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Viel zu tun zu Hause und im Irak

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Meldung: Das Gebirgsjägerbataillon 232 hat zwei Gründe zu feiern. Kommandeur Oberstleutnant Michael Bender (r.) ist darauf bestens vorbereitet. (Foto: Wechslinger)

Bischofswiesen – Seit Dezember sind Teile des Gebirgsjägerbataillons 232 mit Kräften sieben weiterer Nationen zu einer Ausbildungs- und Unterstützungsmission im nordirakischen Erbil.


Organisiert wird der Einsatz von einem multinationalen Stab im »Kurdistan Training Coordination Center«. Der Dienst und die Ausbildung in der Heimat laufen unterdessen ganz normal weiter. Hier sind die Soldaten des Bataillons unter anderem damit beschäftigt, das 60-jährige Bestehen des Bataillons und dessen 30-jährige Patenschaft mit den fünf Gemeinden im Talkessel vorzubereiten.

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Der Vorstoß der Terrormiliz »Islamischer Staat« hat die Lage im Irak und in der Region drastisch verändert. Millionen von Menschen sowie die Stabilität des Irak sind davon bedroht. Deutschland unterstützt die Kräfte, die dem IS militärisch Einhalt gebieten. Kernelement der internationalen Anstrengungen ist der nachhaltige Fähigkeitsaufbau der irakischen Streitkräfte sowie der Sicherheitskräfte der Regierung der Region Kurdistan-Irak.

Bischofswieser Bundeswehr unterstützt Einsätze im Nordirak

Durch Infanterie-, Waffen-, ABC- und Sanitätsausbildung trägt die Bundeswehr mit dem Kontingent aus Bischofswiesen maßgeblich dazu bei, dass kurdische Peschmerga weiterhin gegen den IS bestehen können. Schwerpunkt des Einsatzes im Nordirak ist die Ausbildung zur Unterstützung und zum Aufbau nachhaltiger Strukturen der irakischen Streitkräfte, wobei den Ausbildungskräften gezeigt wird, wie gute Ausbildung im Hinblick auf Methodik und Didaktik aussehen kann. Dabei steht immer die Nachhaltigkeit im Vordergrund der Bemühungen.

Die Führungsebene von Bataillonen und Brigaden werden so unterrichtet, dass sie ihre Kräfte effektiv führen und einsetzen können. Gesprochen wird Englisch, Dolmetscher geben die Worte auf Kurdisch an die Peschmerga weiter. Das Spektrum an Unterstützung umfasst jedoch nicht nur Waffentechnik, sondern auch Logistik- und Ausbildungstätigkeiten sowie Schulungen.

Schon mehrfach bei Auslandseinsätzen bewährt

Die Einsätze im Nordirak unterscheiden sich ganz entscheidend von früheren Einsätzen im Kosovo und in Afghanistan. Gleichwohl können die militärischen Führer auf bestens ausgebildete Einsatzkräfte zurückgreifen, die sich schon mehrfach bei Auslandseinsätzen bewährt haben. Als sehr gut wird die Motivation der irakischen Einsatzkräfte beurteilt. Das erste Bischofswieser Kontingent ist bereits aus dem Nordirak zurück, derzeit ist die zweite Abordnung im Einsatz und wird im September von der dritten Abteilung ersetzt, die sich derzeit auf den Einsatz vorbereitet.

Bataillonskommandeur Oberstleutnant Michael Bender war der erste praktische Führer für die Ausbilder und der gesamten Unterstützungselemente. Seine beiden Nachfolger kommen aus der Bayernbrigade. Im Januar wird Michael Bender wieder alle seine Kräfte im Standort haben.

60. Jubiläum und 30 Jahre Patenschaft mit den Talkesselgemeinden

Derzeit laufen die Vorbereitungen für das große Fest zum 60. Jubiläum des Bataillons und der 30-jährigen Patenschaften der Kompanien mit den Talkesselgemeinden. Die enge Kooperation der Streitkräfte mit den Gemeinden soll beim großen Festakt am 1. Juli ab 10.30 Uhr auf dem Schlossplatz in einem würdigen Rahmen gefeiert werden.

Oberstleutnant Bender sieht es als starkes Symbol, Kameraden zum Festakt zu begrüßen, die vor 60 Jahren dabei waren. Zum Tag der offenen Tür ist die Bevölkerung eingeladen, einen Blick hinter die Kasernentore zu werfen. »Die Verbundenheit der Bevölkerung zu uns Soldaten kann man nicht hoch genug schätzen«, sagt Bataillonskommandeur Michael Bender. Dritter Höhepunkt ist um 18 Uhr auf dem Sportplatz das Feierliche Gelöbnis. Christian Wechslinger