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Vielsaitiges Konzert und vielseitiges Engagement

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Elf Stimmen und drei Instrumente: die Berchtesgadener Rhythmusgruppe. (Fotos: Tessnow)
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Überzeugten mit »vielsaitigen« Traditionals (v.l.): Sabine Schmid und Eva Kastner.
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Glänzten mit viel Fingerfertigkeit: das Gitarrenduo Sklenarik (r.) und Hoffmann.

Berchtesgaden – Nächstenliebe, Teilen, Helfen und Toleranz zur Sicherung des Friedens in der Welt. Klingt alles pauschal human und selbstverständlich. Die Wirklichkeit sieht leider anders aus. Gerade deshalb hat sich der Eine-Welt-Kreis Berchtesgaden vor 23 Jahren gegründet, um praktische Hilfe zu fördern. Seither engagieren sich ausschließlich ehrenamtliche Mitglieder, Spenden für globale Krisengebiete zu sammeln. Die Vereinsschwerpunkte konzentrieren sich auf sieben asiatische Länder. Besonders im Fokus aber steht der karibische Inselstaat Haiti. Am Sonntagabend gestaltete der Eine-Welt-Kreis im Kongresshaus Berchtesgaden einen musikalischen Abend zugunsten des bitterarmen Volkes.


Der stellvertretende Vereinsvorsitzende Dieter Bobek erklärte die Hintergründe: »Am 4. Oktober fegte ein Hurrikan mit 330 Kilometern pro Stunde über Haiti hinweg. Das ärmste Land Lateinamerikas hatte 1 250 Todesopfer und rund 10 000 Obdachlose zu beklagen. Bereits 2010 hatte ein Erdbeben die Region verwüstet und geschätzte 400 000 Tote hinterlassen. Fast zwei Millionen Einwohner verloren Hab und Gut. Seither gilt für uns der Impetus, das Leiden in der fernen Welt nicht zu vergessen. Sich auch für Menschen einzusetzen, die es nicht zurückzahlen können. Die gesammelten Spenden gehen zur Unterstützung für ein menschenwürdigeres Leben nach Port au Prince, der Hauptstadt Haitis.«

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Bewegende Worte fand auch die Vereinsvorsitzende Annegret Gaffal. Sie zitierte aus einem Brief der haitianischen Vereinsverbündeten Marie Josée Laguerre, in dem die prekären Landesverhältnisse erörtert werden. Laguerre sandte einen Dankesgruß nach Berchtesgaden für ihre Hilfe und das »Nichtvergessen«.

Nach harten Fakten folgte ein harmonischer und gut gemischter Konzertabend. Das Duo Sklenarik & Hoffmann machte den Anfang und überraschte mit feinem Zupf- und Pickingspiel auf zwei Gitarren. Popklassiker aus den späten 60er-Jahren wussten die beiden sensibel zu instrumentieren.

Die Berchtesgadener Rhythmusgruppe, bestehend aus einem elfköpfigen Damenchor und unterstützt von Mandoline, Hackbrett und Gitarre, sorgte auflockernd für interpretationstiefe, geistlich-christliche Gesänge. Die Leitung hatte Andrea Reichenwallner übernommen, die das Ensemble auf der Flöte zeitweise begleitete.

Mit traditionellem Liedgut und Virtuosität komplettierte das Bad Reichenhaller Duo »Saitensprünge« den Benefizabend. Eva Kastner an der Harfe und Sabine Schmid am Hackbrett präsentierten einen Melodienquerschnitt aus Folklore- und Musikepochen.

Während des musikalischen Wechselspiels informierte und erheiterte Dieter Bobek das Publikum mit kurzen Vorträgen über Umsetzung der Spendenvergabe und verlas nachdenkliche Anekdoten. Das Benefizkonzert im gut besetzten Kleinen Saal kam gut an und sollte nicht ohne Zugaben beendet werden. Alle Musiker traten ohne Honorar auf. Auch die Räume im Kongresshaus wurden kostenlos zur Verfügung gestellt. Schirmherr des Vereins ist Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp. Jörg Tessnow