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Viel Glas, viel Geld

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Anstatt der Pflanztröge sollen in Zukunft »filigrane Glasgeländer« die Außenansicht des Kongresshauses verschönern. Anzeiger-Fotos
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Neben dem Verbindungstrakt soll eine gläserne Überdachung entstehen. Diese ermöglicht den direkten Kongressbereich-Zugang.

Berchtesgaden - Das Kongresshaus in Berchtesgaden soll im Auftrag des Zweckverbands Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee für 5,5 Millionen Euro umgebaut und neu strukturiert werden. Im Bauausschuss am vergangenen Montagabend gab Bürgermeister Franz Rasp einen ersten Einblick. Kritik gab es von Bauausschussmitglied Michael Widmann (Grüne), der den Umstand eines bislang fehlenden Finanzierungskonzepts bemängelte.


Eine Neuordnung der Nutzung. Das ist das Ziel, das hinter der angekündigten Groß-Maßnahme steht. Der Kongresshaus-Bestand soll aber im Wesentlichen beibehalten werden, erklärte Rasp. Die anfallenden Investitionskosten stehen soweit fest. Unklar ist bislang, wie hoch die Zuschüsse ausfallen werden: »Von einer Million Euro bis hin zu drei Millionen Euro ist alles möglich«, sagte Rasp. Räumlich bleibt im Kongresshaus vieles beim Alten.

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Der Kongressbereich wird im hinteren Gebäudebereich konzentriert. Der große Saal etwa wird bleiben. Trotzdem ist geplant, bislang wenig genutzte Bereiche im Kongresshaus einer neuen Nutzung zuzuführen. So soll etwa das bestehende Restaurant samt des angrenzenden Küchenareals verschwinden. »Wir wollen dort einen weiteren kleinen Saal umsetzen«, so Rasp. Vergleichbar soll dieser mit dem im Obergeschoss liegenden, bereits existierenden sein.

Das weitläufige Foyer soll noch größer werden, der Abgang verschwinden. Bislang gelangt man über diesen hinunter zur Garderobe und zu den Sanitäranlagen. »Unser Ziel ist es, das Foyer großzügiger zu gestalten«, sagte Rasp. Eingerichtet wird ein zusätzlicher Catering-Bereich. Im Café, dessen Räumlichkeiten derzeit ungenutzt sind, werden abteilbare Seminarräume entstehen, die etwa für Kongresse genutzt werden. Komplett neu geregelt wird der Zugang, der in Zukunft nicht mehr zwangsläufig über das jetzige Verbindungsgebäude erfolgen muss. Eine Neugestaltung erfährt die beim Eingangsbereich zu findende Tourist-Information. Hier wird eine Zwischendecke eingezogen.

Immer wieder in der Diskussion stand eine Verlegung der Büroräume der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH, die ihre Geschäftsräume bislang im ehemaligen Post-Gebäude am Berchtesgadener Bahnhof hat. Konkrete Pläne gibt es aber noch nicht. Neu wird eine geplante Passage sein, die parallel zum jetzigen Verbindungsgebäude verläuft, das den Kongresshaus-Eingang und den Kongress-Bereich miteinander verbindet. Über diese verglaste Passage, die durch den jetzigen Lesesaal verlaufen soll, können Besucher direkt zu den Sälen gelangen. »Den Verbindungstrakt muss man dazu gar nicht mehr betreten«, so Rasp.

Eine neue Gastronomie - Pläne dazu gibt es bereits seit den 80er Jahren - wäre unweit des Kongresshaus-Zugangs vorstellbar. Für den Markt Berchtesgaden steht vor allem die Fassadengestaltung im Vordergrund. Denn aktuell zeigt sich das Gebäude als wenig ansehnliches Bauwerk. »Alle Fassadendetails werden mit dem Markt Berchtesgaden im Einvernehmen abgestimmt«, sagt Rasp. Der Kongresshaus-Balkon auf der Fußgängerzonenseite wird abgebrochen, da er nicht genutzt wird. Eine optische Aufwertung durch Beplankungen an der Fassade soll erfolgen und dem Gebäude ein zeitgemäßes Äußeres spendieren. Auf Bahnhofstraßenseite werden die Pflanztröge durch »filigrane Glasgeländer« ersetzt. »Diese Maßnahmen verleihen dem Ganzen mehr Luftigkeit «, meint Rasp. Generell dürfte nach dem Umbau deutlich mehr Glas im und am Kongresshaus zu finden sein.

Unzufrieden zeigte sich Bauausschussmitglied Michael Widmann. Er forderte vom Zweckverband, ein Finanzierungskonzept vorzulegen: »Jeder, der etwas baut, weiß, wie viel Geld zur Verfügung steht.« Das könne man sich auch vom Zweckverband erwarten. Dieser müsse transparenter arbeiten, sich dazu verpflichten, allen seinen Mitgliedern zu sagen, was Sache ist. »Nach der Watzmann Therme ist das Kongresshaus für den Verband die größte Baumaßnahme überhaupt«, so Widmann.

»Nicht, dass am Ende wieder die Gemeinden über Umlagen belastet werden müssen, nur weil die Finanzierung nicht gesichert ist.« Im nächsten Hauptausschuss des Marktes soll der Finanzierung ein eigener Tagesordnungspunkt eingeräumt werden. kp