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Viel Eigenarbeit beim Funktionsgebäude

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Bürgermeister Stefan Kurz lobte die Vorstandschaft der SG Schönau, die den Verein perfekt führt und damit sehr wichtig für das Gemeinwohl der Gemeinde ist. Fotos: Anzeiger/Wechslinger
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Die langjährigen Mitglieder der SG Schönau freuten sich über geschmackvolle Urkunden und Abzeichen für ihre Vereinstreue.
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Das Funktionshaus der SG Schönau hat mehr als geplant gekostet. Doch die SG steckte auch viel Eigenarbeit in das Gebäude.
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Die Tartanbahn ist nach über 40 Jahren in keinem guten Zustand und muss erneuert werden.

Schönau am Königssee - Gut besucht war die Jahreshauptversammlung der SG Schönau im neuen Funktionshaus, das jedoch selbst bezüglich der Kosten für Aufklärungsbedarf sorgte. Vorstand Thomas Janzen war es wichtig, darauf hinzuweisen, dass das Funktionshaus allen Gemeindebürgern zur Verfügung steht und in weitgehender Eigenarbeit von fleißigen SG-Schönau-Mitgliedern erbaut wurde. Sportlich läuft es bei der SG Schönau in den Abteilungen, vor allem beim Fußball, allerdings sehr rund.


Vorstand Thomas Janzen sprach von 709 Mitgliedern, wovon 230 Kinder und Jugendliche sind. Er erachtete diese Bilanz als gut, wenn sich der Mitgliederstand auch in den letzten Jahren verringert habe. Das jedoch sei wiederum ein gesellschaftliches Problem, analysierte Janzen. »Oberstes Ziel des Vereins und der Vorstandschaft ist die optimale Förderung und Betreuung unserer Kinder und Jugendlichen und die satzungskonforme Förderung des Sports. Hierbei ist es uns sehr wichtig, der sozialen Verantwortung in der Gemeinde und gegenüber der Gesellschaft gerecht zu werden. Und natürlich wollen wir jedem Mitglied die Möglichkeit geben, seinem Lieblingssport möglichst gut nachgehen zu können«, erklärte Janzen, dem jedoch die mangelnde Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren, Sorgen bereitet.

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Im Weiteren ging Janzen aus gegebenem Anlass noch einmal auf die Kostennoten des Funktionsgebäudes ein. So sei das Haus ein öffentliches Gebäude, das von Schule, Bevölkerung und Vereinen genutzt werde. Die Umkleidekabinen, Duschen und Toilettenanlagen sind für die Sport treibende Bevölkerung jederzeit zugänglich. Die SG Schönau wurde nur Bauherr des Gebäudes, weil die Gemeinde dadurch in den Genuss von 70 000 Euro Fördergeldern kam und weil der Verein berechtigt sei, die Vorsteuer abzuziehen, so der Vorstand.

Die Kostenschätzung aus dem Jahr 2004 bezifferte sich brutto auf 423  750 Euro. Laut Preisindizes für die Bauwirtschaft gemäß den Ausarbeitungen des Statistischen Bundesamtes wurden für den Bereich Rohbauarbeiten seit dem Jahr 2006 bis zum Jahr 2012 Preissteigerungen von knapp 20 Prozent festgestellt, klärte Janzen auf. Letzten Endes schlugen dann 525 200 Euro zu Buche. Die SG Schönau beteiligte sich an der Finanzierung des Funktionsgebäudes mit insgesamt 205 445,86 Euro, informierte der Vorstand weiter.

Zusätzlich seien von den Mitgliedern der SG Schönau viele tausend Arbeitsstunden geleistet worden, machte Janzen deutlich. »Mir ist es ein persönliches Anliegen, dass die Leistungen, die der Verein mit seinen Mitgliedern beim Bau des Funktionsgebäudes erbracht hat, differenziert und sachlich richtig betrachtet werden«, so der SG-Vorsitzende, der im Weiteren vom nächsten Großprojekt, der Erneuerung des Kunstrasenplatzes, sprach.

Der alte Kunstrasenbelag sei marode und für die vielen Nutzer vielleicht sogar schon gesundheitsgefährdend, fürchtet der Vorsitzende. »Hier verlassen wir uns auf die Zusagen unserer Heimatgemeinde Schönau am Königssee, wonach die Erneuerung nach mehreren zeitlichen Verschiebungen im Jahr 2014 durchgeführt werden soll«, klärte Janzen die Versammlung auf und sprach dabei dank zahlreicher Unterstützer und Förderer von einer guten finanziellen Situation in der SG Schönau.

Der Fußball-Abteilungsleiter Hans Stöckl sieht die Vorgaben für die erste Mannschaft als vollauf erfüllt an. Obwohl mit dem neuen Trainer Alfons Aschauer zunächst auch viel Gegenwind aufgekommen sei, habe sich dies durch die sehr guten Leistungen der ersten Mannschaft längst wieder gelegt. Die Zielsetzung, im vorderen Drittel der Kreisliga mitzu- spielen, wäre voll aufgegangen, was ein sicherer dritter Tabellenplatz wohl bestätige, befand Stöckl, der Aschauer ein Sonderlob aussprach. Bereits im äußerst gelungenen Trainingslager am Gardasee habe der Trainer seinen Kontrakt verlängert. Auch die Harmonie zwischen erster und zweiter Mannschaft sei vorbildlich, weiß Stöckl. Als einen ganz besonders wichtigen Mann in der Fußballabteilung der SG Schönau lobte Stöckl »Medizinmann« Rudi Lorenz, der bereits seit über acht Jahren wertvollste Arbeit für die Fußballer leiste.

Klein, aber durchaus fein, stellt sich die Leichtathletikabteilung von Hermann Kirchhoff dar. Ihm gelingt es seit Jahren, vor allem Mädchen bis an die bayerische Spitze heranzuführen. Eine besondere Freude für den Trainer sei das Engagement von Kathrin Thaumiller, die eine Kindergruppe betreut.

Über die Abteilung Postsport in der SG Schönau berichtete Helmut Fendt ausschließlich Positives. So treffen sich die Freizeitsportler jeden Freitag unter Anleitung von Andrea Ott zum Training. Langläufer Albert Kurz glänzte auch in der letzten Saison wieder mit Spitzenplatzierungen bei nationalen und internationalen Meisterschaften. In zwölf Rennen stand Kurz siebenmal auf dem Siegerpodest, erinnerte Fendt. Beim Betriebe- und Behördenkegeln erreichte die Abteilung Postsport den ersten Platz.

Fußball-Jugendleiter Thomas Heil referierte über die Arbeit bei den Nachwuchsmannschaften und freute sich über die vielen Kinder. Heil erinnerte die Versammlung jedoch auch noch einmal daran, dass er bei den nächsten Wahlen nicht mehr zur Verfügung stehe. Als Termin für das beliebte Sommer-Jugend-Camp nannte Heil den 5. bis 7. Juli.

Kassier Wasti Engljähringer sprach trotz des Funktionshausbaues von geordneten Finanzen, deren wichtigste Posten der Finanzfachmann detailliert aufführte. Nach einem allgemeinen Dank an alle Gönner nannte Engljähringer Stadionkassier Anton Aschauer und den im letzten Jahr verstorbenen Peter Lochner, die sich um den Verein sehr verdient gemacht hätten. »Die Finanzlage in der SG Schönau stimmt mich für die nächste Zeit zuversichtlich«, schloss Engljähringer, der von den Kassenrevisoren Markus Aschauer und Franz Lochner größtes Lob bekam.

Bürgermeister Stefan Kurz dankte den Verantwortlichen der SG Schönau vor allem für die gute Jugendarbeit, die auch der Gemeinde viel wert sei. Kurz sprach von der Sanierung des Kunstrasenplatzes im nächsten Jahr und auch der Neuverlegung der in die Jahre gekommenen Tartanbahn im darauf folgenden Jahr. Dann erinnerte das Ortsoberhaupt an die großen finanziellen Vorteile, die der Bau des Funktionshauses durch die Mitglieder der SG Schönau gebracht habe. Ein besonderer Dank des Bürgermeisters erging an alle, die sich ehrenamtlich in vielen Stunden am Bau des Funktionshauses beteiligt haben. Christian Wechslinger -