weather-image

Verkehrsstau auf der Umleitungsstrecke

2.4
2.4
Bildtext einblenden
Ja nach Tageszeit kommt es im Bereich der Bischofswieser Bahnbaustelle, wo eine Ampelregelung installiert ist, zu längeren Wartezeiten. Weil die Alpenstraße in Ramsau komplett gesperrt ist, belasten die umgeleiteten Fahrzeuge die Bischofswieser Strecke zusätzlich. (Fotos: Wechslinger)

Bischofswiesen/Ramsau – Gute Nerven brauchen in diesen Tagen Autofahrer und Busfahrgäste, die nach Bad Reichenhall wollen oder aus der Kreisstadt in Richtung Berchtesgadener Talkessel fahren. Das Wachterl ist nämlich wegen Asphaltierungsarbeiten bis 30. September voll gesperrt. Und wer den Umleitungsschildern über Bischofswiesen folgt, der steht je nach Tageszeit bis zu 20 Minuten im Stau. Denn dort gibt es aktuell wegen Gleisbauarbeiten eine Ampelregelung. Keine gute Koordination sei das, kritisierte Bernhard Heitauer (CSU) am Dienstag im Gemeinderat Bischofswiesen. Das Landratsamt hatte nach »Anzeiger«-Informationen am selben Tag bereits reagiert und veranlasst, dass es zumindest zu den Hauptverkehrszeiten freie Fahrt auf beiden Spuren gibt.


Das Straßenbauamt Traunstein saniert seit Montag auf über vier Kilometern die Deckschicht auf der Alpenstraße in Ramsau. Außerdem werden hier die Randbereiche und die Entwässerung auf den neuesten Stand gebracht. Die noch bis Ende nächster Woche dauernde Vollsperrung beginnt am Parkplatz Taubensee in der Mordau und endet 100 Meter nach der Zufahrt »Auf der Reiten«.

Anzeige

Autofahrern, die aus Ramsau nach Bad Reichenhall wollen, bleibt nichts anderes übrig, als die offizielle Umleitungsstrecke über Bischofswiesen zu nehmen. Doch da wartet dann die nächste Überraschung. Die Deutsche Bahn AG führt nämlich in Winkl Gleisbauarbeiten durch, die aktuell über eine Strecke von rund 200 Metern eine Ampelregelung erforderlich machen. Seit Anfang letzter Woche kommt es hier – je nach Tageszeit – zu langen Staus mit Wartezeiten bis zu 20 Minuten. Teilweise haben sich die Autos letzte Woche bis in die Stanggaß, auf der nördlichen Seite bis zum Panorama Park zurückgestaut.

Mit Straßensperrungen »sensibel« umgehen

Für Bernhard Heitauer (CSU) waren die Parallelbaustellen am Wachterl und in Bischofswiesen am Dienstag im Gemeinderat Anlass zur Kritik. Bereits im letzten Jahr habe es Sperrungen auf beiden Talkessel-Zufahrten gegeben, heuer sei das wieder der Fall. Heitauer bat die Verwaltung darum, bei der Verkehrsbehörde am Landratsamt vorzusprechen. Dort solle man doch bitte mit Straßensperrungen »sehr sensibel« umgehen. Für allem für die ortsansässigen Unternehmer seien die Verkehrsbehinderungen problematisch.

Dass es teilweise chaotisch zugeht, verdeutlichte Heitauer mit zwei Beispielen. So hätten viele Verkehrsteilnehmer in den letzten Tagen den Greinswiesenweg als »Bypass« benutzt, wobei sie »wild fuchtelnd« zwischen Bobby Cars und Traktoren hindurchgefahren seien. Ein anderer Fall spielte sich direkt vor Heitauers Firmengebäude ab. »Ein Autofahrer ist bei mir einfach über den Grünstreifen hinter dem Trog gefahren. Wenn du nicht aufpasst, fahren sie dir die Schuhsohlen runter«, schilderte der Gemeinderat.

Schienenersatzbusse stecken ebenfalls fest

Bürgermeister Thomas Weber bestätigte, dass sich die Beschwerden häuften. Beim Greinswiesenweg habe man aber mittlerweile ein Sperrschild aufgestellt. Und Bauamtsleiter Matthias Irlinger sprach von katastrophalen Verhältnissen. Zudem konnte er beobachten, dass auf der gesperrten Fahrbahn oft gar nicht gearbeitet werde.

Der Regionalverkehr Oberbayern (RVO) hat für die Zeit der Bauarbeiten, die laut Deutscher Bahn AG bis Anfang/Mitte November dauern sollen einen Schienenversatzverkehr eingerichtet. Aber natürlich stehen auch die RVO-Busse die meiste Zeit im Stau, sodass es regelmäßig zu Verspätungen zwischen 15 und 25 Minuten kommt. Zwar fahren die Busse 20 Minuten früher, als normalerweise der Zug, dennoch wird es mit den Zugabfahrten in Freilassing oft knapp. »Unsere Fahrgäste werden natürlich nervös, wenn sie im Stau stehen«, so ein RVO-Sprecher.

Noch bis 3. Oktober gilt die verkehrsrechtliche Anordnung des Landratsamtes. Allerdings stellte Stefan Neiber als Sprecher des Landratsamtes gestern gegenüber dem »Berchtesgadener Anzeiger« klar, dass die Behörde die halbseitigen Straßensperrungen in den Hauptverkehrszeiten zunächst ausschließen wollte. Die betreffende Firma habe jedoch mitgeteilt, dass dies nur bedingt möglich sei, da die Sperrpausentermine der Deutschen Bahn dringend eingehalten werden müssten.

Hauptarbeiten in Winkl seit gestern erledigt

Neiber: »Aufgrund der langen Rückstauungen am Montagabend hat sich das Landratsamt aber am Dienstagvormittag nochmals mit dem Verantwortlichen der Baumaßnahme in Verbindung gesetzt und schließlich veranlasst, dass die Fahrbahn zumindest von 16 bis 18.30 Uhr zu räumen ist«. Laut Neiber hat die Firma dann am Dienstag auch mitgeteilt, dass die Hauptarbeiten in Winkl erledigt seien und ab Mittwoch nur noch stundenweise außerhalb der Hauptverkehrszeiten halbseitige Sperrungen notwendig seien.

Stefan Neiber teilte auch mit, dass für die Maßnahme in der Ramsau auf der Bundesstraße 305 nicht die Untere Verkehrsbehörde im Landratsamt zuständig sei. Die Anordnung sei vielmehr vom Staatlichen Bauamt Traunstein gekommen.

Derzeit werden entlang der Schienenstrecke in Bischofswiesen unter anderem Uferverbauungen und Gleiserneuerungen durchgeführt. Auch eine Stützwand und verschiedene Durchlässe müssen saniert werden. Ulli Kastner