein großes Projekt sei darüber hinaus der Kreisverkehr am Bahnhof, an dem es vor allem im Sommer zu langen Staus kommt. Geplant sei ein »Bypass« in Richtung Ramsau, damit sich jene, die in Richtung Ramsau wollen, nicht mehr im Kreisverkehr einordnen. »Die Zweispurigkeit schaffen wir ab«, sagte Rasp. Ein Teil des Busbahnhofes soll dann als »Bypass« genutzt werden.

Unverständnis äußerte Vorsitzender Werner Sliwa über die Ausbauarbeiten des giftigen Teers auf den Kehlsteinwegen. »Das Zeug liegt seit Wochen dort oben rum und wird nicht abtransportiert.« Rasp sagte, dass das Material beprobt werden müsse, seiner Meinung nach laufe der Abtransport des Teerausbaus auf Hochtouren. Kilian Pfeiffer