weather-image
21°
Markus Leitner über den Großeinsatz

Viel zu tun fürs BRK

Sandsäcke kamen auch in Berchtesgaden und den Nachbargemeinden zum Einsatz. Das BRK half landkreisweit beim Abfüllen. Foto: Anzeiger/Wechslinger

Berchtesgaden – Dramatisch sei der Einsatz für das Bayerische Rote Kreuz im Talkessel zwar nicht gewesen, zu tun hatten die fleißigen Helfer aber dennoch jede Menge. Markus Leitner, Pressesprecher des BRK-Kreisverbands, hat der Heimatzeitung erklärt, was in Berchtesgaden und den Nachbargemeinden in den letzten Tagen zu tun war.


Los ging alles in den frühen Morgenstunden am Samstag. Es regnete aus allen Kübeln: »Vor allem weite Teile von Bad Reichenhall, Karlstein und Kirchberg waren vom Wasser betroffen.« Keller soffen ab, das Wasser bahnte sich seinen Weg in so manchen Hausgang. Deshalb wurden die Helfer vom BRK eingesetzt, Sandsäcke zu füllen, 50 Paletten, bis in die frühen Morgenstunden.

Anzeige

In Berchtesgaden, Ortsteil Maria Gern, gab es ein anderes Problem. Einzelne Bereiche waren nicht mehr zugänglich. Wenn aber Ortsteile wegen Überflutungen oder Murenabgängen voneinander getrennt sind, muss dennoch der Rettungsdienst und der Krankentransport garantiert sein. Daher kümmerte sich das BRK vor allem darum, dies sicherzustellen.

Ein von einer Mure bedrohtes Haus wurde evakuiert, die Bewohner in Sicherheit gebracht und weiterhin von der BRK-Mannschaft betreut. In das Aufgabengebiet fiel ebenso die Verpflegung der am Einsatz Beteiligten. Ein Großteil der BRK-Männer und -Frauen wurde nach Freilassing geschickt, da sich dort die Lage zuspitzte, Notunterkünfte geschaffen werden mussten.

Die Wasserwacht war vor allem in der Ramsau gefordert, um einen Lagebericht abzugeben, da die Seeklause am Hintersee zu brechen drohte (wir berichteten). Auch wenn es im Talkessel für das BRK bei Weitem nicht so viel zu tun gab wie im nördlichen Landkreis, waren dennoch alle Einsatzkräfte gefordert: »Unsere vier Wasserwachten waren unterwegs«, so Markus Leitner, »und auch alle BRK-Bereitschaften kamen zum Einsatz.«

Auch am Dienstag noch hatte das BRK jede Menge zu tun. Der Wasserrettungszug Oberbayern, bei dem auch einige Mitglieder der Berchtesgadener Wasserwacht dabei sind, wurde für Evakuierungsmaßnahmen in den Raum Deggendorf beordert, da dort ein Damm gebrochen war. Der Kriseninterventionsdienst begann zudem mit der Betreuung jener, die unverhofft Hab und Gut verloren hatten. Seit gestern sind 20 Krisenberater im Einsatz. Über 100 Betroffene haben sich gemeldet, um psychologisch betreut zu werden. Kilian Pfeiffer