weather-image
13°

Vertrauen, Vermessen, Vermitteln

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Seit 40 beziehungsweise 50 Jahren vermitteln und vermessen diese Feldgeschworenen für ihre Gemeinden. Das Bild zeigt (vorne, v.l.) Marktschellenbergs Bürgermeister Franz Halmich, Richard Kranawetvogl, Stefan Sunkler, Johann Schuhbeck und Landrat Georg Grabner sowie (hinten, v.l.) Johann Obermaier, Rupert Loidl und Teisendorfs Bürgermeister Thomas Gasser. (Foto: Vietze)

Bad Reichenhall – Verdiente Feldgeschworene erhielten am Mittwochvormittag für ihr 40- beziehungsweise 50-jähriges Wirken im Landratsamt Ehrenurkunden. Landrat Georg Grabner und Vermessungsdirektor Rupert Loidl konnten nicht oft genug betonen, wie wichtig dieses Ehrenamt sei.


»Ich darf heute hochverdiente Männer ehren«, sagte Landrat Georg Grabner. Dem Landrat nach nehmen viele Bürger die Leistungen der Feldgeschworenen nicht wahr. Dabei sei dieses Amt so wichtig, da der Feldgeschworene viele Verpflichtungen der Gemeinde erledige. Hauptsächlich spiele er eine wichtige Rolle als Vermittler zwischen Bürger und Vermessungsamt.

Anzeige

»Die Feldgeschworenen sorgen für eine friedliche Gemeinde. 40 Jahre dieses Ehrenamt auszuüben, ist keine Selbstverständlichkeit«, betonte Grabner. Nicht jeder könne Abmarkungen setzen oder Grenzen wiederherstellen. Der Feldgeschworene müsse eine Vertrauensperson und Vorbild für die Gemeinde sein. Zudem seien sie in der Lage, persönliche Konflikte zu lösen.

Vermessungsdirektor Rupert Loidl konnte Grabners Meinung nur unterstreichen. »Feldgeschworene sind unverzichtbar«, so Loidl. Mit den Abmarkungen setzen sie das Recht fest. Feldgeschworene müssen den richtigen Umgang mit den Leuten haben. Nur so könne die Grenzvermittlung funktionieren. »Wir sind sehr dankbar für die Feldgeschworenen und wollen diese Tradition in Bayern beibehalten«, sagte Loidl. Die früher als Feldrichter bezeichnete Funktion sei das älteste Ehrenamt, es existiere seit Jahrhunderten. Mittlerweile fänden Vermessungen mit Feldgeschworenen nur noch in Bayern statt. Doch der Feldgeschworene sei als immaterielles Kulturerbe anerkannt worden.

Für 40 Jahre Ehrenamt erhielten der Teisendorfer Johann Schuhbeck sowie die beiden Marktschellenberger Johann Obermaier und Stefan Sunkler eine Ehrenurkunde. Zudem schenkte Loidl ihnen ein Buch über die Vermessung Bayerns. Der Marktschellenberger Richard Kranawetvogl wurde für sein 50-jähriges Wirken ausgezeichnet.

Vinzenz Angerer, ebenfalls aus Marktschellenberg, konnte krankheitsbedingt seine Ehrenurkunde für 50 Jahre Dienstleistung nicht entgegennehmen. Georg Grabner überreichte ebenfalls Geschenke und lud die Feldgeschworenen im Anschluss der Ehrung zum Weißwurstfrühstück ein. Patrick Vietze